Ecuador: Wiedereröffnung der Zugstrecke „Nariz del Diablo”

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Die Wiedereröffnung der Zugstrecke „Nariz del Diablo” soll bis zu 60.000 Touristen pro Jahr anziehen und den nachhaltigen Tourismus stärken (Fotos: Tren Ecuador/Ministerio de Transporte y Obras Públicas de Ecuador/Vía 40 Express)
Datum: 29. August 2025
Uhrzeit: 15:03 Uhr
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Autor: Redaktion
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Im Herzen der ecuadorianischen Sierra kehrt das Dröhnen des Zuges „Nariz del Diablo” zurück, um mit seinem legendären Zickzackmanöver Abgründe und unmögliche Kurven zu überwinden. Diese Erfahrung ist mehr als nur eine einfache Fahrt, sie verbindet die Kunstfertigkeit eines Meisterwerks der Ingenieurskunst mit der Herzlichkeit der Andengemeinden, die die Reisenden mit Tänzen, einheimischen Spezialitäten und Geschichten von Widerstandsfähigkeit empfangen. Jeder Schritt des Zuges stellt eine neue Chance dar, die Region wiederzubeleben und das Erbe einer der ikonischsten Eisenbahnstrecken Lateinamerikas zu bewahren, wie Condé Nast Traveler hervorhob.

Der Zug „Nariz del Diablo“

Der Zug „Nariz del Diablo“ hat seinen Betrieb in den Anden von Ecuador wieder aufgenommen und sich als Ikone des Eisenbahntourismus und der lokalen Wirtschaft in Chimborazo etabliert. Nach fünfjähriger Pause wurde die symbolträchtige Strecke zwischen Alausí und Sibambe in einer offiziellen Zeremonie am 20. August 2025 wieder in Betrieb genommen. Die Wiedereröffnung wurde von der Regierung von Daniel Noboa und dem Ministerium für Verkehr und öffentliche Arbeiten (MTOP) vorangetrieben. Der Staat investierte 685.000 US-Dollar in Sanierungsarbeiten, darunter den Austausch von Schienen, den Bau von Stützmauern und die Instandhaltung von Lokomotiven und Bahnhöfen, wie aus offiziellen Angaben des MTOP hervorgeht. Die Atmosphäre versetzt einen in eine andere Zeit: Die restaurierten Holzwaggons und die Schaffner in historischen Uniformen begleiten die Reise durch die Andenlandschaft und gastfreundliche Gemeinden. Die Kombination aus Geschichte, Technik und Tradition macht diese Strecke zu einer der einzigartigsten in Lateinamerika.

Die Strecke des Zuges „Nariz del Diablo”

Die Strecke umfasst 12,5 Kilometer zwischen den Bahnhöfen Alausí und Sibambe und überwindet einen Höhenunterschied von 500 Metern mithilfe eines Zickzack-Systems, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts entworfen wurde. Der Zug fährt in nur 30 Minuten von 2.300 auf 1.800 Meter über dem Meeresspiegel hinab und durchquert dabei den Berg Pistishí, die dreieckige Felsformation, die der Strecke ihren Namen gibt. Sie gilt als eine der komplexesten Eisenbahnstrecken weltweit.

Während der Fahrt genießen die Passagiere restaurierte Panoramafenster, tiefe Schluchten, steile Canyons, das Rauschen des Flusses Alangasí und einen Halt am Aussichtspunkt Nariz del Diablo, der einen außergewöhnlichen Blick auf die Eisenbahntechnik bietet. In Sibambe angekommen, empfangen die Gemeinden Tolte, Nizag und Sibambe die Besucher mit Tänzen, Gastronomie und Kunsthandwerk. Das Erlebnis umfasst die Möglichkeit, Lehmhäuser zu erkunden, eine traditionelle Zuckerrohrmühle kennenzulernen und lokale Produkte zu probieren, begleitet von der Authentizität der typischen Tracht von Chimborazo.

Die Stilllegung der Zugstrecke Nariz del Diablo war auf die Schließung des staatlichen Unternehmens Ferrocarriles del Ecuador zurückzuführen, die 2020 vom damaligen Präsidenten Lenín Moreno gemäß dem Ministerium für Verkehr und öffentliche Arbeiten verfügt wurde. Die Einstellung des Betriebs dauerte bis zur aktuellen Sanierung der Strecke an. Darüber hinaus kam es in der Region im März 2024 zu einem Notfall aufgrund von Erdrutschen, die laut Berichten die Gemeinde Alausí schwer getroffen haben und mehr als 60 Todesopfer sowie zahlreiche Vertriebene forderten.

Die Wiedereröffnung stellt eine bedeutende Chance für die lokale Wirtschaft dar, mit geschätzten 60.000 Touristen pro Jahr und der Belebung von Arbeitsplätzen in Sektoren wie dem Hotel- und Gaststättengewerbe, der Gastronomie und dem Handel. Die Wiederbelebung der Bahn wird als ein wichtiges Instrument zur Stärkung des nachhaltigen Tourismus und zur Erhaltung des Kulturerbes angesehen, wie die Behörden betonten.

Wie man den Zug „Nariz del Diablo” kennenlernen kann

Der Zug verkehrt von Donnerstag bis Sonntag, einschließlich Feiertagen, mit drei Abfahrten täglich um 08:00, 11:00 und 14:00 Uhr vom Bahnhof Alausí. Der Einstieg ist 30 Minuten vor Abfahrt möglich und erfordert eine vorherige Anmeldung am Bahnhof. Die Fahrkarten können laut Angaben des MTOP online über das offizielle Portal erworben werden. An klaren Tagen können die Passagiere die Silhouette des Chimborazo sehen, des höchsten Berges Ecuadors und des Punktes, der der Sonne von der Erdoberfläche aus am nächsten ist. Dieser Ausblick, zusammen mit der Geschichte, der Landschaft und der Kultur, macht die Fahrt mit dem Zug „Nariz del Diablo” zu einem einzigartigen Erlebnis im Herzen der Anden, so das Fazit von Condé Nast Traveler.

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