Russische Fluggesellschaften haben am Sonntag (22.) die Rückführung von fast 4.300 auf Kuba gestrandeten Touristen beendet. Sie waren Opfer einer Energiekrise geworden, welche die kommunistisch regierte Karibikinsel ohne Flugbenzin und ohne die Möglichkeit zurückgelassen hat, den Tourismus aufrechtzuerhalten, der eine ihrer wenigen Devisenquellen darstellt. Der letzte Flug, der von der Fluggesellschaft Rossía der Aeroflot-Gruppe durchgeführt wurde, landete um 17.27 Uhr auf dem Moskauer Flughafen Sheremétievo aus dem Badeort Varadero, einem beliebten Urlaubsziel für russische Staatsbürger. Das russische Verkehrsministerium bestätigte den Abschluss der Operation in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung. Insgesamt wurden seit Beginn der Rückholaktion am 13. Februar neun Flüge durchgeführt, um russische Touristen aus Varadero, Havanna, Holguín und Cayo Coco zu retten. Am Tag des letzten Fluges musste der Flughafen Sheremétievo seinen Betrieb aufgrund von Angriffen ukrainischer Drohnen einschränken, was die logistische Komplexität der Operation zusätzlich erhöhte. Das Ministerium wies darauf hin, dass die Möglichkeit der Wiederaufnahme von kommerziellen Flügen von der „Normalisierung der Situation mit den Kerosinvorräten” auf der Insel abhängen werde.
Die Einstellung der russischen Flugverbindungen nach Kuba wurde Anfang des Monats angekündigt, als die Fluggesellschaften Rossiya und Nordwind mitteilten, dass sie sich an den wichtigsten kubanischen Flughäfen nicht mit Treibstoff versorgen könnten. Russland hatte am 11. Februar den Reiseveranstaltern empfohlen, den Verkauf von Reisen auf die Insel einzustellen. Noch vor Moskau schloss Kanada – das Land mit den meisten Touristen nach Kuba – am Freitag die Rückführung von rund 28.000 Bürgern ab, nachdem Air Canada und andere kanadische Fluggesellschaften aus dem gleichen Grund vorübergehend den Flugbetrieb eingestellt hatten. Mit 131.000 Reisenden im Jahr 2025 war Russland die zweitgrößte Quelle ausländischer Touristen für Havanna.
