Google verwandelt die Dominikanische Republik in ein digitales Kraftzentrum

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Mit einer geschätzten Investition von mehr als 500 Millionen Dollar wird Google in der Dominikanischen Republik sein erstes digitalen Zentrum in Lateinamerika und das achte weltweit errichten (Foto: GoogleBrasil)
Datum: 20. Februar 2026
Uhrzeit: 14:13 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Mit einer geschätzten Investition von mehr als 500 Millionen Dollar wird Google in der Dominikanischen Republik sein erstes digitalen Zentrum in Lateinamerika und das achte weltweit errichten. Es handelt sich um eine Infrastruktur, die die internationale Konnektivität des Landes erweitern und es in das globale strategische Netzwerk des Technologieriesen für den Datenaustausch integrieren wird. Die Ankündigung erfolgte am Donnerstag (19.) im Nationalpalast durch Präsident Luis Abinader, den Minister des Präsidialamtes, José Ignacio Paliza, und den Vizepräsidenten für globale Netzwerkinfrastruktur bei Google, Brian Quigley, zusammen mit anderen Führungskräften des Unternehmens. Die Anlage wird eine Fläche von mehr als 7.000 Quadratmetern haben und soll laut Abinader im März mit dem Bau beginnen und im nächsten Jahr in Betrieb genommen werden.

Nach Angaben der Behörden ist das Projekt Teil einer Strategie zur Stärkung der digitalen Infrastruktur des Landes und zur Festigung seiner Position als regionaler Knotenpunkt zwischen Nord-, Mittel- und Südamerika. „Ein digitaler Knotenpunkt wird die Dominikanische Republik in den Mittelpunkt des Informationsaustauschs zwischen Nord-, Mittel- und Südamerika rücken und die Fähigkeit des Landes zur Schaffung von Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz fördern“, erklkärte Abinader. Der „digitale Hafen“ wird Platz für bis zu vier neue internationale Seekabel bieten. In einer ersten Phase werden zwei Kabel verlegt, die eine direkte Verbindung zum Festland der Vereinigten Staaten herstellen.

Derzeit verfügt die Dominikanische Republik über nur ein einziges Kabel mit direkter Verbindung zu diesem Markt, dessen Lebensdauer bereits abläuft. Mit der neuen Infrastruktur wird das Land über drei direkte Verbindungen verfügen, wodurch sich die Kapazität verdreifacht. Darüber hinaus wird sich die Anzahl der Glasfaserpaare, die eine direkte Verbindung zu den Vereinigten Staaten herstellen, verzehnfachen, was ein höheres Datenübertragungsvolumen und eine Verringerung der Latenzzeiten ermöglicht. Das Projekt wird auch eine Verbindung mit geringer Latenz zu zwei Regionen von Google Cloud in South Carolina und Florida bieten, wo fortschrittliche Dienste im Bereich künstliche Intelligenz und Datenverarbeitung betrieben werden. Experten für digitale Infrastruktur weisen darauf hin, dass solche Einrichtungen nicht nur die Geschwindigkeit und Stabilität des Internets verbessern, sondern auch dazu beitragen können, Rechenzentren, Technologieunternehmen und digitale Dienstleister anzuziehen, die eine hohe Übertragungskapazität benötigen.

Regulierung und Umwelt

Im Zusammenhang mit der Ankündigung unterzeichnete der Präsident das Dekret 113-26, das den Bau und die Einrichtung von digitalen Austauschknotenpunkten im Land zu einer nationalen Priorität erklärt. Die Bestimmung sieht die Installation, den Einsatz und den Betrieb von Seekabeln als Teil einer Politik zur Stärkung der technologischen Infrastruktur vor. Der Umweltminister, Paíno Henríquez, erklärte, dass die Behörde die entsprechenden Umweltverträglichkeitsprüfungen durchführen werde, da das Projekt die Verlegung von Unterwasserkabeln und damit verbundene Infrastrukturarbeiten beinhalte.

Wirtschaftliche Prognose

Der Vizepräsident von Google, Brian Quigley, erklärte seinerseits, dass die Initiative darauf abziele, die notwendige Infrastruktur zu entwickeln, damit sich die Dominikanische Republik als strategischer Knotenpunkt für den regionalen digitalen Austausch etablieren könne. Cristian Ramos, Direktor für globale Infrastruktur des Unternehmens, wies darauf hin, dass in Ländern, in denen ähnliche Projekte umgesetzt wurden, positive wirtschaftliche Auswirkungen mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um mehr als 1,5 % zu beobachten waren. In den letzten zehn Jahren hat sich die digitale Infrastruktur zu einem entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften entwickelt. Über 95 % des internationalen Datenverkehrs werden über Unterseekabel transportiert, deren strategische Lage Einfluss auf die Anziehungskraft für Technologieinvestitionen und die Integration in globale Ketten digitaler Dienste haben kann.

Zum 19. Februar 2026 umfasst das Google Cloud-Netzwerk 43 Regionen, 130 Zonen und mehr als 200 Netzwerk-Edge-Standorte, die durch Millionen Kilometer Glasfaserkabel weltweit unterstützt werden. Die Einbindung der Dominikanischen Republik in dieses Netzwerk macht das Land zu einem Teil einer globalen Infrastruktur, die wichtige Märkte in Amerika, Europa und Asien miteinander verbindet. Ein aktuelles Beispiel ist das Projekt Nuvem auf Bermuda, wo Google ein transatlantisches Kabel entwickelt, das die Vereinigten Staaten mit Portugal verbinden wird, um strategische Datenkorridore im Atlantik zu stärken. Mit dieser Investition wird die Dominikanische Republik in dieses globale digitale Infrastrukturkonzept eingebunden, in einem Kontext, in dem Konnektivität, künstliche Intelligenz und Datenwirtschaft eine immer größere Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung und die technologische Sicherheit der Staaten spielen.

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