Brasilien: Wahl zwischen „dem Scheußlichen und dem extrem Schrecklichen“

bolsa

Bolsonaros wachsende Akzeptanz unter den brasilianischen Wirtschaftseliten zeigt, wie eine polarisierte politische Landschaft die Moderaten zu Extremen treibt (Foto: Bolsonaro)
Datum: 01. Oktober 2018
Uhrzeit: 20:16 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

In ganz Brasilien haben am Wochenende Hunderttausende Menschen sowohl gegen den rechtsextremen Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro als auch gegen den Kandidaten der linken Arbeiterpartei, Fernando Haddad, demonstriert. Bolsonaro und Haddad erfahren landesweit große Ablehnung (46 beziehungsweise 30 Prozent) und eine große Mehrheit der Wahlberechtigten gab bei verschiedenen Umfrage bekannt, „blanca“ (weiß) zu voten und damit niemanden zu wählen. Zum ersten Mal seit dem Ende der Militärdiktatur 1985 sagen aktuelle Meinungsumfragen weniger als dreißig Prozent Wahlbeteiligung voraus, der Oktober wird damit für Brasilien ein Schicksalsmonat. Da Fernando Haddads Vizekandidatin Manuela d’Ávila aus dem Lager der Kommunistischen Partei (PCdoB) stammt ist es nicht verwunderlich, dass Brasiliens Wirtschaftselite einen rechtsextremen Präsidenten bevorzugt.

Bolsonaros wachsende Akzeptanz unter den brasilianischen Wirtschaftseliten zeigt, wie eine polarisierte politische Landschaft die Moderaten zu Extremen treibt und wie die Märkte durch ein offenes und unberechenbares Präsidentschaftsrennen gestört werden. Für die Geschäftswelt ist laut einem Banker eines der führenden Geldgeber in Brasilien eine Wahl für Bolsonaro daher eine Wahl zwischen „dem Scheußlichen und dem extrem Schrecklichen“.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2020 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Peter Hager

    Sehr, sehr schade, daß Brasilien nichts Besseres an Wahlkandidaten zu bieten hat! Aber Radikalisierung nach Links, Rechts oder in eine barbarische Religion liegt weltweit im Trend der heutigen Demokratien, deren Mitte einfach nicht mehr überzeugt. Zu viel Konformismus, Korruption, Dekadenz! Es wird Zeit für radikales Umdenken,wobei die Radikalen keine Mehrheit gewinnen sollten. Wie?- Vielleicht zurück zur Monarchie, ohne käufliche Parlamentarier? Perfekt wäre das bestimmt nicht, aber auch kaum schlechter, als die aktuelle Entwicklung.

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!