Brasilien und Paraguay intensivieren Verhandlungen über Itaipú

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Das Kraftwerk ist ein Gemeinschaftsprojekt Paraguays und Brasiliens aus der Zeit der Militärdiktatur beider Länder (Foto: itaipuparaguay)
Datum: 23. März 2026
Uhrzeit: 13:06 Uhr
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Autor: Redaktion
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Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und der paraguayische Präsident Santiago Peña haben sich am Sonntag (22.) bei einem Treffen in der brasilianischen Stadt Campo Grande darauf geeinigt, die Verhandlungen über den Itaipú-Vertrag wieder aufzunehmen. Lula erklärte in einer Mitteilung, dass beide Regierungen beschlossen hätten, „die Gespräche zu intensivieren“, um die Überarbeitung von Anhang C des Vertrags, der den Betrieb des Wasserkraftwerks regelt, „rasch“ abzuschließen. Die Vereinbarung zielt darauf ab, einen Prozess voranzubringen, der sich immer weiter verzögert und für die bilateralen Beziehungen im Energiebereich von entscheidender Bedeutung ist. Peña erklärte seinerseits in einer weiteren Mitteilung, dass das Treffen eine „politische Vision“ für Itaipú beinhaltete, die auf das wirtschaftliche Wachstum beider Länder ausgerichtet sei. Der paraguayische Staatschef erklärte: „Wir haben die Details zum Energiepreis und dessen Auswirkungen auf die kurz- und langfristige Entwicklung unserer Nationen analysiert“.

Die Verhandlungen über Anhang C, der zentrale Aspekte des Abkommens zwischen beiden Ländern regelt, hätten bereits vor drei Jahren abgeschlossen werden sollen, kamen jedoch aufgrund von Differenzen zwischen den Regierungen nur langsam voran. Hinzu kam ein Spionageskandal, den Brasilien in der Vergangenheit gegen paraguayische Behörden inszeniert hatte und der ebenfalls das Tempo der Gespräche beeinflusste. Einer der Hauptkonfliktpunkte ist der Energiepreis. Der paraguayische Präsident lehnt eine Senkung des Tarifs ab, zu dem sein Land den nicht genutzten Energieüberschuss an Brasilien verkauft. Diese Senkung wird von der brasilianischen Regierung im Rahmen der laufenden Verhandlungen vorangetrieben. Vor diesem Hintergrund spiegeln die Erklärungen beider Präsidenten die Absicht wider, eine Einigung zu erzielen, die die Positionen beider Seiten berücksichtigt. Die Analyse der Energiepreise und ihrer Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung scheint einer der zentralen Punkte des Dialogs zu sein.

Neben dem Thema Energie sprachen Lula und Peña über die weltweite geopolitische Lage und hoben die Bedeutung des Mercosur hervor, des Handelsblocks, der aus Brasilien, Paraguay, Argentinien und Uruguay besteht und dem Bolivien beitreten will. Das Gespräch umfasste auch die Relevanz dieses regionalen Raums im internationalen Kontext. Der paraguayische Präsident wies zudem darauf hin, dass sie die Lage in Venezuela erörtert hätten, und brachte laut der nach dem Treffen veröffentlichten Mitteilung „das Interesse an einer Zusammenarbeit beim Wiederaufbau der Demokratie“ in diesem Land zum Ausdruck. Das Treffen der beiden Staatschefs fand in Campo Grande im Rahmen der Eröffnung der 15. UN-Konferenz über wandernde Arten (COP15) statt, die diese Woche in der brasilianischen Stadt abgehalten wird. Das Zusammentreffen bei dieser Veranstaltung erleichterte den bilateralen Dialog über die verschiedenen Themen der Tagesordnung. Im Rahmen der Annäherung tauschten Lula und Peña Einladungen für Staatsbesuche in ihren jeweiligen Ländern aus. Die Termine für diese Reisen stehen noch nicht fest.

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