Der brasilianische Markt für die Tokenisierung realer Vermögenswerte – ein Prozess, bei dem Rechte an physischen oder finanziellen Vermögenswerten in digitale Einträge in der Blockchain umgewandelt werden – schloss den Januar 2026 mit einem Gesamtemissionsvolumen von 1,506 Milliarden Reais ab. Im Januar 2025 belief sich dieser Betrag auf 122 Millionen Reais. Das Wachstum von 1.134,7 % in zwölf Monaten hebt den Sektor auf eine neue Ebene, laut Daten des RWA Monitor, einem auf die Überwachung von Tokenisierungsinstrumenten in Lateinamerika spezialisierten Portal. Der Sprung ist nicht nur numerisch. Laut Rodrigo Caggiano, Analyst und Gründer des RWA Monitor, hat sich die Struktur hinter den Zahlen verändert. „Die Kombination aus ausgereifteren Plattformen, gut vorbereiteten Originatoren und institutionellem Kapital hat einen Netzwerkeffekt geschaffen, der die Akzeptanz exponentiell beschleunigt hat. Wenn die täglichen Einnahmen 500 Millionen Reais übersteigen, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Tokenisierung kein Experiment mehr ist, sondern als realer Kanal für die Finanzierung und Kapitalallokation in die Finanzinfrastruktur des Landes integriert wurde”, erklärte er.
CVM 88: die regulatorische Grundlage für kleinere Emissionen
Der Großteil der Transaktionen des Monats wurde gemäß der Resolution CVM 88 registriert – einer Norm, die geschaffen wurde, um öffentliche Angebote von Wertpapieren über elektronische Plattformen, einschließlich Blockchain-basierter Modelle, zu ermöglichen. Es handelt sich um den rechtlichen Rahmen, der die Tokenisierung von Vermögenswerten für die breite Öffentlichkeit in Brasilien ermöglicht hat. Im Januar führten neun Tokenisierungsunternehmen Emissionen in diesem Rahmen durch. Zu den Instrumenten gehörten CCBs (Cédulas de Crédito Bancário, eine Schuldverschreibung zwischen Gläubiger und Schuldner), CPRs (Cédulas de Produto Rural, die in der Agrarwirtschaft verwendet werden), tokenisierte Schuldverschreibungen (Unternehmensanleihen), Duplikate, Handelswechsel, Kartenforderungen und digitale variable Einkünfte. Das Gesamtvolumen belief sich auf 160,54 Millionen Reais. „Die CVM 88 spielte eine entscheidende Rolle dabei, die Tokenisierung von einer experimentellen Nische zu einem zugänglichen und institutionell vertrauenswürdigen Markt zu machen. Die Zahlen zeigen, dass die regulatorische Infrastruktur nicht mehr als Bremse wirkt, sondern als Wachstumsmotor für tokenisierte Emissionen in Brasilien fungiert”, bewertete Caggiano.
CVM 160: Das hohe Volumen stammt aus dem institutionellen Markt
Der bedeutendste Anteil des Monats stammte aus Emissionen, die gemäß der Resolution CVM 160 strukturiert waren – einer Norm für größere Angebote, die sich an professionelle und institutionelle Anleger richten. Der Rahmen bietet größere operative Flexibilität und Rechtssicherheit für Transaktionen mit hohem Wert. Im Januar führte nur VERT Emissionen in diesem Segment durch. Das Volumen belief sich auf 1,344 Milliarden Reais – das entspricht 89 % des gesamten tokenisierten Marktes in diesem Monat. Das Segment umfasst zwei aktive Tokenisierungsunternehmen und 21 registrierte Vermögenswerte.
Private Emissionen: geringeres Volumen, größere Flexibilität
Private Emissionen – Transaktionen außerhalb des öffentlichen Angebots, die direkt zwischen Emittenten und qualifizierten Käufern getätigt werden – beliefen sich im Januar auf 1,585 Millionen Reais. Diese Strukturen sind in Bezug auf Fristen und Verhandlungen flexibler, aber noch von geringem Umfang. Das Segment umfasst vier aktive Tokenisierungsunternehmen und 26 tokenisierte Vermögenswerte.
1 US-Dollar entspricht 5,20 Reais







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