Paraguay hat das Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur ratifiziert und damit die Ratifizierung in allen Ländern des südamerikanischen Staatenbundes abgeschlossen. Der am 17. Januar in Asunción unterzeichnete Vertrag tritt nun in eine entscheidende Phase ein, in der er noch von den europäischen Institutionen bestätigt werden muss. Die Zustimmung des paraguayischen Kongresses bedeutet den endgültigen Abschluss des Ratifizierungsprozesses im Mercosur, nachdem zuvor bereits Argentinien, Brasilien und Uruguay zugestimmt hatten. Mit diesem Schritt bringt der südamerikanische Staatenbund eines der wichtigsten Handelsabkommen der letzten Jahre auf den Weg.
Vor der Abstimmung im Parlament drehte sich die Debatte um die Auswirkungen des Abkommens auf die paraguayische Wirtschaft und dessen Fähigkeit, neue Märkte zu erschließen. Schließlich bestätigte die Abgeordnetenkammer die Verabschiedung des Textes, der nun zur Verkündung an die Exekutive weitergeleitet wird.
Spezifische Vorteile für Paraguay im Rahmen des Abkommens
Das paraguayische Parlament hat betont, dass das Abkommen günstige Bedingungen für das Land enthält, insbesondere im Bereich der Exporte. Dazu gehören Zollkontingente zum Nullzollsatz für bestimmte Produkte sowie flexiblere Ursprungsregeln, die den Zugang paraguayischer Waren zum europäischen Markt erleichtern werden. Darüber hinaus sieht das Abkommen längere Fristen vor, damit Paraguay seine Gesundheits- und Regulierungsstandards anpassen kann – ein entscheidender Aspekt für die lokalen Produktionssektoren.
Brasilien strafft den Zeitplan
Parallel dazu hat auch Brasilien den Prozess mit der Verabschiedung des Gesetzesdekrets zur Ratifizierung des Abkommens vorangetrieben. Obwohl beide Kammern den Text bereits Wochen zuvor gebilligt hatten, untermauert dieser formelle Schritt den von der brasilianischen Regierung vorgesehenen Zeitplan. Die brasilianischen Behörden haben darauf hingewiesen, dass das Ziel darin besteht, das Abkommen noch in diesem Halbjahr in Kraft treten zu lassen, was die Umsetzung seiner Handelsmaßnahmen beschleunigen würde. Brasilien geht davon aus, dass das Abkommen nach Abschluss der Formalitäten noch in diesem Halbjahr in Kraft treten wird. Dieser Impuls seitens der größten Volkswirtschaft in Lateinamerika verstärkt den Druck auf die Europäische Union, ihren eigenen institutionellen Validierungsprozess voranzutreiben.
Die EU – entscheidend für das Inkrafttreten des Abkommens
Nach Abschluss der Ratifizierung im Mercosur hängt der nächste Schritt von der Europäischen Union ab. Die Europäische Kommission hat bereits die Verfahren zur vorläufigen Anwendung des Handelsabkommens eingeleitet, während das Europäische Parlament seine Zustimmung erteilen muss. Anschließend erfordert das vollständige Assoziierungsabkommen die Ratifizierung durch alle EU-Mitgliedstaaten, ein längerer und komplexerer Prozess. Der EU-Mercosur-Vertrag wird einen gemeinsamen Markt mit mehr als 700 Millionen Menschen schaffen und soll nach mehr als zwei Jahrzehnten der Verhandlungen den Handel zwischen beiden Regionen erleichtern. Sein Inkrafttreten hängt nun vom politischen Tempo in Europa ab.







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