Fernando de Noronha als Vorbild für nachhaltigen Tourismus

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Fernando de Noronha hat den schönsten Strand der Welt (Foto: noronha/gov)
Datum: 06. März 2026
Uhrzeit: 14:43 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Brasiliens Meeresschutz hat in Europa einen historischen Erfolg erzielt. Das Projekt „Golfinho Rotador“ (Spinnerdelfin), das seit mehr als 35 Jahren im Archipel Fernando de Noronha tätig ist, hat den ITB Earth Award gewonnen – eine der international renommiertesten Auszeichnungen im nachhaltigen Tourismus. Die Auszeichnung, die in dieser Woche erstmals an eine brasilianische Initiative ging, wurde im Rahmen der ITB Berlin verliehen, die als größte Tourismusmesse der Welt gilt. Der ITB Earth Award existiert seit 2011 und ist Teil der Green Destinations Story Awards – einer globalen Anerkennung, die inspirierende Geschichten aus den Top 100 Destination Sustainability Stories hervorhebt. Dabei handelt es sich um eine jährliche Auswahl von Beispielen, die innovative Lösungen für verantwortungsvollen Tourismus präsentieren.

Der Preis würdigt Destinationen und Initiativen mit herausragendem Management, innovativen Praktiken im Umgang mit dem Klimawandel und einem starken Engagement für Umwelt- und Naturschutz. Das Projekt war zudem Finalist in den Kategorien People’s Choice Award sowie Natur & Landschaft der Green Destinations Story Awards – ein weiterer Beleg für seine internationale Anerkennung unter den 100 wichtigsten Nachhaltigkeitsbeispielen im Tourismus weltweit. Mit diesem Sieg rückt das Projekt „Golfinho Rotador“ Fernando de Noronha als internationales Vorbild für nachhaltigen Tourismus ins Rampenlicht – und zeigt, dass sich Umweltschutz, Wissenschaft und wirtschaftliche Entwicklung auch in ökologisch hochsensiblen Gebieten miteinander verbinden lassen.

Die Bekanntgabe erfolgte bei der offiziellen ITB-Berlin-Zeremonie vor Vertreterinnen und Vertretern touristischer Destinationen aus allen Kontinenten. Auf der Bühne unterstrich Cynthia Gerling, Koordinatorin für Umweltkommunikation und Nachhaltigkeit des Projekts, die Bedeutung der Auszeichnung. „Der Gewinn des ITB Earth Award zeigt, dass es möglich ist, Biodiversität zu schützen und zugleich einen bewussten, verantwortungsvollen Tourismus zu fördern“, sagte Cynthia Gerling. „Wissenschaft und nachhaltige Entwicklung sind kraftvolle Werkzeuge des Wandels – nicht nur für Noronha, sondern auch als Inspiration für andere Destinationen in Brasilien und weltweit.“

Der Präsident von Embratur begrüßte die Anerkennung und erinnerte daran, dass die Institution auch zu den Interviewpartnern der Embratur-Minidokumentation Turismo Transforma über Fernando de Noronha gehört. „Es ist ein großer Stolz, das Projekt ‚Golfinho Rotador‘ auf der ITB Berlin international ausgezeichnet zu sehen. Das ist ein Sieg für Fernando de Noronha, für Pernambuco und für ganz Brasilien. Embratur unterstützt dieses Projekt, das zudem zu den Protagonisten unserer Minidoku-Reihe ‚Turismo Transforma‘ gehört. Es zeigt, wie Umweltschutz und das Erlebnis internationaler Reisender Hand in Hand gehen können“, erklärte er. „Heute zählt regenerativer Tourismus zu den Säulen unserer Arbeit. Wir haben Partnerschaften mit wichtigen Projekten wie Onçafari und der Korallen-Biofabrik und ein sehr klares Commitment, ein Brasilien zu fördern, das seine Biodiversität bewahrt und gleichzeitig Einkommen und Stolz für lokale Gemeinschaften schafft“, ergänzte Freixo.

Arbeit mit Kontinuität

Das 1990 gegründete Projekt „Golfinho Rotador“ überwacht täglich die Population der Spinnerdelfine, die das Archipel als Ruhe- und Sozialgebiet nutzt. Parallel führt es kontinuierliche wissenschaftliche Forschung zu Verhalten, Populationsdynamik und Meeresschutz durch. Zudem fördert die Initiative dauerhaft Umweltbildungsmaßnahmen für Bewohner, Schülerinnen und Schüler sowie Besucher. „Uns motiviert, immer mehr gute Praktiken nachhaltigen Managements umzusetzen und Ökotouristen nach Fernando de Noronha zu bringen. Dass wir diesen Preis unter so vielen weltweiten Initiativen für nachhaltigen Tourismus gewonnen haben, zeigt uns, dass das Projekt auf dem richtigen Weg ist – nämlich gemeinsam mit den Inselbewohnern einen gemeindebasierten Tourismus aufzubauen“, betonte José Martins, Projektkoordinator.

Als strategischer Bestandteil seiner Arbeit hat das Projekt „Golfinho Rotador“ außerdem ein solides Nachhaltigkeitsprogramm strukturiert, das insbesondere den verantwortungsvollen Tourismus in Fernando de Noronha stärkt. Die Initiative bietet Kurse, Workshops und Beratung für den lokalen Tourismussektor und unterstützt Unternehmer dabei, nachhaltige Managementpraktiken in ihren Betrieben umzusetzen – mit Fokus auf die Reduzierung von Umweltauswirkungen, den bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen und die Aufwertung der Biodiversität als wirtschaftliches und soziales Gut.

Leben im Wasser

Zu den herausragenden Maßnahmen zählt die Erstellung des Leitfadens „Vida na Água – Gestão Sustentável na Costa“ („Leben im Wasser – Nachhaltiges Management an der Küste“). Dieses praxisorientierte Handbuch wurde entwickelt, um Unternehmer auf der Insel bei der Einführung von Maßnahmen nach ESG-Prinzipien (Umwelt, Soziales, Governance) zu unterstützen. Das Material geht dabei über reine Umweltempfehlungen hinaus: Es schlägt vor, Nachhaltigkeit und Ethik in die Unternehmensstrategie zu integrieren – einschließlich ökologischer und sozialer Aspekte, rechtlicher Compliance und wirtschaftlicher Verantwortung. Im Mittelpunkt stehen die Minimierung negativer Auswirkungen sowie die Schaffung von Wert über mittel- und langfristige Horizonte.

Der Leitfaden wird kostenlos an Pousadas, Unternehmen, Bars und Restaurants, Strandkioske, Anbieter von Bootstouren, Tauchunternehmen und Touristenguides verteilt. So erweitert er die Reichweite der Bildungsarbeit und stärkt ein Tourismusmodell, das sich dem Meeresschutz, lokaler Entwicklung und verantwortungsvoller Governance verpflichtet. Im Jahr 2025 erhielt das Centro „Golfinho Rotador“, das das Projekt umsetzt, die Gold-Zertifizierung von Green Destinations mit einer Erfüllungsquote von 95% – und wurde damit zur ersten NGO in Lateinamerika, die dieses Zertifizierungsniveau erreicht. Während der Name Fernando de Noronha auf der Bühne der weltweit größten Tourismusmesse widerhallt, bekräftigt diese Auszeichnung eine zentrale Botschaft: Den Ozean zu schützen bedeutet auch, die Zukunft des globalen Tourismus zu gestalten.

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