Zentralbank von Nicaragua: Jahresbericht 2025

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Nicaragua ist das größte Land Mittelamerikas. Es grenzt im Norden an das viel kleinere Honduras und im Süden an den Touristen-Hotspot Costa Rica und hat im Nordosten und Südwesten offenen Zugang zum Pazifik und zum Karibischen Meer (Foto: Alexander Schimmeck auf Unsplash)
Datum: 07. April 2026
Uhrzeit: 14:12 Uhr
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Autor: Redaktion
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Im Jahr 2025 setzte Nicaragua seinen Kurs der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit und des stetigen Wachstums fort und verzeichnete damit das fünfte Wachstumsjahr in Folge. Nach Angaben der Zentralbank von Nicaragua (BCN) vollzog sich diese Entwicklung vor dem Hintergrund niedriger Arbeitslosigkeit, einer unter Kontrolle gehaltenen Inflation sowie einer koordinierten Finanz- und Geldpolitik, die die makroökonomische Stabilität des Landes sicherte. Gleichzeitig blieben die öffentlichen Finanzen solide, das Finanzsystem stabil und die Außenbilanz ausgeglichen.
Weltweit war das Jahr von Unsicherheit geprägt – geopolitische Spannungen und sich wandelnde Handelspolitiken stellten Herausforderungen dar –, doch Nicaragua nutzte die Chancen, die sich aus der starken internationalen Nachfrage und den günstigen Rohstoffpreisen für seine Produkte ergaben.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes wuchs um 4,9 %, gestützt durch ein breit angelegtes Wachstum in allen Sektoren. Dienstleistungen, Bauwesen, Bergbau, Viehzucht und Industrie waren dabei führend. Die Binnennachfrage wurde durch steigende Investitionen und den Konsum angekurbelt, während die Exporte weiter zunahmen. Der Arbeitsmarkt blieb stark, mit niedriger Arbeitslosigkeit, stabiler formeller Beschäftigung und steigenden Reallöhnen. Die Inflation war mit 2,7 % bemerkenswert niedrig und erreichte den niedrigsten Stand der letzten Jahre. Dies spiegelte die reichliche landwirtschaftliche Produktion, den nachlassenden globalen Preisdruck, einen stabilen Wechselkurs und gezielte Maßnahmen wider, um lebenswichtige Güter und Dienstleistungen erschwinglich zu halten.

Die öffentlichen Finanzen zeigten sich widerstandsfähig. Die Zentralregierung erzielte einen Überschuss in Höhe von 3,6 % des BIP, während der gesamte nichtfinanzielle öffentliche Sektor 3,2 % verzeichnete. Starke Steuereinnahmen in Verbindung mit strategischen Investitionen in Sozialprogramme und produktive Infrastruktur ermöglichten es der Regierung, Reserven aufzubauen und die Staatsverschuldung von 51,7 % im Jahr 2024 auf 48,1 % des BIP zu senken. Auch die Zahlungsbilanz hat sich verbessert. Der Leistungsbilanzüberschuss erreichte 9,5 % des BIP, angetrieben durch einen Anstieg der Exporte um 15,4 % und der Importe um 7,5 %, was die starke globale Nachfrage, die wettbewerbsfähige Exportleistung und die robuste Binnenkonjunktur widerspiegelt. Ausländische Direktinvestitionen flossen weiterhin in das Land, und die Währungsreserven stiegen bis zum Jahresende auf 8,3 Mrd. US-Dollar an, was einen soliden Puffer für Nicaraguas Wechselkurssystem bildete.

Im geldpolitischen Bereich behielt die BCN eine jährliche Wechselkursanpassung von null Prozent bei und senkte den Leitzins auf 6 %, wobei sie Offenmarktgeschäfte einsetzte, um die Liquidität zu steuern und gleichzeitig die Verwendung des Córdoba zu fördern. Verstärkte regulatorische Rahmenbedingungen für Mindestreserven, Devisen und Wertpapieremissionen trugen weiter zur Wirksamkeit der Geldpolitik bei. Die Finanzstabilität blieb solide, mit starken Indikatoren für Solvenz, Liquidität und Rentabilität. Das Kreditwachstum erreichte 13,5 %, gestützt durch einen Anstieg der Einlagen um 15,2 %, was das Vertrauen in das Bankensystem widerspiegelte. Schließlich verstärkte die BCN die operative Kontinuität und die Aufsicht über die Zahlungssysteme angesichts wachsender Transaktionsvolumina, wobei der Großteil der Aktivitäten in Landeswährung stattfand. Die Finanzlage der Bank festigte sich, mit positivem Eigenkapital und Gesamtgewinnen, die weitgehend durch Erträge aus internationalen Reserveinvestitionen getrieben wurden.

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