Die FIFA hat am Montag (2.) den Countdown von 100 Tagen bis zur Weltmeisterschaft 2026 in einem der instabilsten Szenarien der Sportgeschichte gestartet. Während die Vorbereitungen in Mexiko, Kanada und den Vereinigten Staaten voranschreiten, wirft die Eskalation des Krieges im Nahen Osten – angeführt von den USA und Israel gegen den Iran – Zweifel an der Durchführbarkeit und Sicherheit des Turniers auf. Zum ersten Mal mit 48 Mannschaften könnte das Turnier eines der spannendsten Spiele der Geschichte erleben: Wenn sich die Ergebniskombinationen bestätigen, könnten die USA und der Iran am 3. Juli in Texas, am Vorabend des amerikanischen Unabhängigkeitstags, im Achtelfinale aufeinandertreffen.
Die Situation ist im 21. Jahrhundert beispiellos. Der Iran, der sich über die asiatischen Qualifikationsspiele qualifiziert hat, hat Spiele in Los Angeles und Seattle geplant, aber der iranische Fußballverband räumt bereits ein, dass die Teilnahme gefährdet ist. FIFA-Generalsekretär Mattias Grafstrom hält sich mit Äußerungen zurück und erklärt, dass die Organisation die globalen Entwicklungen beobachtet. Rückzüge aus kriegerischen Gründen sind selten und gehen auf den Spanischen Bürgerkrieg 1938 zurück, aber das Ausmaß des aktuellen Konflikts betrifft direkt andere qualifizierte Länder wie Saudi-Arabien, Katar und Jordanien sowie mehrheitlich muslimische Mannschaften, die in dieser Ausgabe eine Rekordzahl stellen.
Parallele Krisen und Druck auf die FIFA
Neben dem Kriegsszenario sieht sich die FIFA Kritik wegen einer angeblichen „Doppelmoral” in ihren Entscheidungen ausgesetzt. Nach dem Ausschluss Russlands aufgrund der Invasion der Ukraine fordern Stimmen in der internationalen Gemeinschaft ähnliche Maßnahmen gegen die USA und den Iran und verweisen dabei auf die jüngsten Angriffe auf venezolanischem Boden und die militärischen Vergeltungsmaßnahmen im Nahen Osten. Unterdessen hat Mexiko, einer der Gastgeber, mit einer eigenen internen Krise zu kämpfen: Eine Welle der Gewalt in Guadalajara, ausgelöst durch Operationen gegen den Drogenhandel, zwang Präsidentin Claudia Sheinbaum und FIFA-Präsident Gianni Infantino, öffentlich die Sicherheit der vier in der Stadt geplanten Spiele zu garantieren.
Mit der Eröffnung am 11. Juni im Aztekenstadion entwickelt sich das Turnier zu einem diplomatischen „Minenfeld”. Die Logistik einer Veranstaltung, die sich über drei Kontinente erstreckt, wäre schon für sich genommen eine Herausforderung, aber die Notwendigkeit, Delegationen von Nationen zu schützen, die sich im direkten Krieg befinden, macht die Weltmeisterschaft 2026 zu einer militärischen Geheimdienstoperation. Bislang hält die FIFA am offiziellen Zeitplan fest, aber die Fußballwelt beobachtet mit Besorgnis, ob der Ball tatsächlich rollen wird oder ob die Geopolitik eine historische Verschiebung oder Absage erzwingen wird.







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