Costa Rica ist ein führendes Ökotourismus-Reiseziel. Das Jahr 2025 endete mit einem leichten Anstieg der Touristenankünfte per Flugzeug um 1 %. Dieses bescheidene Wachstum verhinderte einen negativen Jahresabschluss. Es zeigte jedoch eine deutliche Verlangsamung des costa-ricanischen Tourismus im Vergleich zu den globalen Trends und den Nachbarländern. Die Nationale Tourismuskammer (Canatur) wertete das Ergebnis als positives Zeichen. Die Zahlen waren mehrere Monate lang unter das Niveau von 2024 gefallen. Die Gruppe betonte jedoch, dass dieses minimale Wachstum nicht ausreicht. Es löst nicht die strukturellen Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist. Der weltweite Tourismus zeigte 2025 eine stärkere Dynamik. Daten der UN-Tourismusorganisation zeigen, dass die internationalen Ankünfte bis September um fast 5 % gestiegen sind. Costa Rica schnitt im gleichen Zeitraum deutlich schlechter ab.
Der Unterschied wird deutlich, wenn man Costa Rica mit seinen Konkurrenten in Amerika vergleicht:
Kolumbien: +4 %
Dominikanische Republik: +5 %
Mexiko: +6 %
Guatemala: +10 %
Diese Länder konnten einen größeren Anteil der Reiselust nach der Pandemie für sich gewinnen.
Marktanalyse: Verschiebungen bei der Herkunft der Besucher
Nordamerika blieb 2025 der größte Quellmarkt für den Tourismus in Costa Rica. Es trug fast zwei Millionen Touristen bei. Die Ankünfte aus den Vereinigten Staaten stiegen jedoch nur um 0,5 %. Dies ist der wichtigste Markt des Landes. Die niedrige Zahl signalisiert eine Stagnation unter den traditionellen Besuchern. Europa schnitt schlechter ab. Es verzeichnete einen kumulativen Rückgang von -2,1 % für das Jahr. Ein Lichtblick kam aus Südamerika. Diese Region verzeichnete ein beeindruckendes Wachstum von +14,5 %. Die starke Leistung der südlichen Nachbarn spielte eine Schlüsselrolle für das positive Jahresergebnis. Sie trug dazu bei, die Schwäche der etablierten Märkte auszugleichen.
Interne Herausforderungen untergraben die Wettbewerbsfähigkeit
Canatur sagt, dass die Verlangsamung auf interne Faktoren zurückzuführen ist. Mehrere Probleme haben die Wettbewerbsfähigkeit Costa Ricas beeinträchtigt, wie beispielsweise der niedrige Wechselkurs, der das Land für ausländische Besucher weniger erschwinglich macht. Die Touristen haben ihre Kaufkraft reduziert, die Infrastrukturmängel bestehen weiterhin, die Sorgen um die Sicherheit nehmen zu und die Konkurrenz durch den informellen Sektor wächst. „Dieses leichte Wachstum bedeutet eine Atempause für die Branche, aber wir können nicht zufrieden sein“, sagte Shirley Calvo, Geschäftsführerin von Canatur.
Aufruf zu strategischen Maßnahmen
Canatur fordert die Behörden nachdrücklich auf, ihre Werbemaßnahmen zu verstärken. Sie wollen sich auf wachstumsstarke Märkte konzentrieren. Dies gilt für Südamerika, da es eine starke Dynamik gezeigt hat. Die Kammer bekräftigte das langfristige Ziel des Landes. Sie will ein jährliches Wachstum von mindestens 5 % bei den Touristenankünften aufrechterhalten. Dieses Ziel ist jedoch angesichts der Ergebnisse für 2025 noch in weiter Ferne. Die natürliche Schönheit des Landes und sein Ruf als „Pura Vida” sind nach wie vor starke Anziehungspunkte. Aber die Nation muss interne Wettbewerbsprobleme lösen. Nur so kann sie wieder an Schwung gewinnen. Sie muss in den kommenden Jahren mit den regionalen Veränderungen im Tourismus Schritt halten.







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