Während sich Boliviens Präsident Evo Morales nach eigenen Worten während seines ungeplanten Zwischenstopps in Wien in Lebensgefahr befunden haben will und seinem österreichischen Amtskollegen Heinz Fischer dafür dankte, dass dieser ihm sein „Leben gerettet“ habe, dringen neue pikante Details über einen Kauf von drei Executive Jets beim neokolonialistischen Klassenfeind an die Öffentlichkeit.
Per Dekret hat die bolivianische Regierung den Kauf von einer Falcon 50EX beim französischen Flugzeughersteller „Dassault Aviation“ und zwei Beechcraft King Air vom US-amerikanischen Flugzeughersteller „Hawker Beechcraft Corporation“ genehmigt. Diese Maschinen sollen dem Vizepräsidenten und den Ministern zur Verfügung gestellt werden und lösten eine heftige Kontroverse im ärmsten Land Südamerikas aus.
„Es ist merkwürdig, dass diese Maschinen in Frankreich und den USA gekauft werden. Ahmt die Regierung etwa schon die Verschwendung der neoliberalen Regierungen nach? Dieser Kauf ist ein Beispiel für staatliche Verschwendung“, erregt sich Marcelo Antezana, Senator der Opposition und ehemaliger Militärchef.
„In Oruro, einer Stadt mit über 300.000 Einwohnern, haben wir nicht ein tertiäres Krankenhaus. Diese Regierung argumentiert, dass sie dafür kein Geld hat. Dies ist einfach unglaublich“, empört sich die Bürgermeisterin der Hauptstadt des gleichnamigen Departamentos Oruro im Hochland des bolivianischen Andenmassivs, Sonia Saavedra.
Laut Vizepräsident Alvaro Garcia sind die Flugzeuge „relativ günstig“ im Vergleich zu der vor drei Jahren gekauften Regierungsmaschine (Falcon 900) von Präsident Morales (38,7 Millionen US-Dollar). Aus dem Dekret geht allerdings weder der Zustand der Maschinen (Neu oder gebraucht), noch die Investitionsssumme hervor.
Der Kauf des Business-Jets, welcher eigentlich vom englischen Spitzenclub Manchester United bestellt wurde und dort nicht zum Einsatz kam, erinnerte vor drei Jahren bereits an einen Schildbürgerstreich. Nachdem die Maschine in Bolivien war, konnte kein bolivianischer Pilot das Flugzeug fliegen. Die Suche nach einem Piloten, der mindestens 100 Stunden Flugzeit in einem Flugzeug dieses Typs nachweisen konnte, sorgte im südamerikanischen Binnenstaat für einigen Unmut.
Kurz nach Ankunft des Millionen-Jets hatte sich aus unbekannten Gründen eine an einer fast 40 Jahren alten Lockheed T-33 befindliche Rakete aktiviert, welche den Präsidenten-Jet auf einem Militärflughafen um Haaresbreite verfehlte und in ein benachbartes Haus einschlug.
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