Geologischer Spiegel in Südamerika: Der längste unterirdische Wasserstrom der Erde

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Trotz seiner Größe ist die minimale Fließgeschwindigkeit der entscheidende Faktor dafür, dass Fachleute ihn als unterirdischen Grundwasserleiter von hohem Rang einstufen. | Illustration mit KI/ChatGPT
Datum: 31. März 2026
Uhrzeit: 16:50 Uhr
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Autor: Redaktion
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Forscher des Nationalen Observatoriums Brasiliens identifizierten einen tiefen unterirdischen Strom, der sich über Tausende von Kilometern durch das Amazonasbecken zieht. Das Phänomen besteht aus einer sich langsam bewegenden Wassermasse in großer Tiefe, was auf das Vorhandensein eines Systems von Zwillingsflüssen in Südamerika hindeutet. Die Struktur gilt als eine der größten Formationen, die jemals in porösen Sedimentgesteinen entdeckt wurden. Die Wissenschaftler betonen, dass der Begriff „Fluss“ hier im weiteren Sinne verwendet wird, da die Wasserbewegung durch geologische Filtration und nicht innerhalb eines offenen Kanals stattfindet. Dem Team zufolge beschreibt das Konzept einen komplexen Wasserfluss durch Erdschichten, was die gängige Vorstellung eines traditionellen reißenden Flusses relativiert.

Der Wasserstrom, der die Entfernung trotzt

Der „Hamza-Fluss“ ist ein unterirdisches Wassersystem in einer Tiefe von fast 4.000 Metern und einer Ausdehnung von 6.000 Kilometern. Dieses geologische Phänomen beginnt seinen Weg in den Anden und verläuft in Richtung des Atlantischen Ozeans, wobei dieser Verlauf dem Verlauf des oberirdischen Amazonas nachempfunden ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen Strömungen funktioniert dieser Fluss als dynamischer Strom, der tiefe Sedimentschichten der Erdkruste durchquert. Diese Entdeckung ergab sich nach einer eingehenden Untersuchung geothermischer Daten aus 241 Ölbohrlöchern von Petrobras. Die Forscher identifizierten thermische Anomalien und wandten mathematische Modelle an, um zu bestätigen, dass die Flüssigkeit zunächst vertikal und anschließend horizontal fließt. Den wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge stellt das Wassernetz einen komplexen Mechanismus der kontinentalen Entwässerung dar, was die Vorstellung eines einfachen statischen Reservoirs unter dem südamerikanischen Boden widerlegt.

Die Beschaffenheit dieses Grundwasserleiters unterscheidet sich von herkömmlichen Flussläufen aufgrund seiner minimalen Fließgeschwindigkeit, die sich auf kaum mehr als einige Zentimeter pro Jahr beläuft. Das Wasser sickert durch die Porosität des Gesteins, was zu akademischen Diskussionen über seine genaue Klassifizierung geführt hat. Obwohl seine wissenschaftliche Einordnung umstritten ist, durchfließt dieser Tiefenstrom die Gebiete Brasiliens und Perus in tieferen Schichten der Erdkruste. Die wissenschaftliche Gemeinschaft hat Vorbehalte gegenüber dem Begriff, da viele Experten es aufgrund seiner im Vergleich zu traditionellen Flüssen extrem langsamen Dynamik vorziehen, ihn unter dem Begriff „diffuser Fluss“ zu definieren.

Dieses Wasserabflussnetz weist enorme Ausmaße auf, mit einer Breite zwischen 200 und 400 Kilometern, die das Hauptbett des Amazonas bei weitem übertrifft. Seine Strömung ist jedoch kaum wahrnehmbar, was die These untermauert, dass dieses Phänomen eher ein System zur Speicherung und zum Transport großer Wassermengen darstellt als einen herkömmlichen Flusslauf. Was die technischen Größenordnungen betrifft, so wird geschätzt, dass sein Durchfluss 3.000 Kubikmeter pro Sekunde erreicht, was 3 % des längsten Flusses der Welt entspricht. Trotz seiner Größe ist die minimale Fließgeschwindigkeit der entscheidende Faktor dafür, dass Fachleute ihn als unterirdisches Grundwasserreservoir von großem Umfang einstufen.

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