Lateinamerika entwickelt sich rasch zu einem der wichtigsten Knotenpunkte des globalen Kryptomarktes, wo Stablecoins faktisch zur zentralen Zahlungsinfrastruktur geworden sind. Gleichzeitig wird diese Infrastruktur laut TRM Labs zunehmend nicht nur für legitime Transaktionen genutzt, sondern auch für Geldwäsche, die Umgehung von Sanktionen und die Finanzierung krimineller Netzwerke. Der Bericht betont, dass Stablecoins „mittlerweile fast 95 % der Zuflüsse an sanktionierte Unternehmen weltweit ausmachen“, was ihre Überwachung nicht zu einer Option, sondern zu einer Grundvoraussetzung für Finanzinstitute macht.
Regionaler Boom: Nachfrage, Inflation und Dollarisierung
Lateinamerika gehört zu den aktivsten Kryptomärkten der Welt: Die Haupttreiber waren hohe Inflation, begrenzter Zugang zu Dollar-Liquidität und der Ausbau der digitalen Infrastruktur. Brasilien (Platz 5), Venezuela (Platz 11), Argentinien (Platz 18), Mexiko (Platz 19) und Kolumbien (Platz 22) gehören zu den Top 25 der Länder hinsichtlich der Krypto-Akzeptanz. Im Jahr 2025 stieg das Transaktionsvolumen im Krypto-Privatkundenbereich um mehr als 125 %. Stablecoins machten mehr als 30 % des globalen Transaktionsvolumens aus und überschritten in nur sieben Monaten 4 Billionen US-Dollar. In Venezuela hat die Situation de facto eine „Krypto-Dollarisierung“ erreicht: Die Einheimischen nennen USDT den „Binance-Dollar“, und aufgrund der Inflation werden Preise zunehmend in Stablecoins festgelegt.
Kriminelle Netzwerke und 158 Milliarden US-Dollar an illegalem Volumen
Parallel zum Marktwachstum steigt auch das Volumen illegaler Aktivitäten. Laut TRM Labs erreichte das Volumen illegaler Kryptotransaktionen im Jahr 2025 158 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 145 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die größten Risiken für die lateinamerikanische Region: Insbesondere das CJNG-Kartell nutzte Kryptowährungen jahrelang zum Aufbau seiner Finanzinfrastruktur, während chinesische Unternehmen digitale Vermögenswerte nutzten, um Fentanyl-Vorläufersubstanzen zu verkaufen. Chinesische Geldwäschernetzwerke wickelten im Jahr 2025 mehr als 103 Milliarden US-Dollar ab. Sanktionsbezogene Geldströme (unter anderem aus Venezuela) werden in alltägliche Transaktionen integriert.
Die Regulierung verschärft sich – weniger Zeit zur Anpassung
Vor dem Hintergrund dieser Risiken verschärfen Länder in der gesamten Region aktiv ihre Aufsicht. Insbesondere Brasilien führte eine Lizenzpflicht für Krypto-Unternehmen ein, erließ Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Terrorismusfinanzierung (CFT) sowie Mindestkapitalanforderungen und erwägt eine Steuer auf internationale Krypto-Transfers. Argentinien hat die 2024 eingeführten Registrierungsanforderungen für Anbieter von Dienstleistungen im Bereich virtueller Vermögenswerte verschärft und arbeitet an einem Rechtsrahmen für tokenisierte Vermögenswerte. Mexiko hat die AML-Verpflichtungen ausgeweitet und die Aufsicht im Einklang mit den Standards der Financial Action Task Force (FATF) verstärkt. TRM Labs betont: „Die Compliance-Fenster verengen sich gleichzeitig in allen wichtigen Märkten“, was Druck auf Börsen, Fintechs und Banken ausübt“.







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