IWC-Konferenz in Brasilien: Japan beantragt „nachhaltigen Walfang“

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Japan will die IWC zu einem Walfänger-Club umbauen (Foto: IWF/ Duncon Murrell)
Datum: 04. September 2018
Uhrzeit: 10:41 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Geht es nach dem Willen Japans, stünde der internationale Walfang vor einer Renaissance. Davor warnt die Naturschutzorganisation WWF anlässlich der am Dienstag beginnenden 67. Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC). Japan hat entsprechende Anträge eingereicht. So soll ein Komitee für „Nachhaltigen Walfang“ geschaffen werden. Zudem soll die IWC künftig Höchstfangmengen für Waljagd festlegen können. Der WWF fordert die internationale Staatengemeinschaft auf, sich der Rückkehr des kommerziellen Walfangs entschieden entgegenzustellen und die entsprechenden Anträge mit breiter Mehrheit abzuschmettern.

„Japan will die IWC zu einem Walfänger-Club umbauen. Diesen Rückfall müssen die Mitgliedsstaaten verhindern. Der japanische Antrag blendet aus, dass sich die internationale Gesetzgebung zum Schutz der Wale genauso verändert hat, wie Forschungsmethoden und die Definition von nachhaltiger Nutzung“, kritisiert Stephan Lutter, zuständiger Referent für Wale und Delfine beim WWF Deutschland. Nachhaltige und nicht-tödliche „Nutzung“, etwa durch Walbeobachtung, erwirtschaftet laut WWF weltweit etwa eine Milliarde US-Dollar, und stellt damit die Erlöse aus Waljagd weit in den Schatten. Der WWF kritisiert außerdem, dass der Antrag die Spaltung der IWC in „Waljäger“ und „Walschützer“ weiter vorantreiben würde.

Gastgeberland Brasilien hat mit der „Florianopolis-Erklärung“ einen Gegenentwurf zu Japans Antrag vorgelegt, den der WWF ausdrücklich unterstützt. „Damit Wale ihre Rolle in den ozeanischen Ökosystemen richtig ausfüllen können, müssen die Bestände auf die ursprüngliche Größe vor dem industriellen Walfang anwachsen. Die brasilianische Vision rückt den Schutz von lebenden Walen stärker ins Zentrum der IWC. Darin liegt eine Zukunft für die Riesen der Meere und für die Organisation selbst“, so Lutter. „Der Lebensraum der Wale ist lauter und durch Schifffahrt und weltweite Fischerei auch gefährlicher geworden. Für diese Bedrohungsfaktoren muss die IWC Lösungen finden.“ Immerhin stehen auch ein geplantes Walschutzgebiet im Südatlantik, Unterwasserlärm sowie Geisternetze und Beifang als Gefahr für Wale auf der Tagesordnung des Treffens.

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  1. 1
    Paddy Zé

    Japan ist ein Schmarotzer, Umweltzerstörer und Ignorant, was den Schutz der Meere betrifft. Heuchler sondergleichen. Lügner auf der ganzen Linie. Ganze Delfinschulen werden in Buchten abgeschlachtet, Wale, ob Mutter mit Jungtier, geschützt oder nicht, zu sogenannten Forschungszwecken, ohne irgendwelche Erkenntnisse daraus, sinnlos abgeschlachtet. Mit den Färöern-Insel, ebenfalls eine Verbrecherinsel, wurden Partnerschaften vereinbart, um mit den unter mittelalterlichen Methoden getöteten Wale und Delfin zu handeln. An Grausamkeit kaum zu überbieten. Sie vergleichen es mit unserer Nutztierhaltung. Wenn wir unsere Kuhherde in die Ecke treiben würden und mit Lanzen in die Nase zum Hirn stechen würden, wäre das Fleisch gänzlich ungeniessbar. Die Wale können weder fliehen noch schreien, darum scheint es für die Unterbelichteten legitim, Waldchulen mit ihren Mutterwale sammt Babywale abzuschlachten.
    Japan lügt ebenfalls mit kontanimiertem Abwassser der havarierten Atomkraftanlage. Der gesammte pazifische Ozean ist betroffen. Die fürchterlichen Auswirkungen, ebenso in Alaska und Kanada, bis Chile, werden ignoriert und Japan tut so, als wäre nie etwas passiert. Es sind die grössten Umweltsünder des Ozeans und merken es nicht mal. Die Ilympischen Sommerspiele 2020 in Tokyo sollten boykottiert werden, aus Selbstschutz.

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