Die spanische Polizei hat die größte Kokainbeschlagnahme auf hoher See ihrer Geschichte durchgeführt, indem sie im Atlantik ein Handelsschiff abgefangen hat, das aus Brasilien gekommen war und fast 10 Tonnen der Droge transportierte. Wäre die Ladung im europäischen Einzelhandel verkauft worden, hätte sie nach Schätzungen auf der Grundlage von Daten aus dem Bericht der Europäischen Drogenagentur für 2025 einen Wert von bis zu 6,8 Milliarden Reais (1,09 Milliarden Euro) erreichen können. Nach Angaben der europäischen Agentur lag der Preis für ein Gramm Kokain im Einzelhandel im Jahr 2025 bei bis zu 109 Euro. Das Schiff wurde von Beamten der Grupo Especial de Operaciones (GEO), einer Eliteeinheit der spanischen Polizei, in internationalen Gewässern des Atlantischen Ozeans angehalten. Insgesamt wurden 13 Besatzungsmitglieder festgenommen, und die Polizei beschlagnahmte auch eine Schusswaffe, die zum Schutz der illegalen Ladung verwendet wurde.
Nach Angaben der spanischen Behörden war das Schiff Teil einer Route, die von einer multinationalen kriminellen Organisation betrieben wurde, die sich auf den Transport großer Mengen Kokain aus Südamerika nach Europa spezialisiert hatte, wobei Brasilien der Ursprungsort der Ladung war. Die Operation mit dem Namen „Marea Blanca” wurde in internationaler Zusammenarbeit mit der Drug Enforcement Administration (DEA) der Vereinigten Staaten, der National Crime Agency (NCA) des Vereinigten Königreichs, der brasilianischen Bundespolizei, dem CITCO und dem Maritime Analysis and Operations Centre – Narcotics (MAOC) sowie Behörden aus Frankreich und Portugal durchgeführt. Nach der Aufbringung stieß die Aktion auf logistische Schwierigkeiten. Das Schiff hatte keinen Treibstoff mehr und trieb fast 12 Stunden lang manövrierunfähig auf dem Meer, sodass die Unterstützung der Sociedade de Salvamento e Segurança Marítima (SASEMAR) erforderlich war, um das Schiff bis zu den Kanarischen Inseln abzuschleppen.
Vor dieser Beschlagnahmung war die größte Kokainbeschlagnahme auf hoher See durch die spanische Polizei im Jahr 1999 erfolgt, als 7,5 Tonnen auf einem Schiff abgefangen wurden. Spanien gilt als einer der wichtigsten Einfuhrorte für Kokain in Europa, aufgrund seiner Verbindungen zu Lateinamerika, wo die Droge produziert wird, aber auch aufgrund seiner geografischen Lage. Im Oktober 2024 beschlagnahmte die spanische Polizei 13 Tonnen Kokain, das in einem Container aus Ecuador zwischen Bananen versteckt war. Dies war die größte Beschlagnahmung, die jemals von den spanischen Behörden durchgeführt wurde.







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