Vier Jahre lang vom Chavismus gefangen und gefoltert: Interview mit Lorent Saleh► Seite 2

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Lorent Saleh soll eine Gefahr für die nationale Sicherheit gewesen sein (Foto: Saleh)
Datum: 31. Januar 2019
Uhrzeit: 09:17 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Soledad Díaz Rodríguez, Caracas (Leser)
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

 

Frage.- Manche Sachen haben Sie bekommen.   

Antwort.- Ja, obwohl sie mir später wieder weggenommen wurden. Ich mag es zu lesen und zu schreiben. Octavio Paz und Borges sind meine Lieblingsautoren. Ich erinnere mich an den Moment, als sie mir endlich einen Stift gegeben haben. Abgenutzt. Verranzt. Und ein Blatt. Ich habe mir gewünscht, dass es niemals voll wird! Ich schrieb in Kleinstschrift. Ich habe es umgedreht. Habe nac hkleinsten weißen Stellen gesucht,um noch etwas schreiben zu können. Der Wert der Dinge… Ich wurde einer Zellisolationstechnik unterzogen. Ihr Ziel ist es, zu entwerten, eins nach dem anderen, alle Gefühle des Gefangenen,bis er nicht mehr weiß ,ob er lebt oder tot ist. Und wissen Sie, was die einzige Form ist, um das herauszufinden? Der Schmerz. Darum willst du, dass sie dich schlagen. Und darum beginnst du,dich selbst zu schlagen. Gegen den Boden. Gegen die Gitter. Wogegen auch immer. Du suchst nach Blut. Denn nur das Blut und der Schmerz bestätigen dir, dass du noch immer existierst.

Frage.- Sie haben versucht, sich umzubringen. Lorent Saleh krempelt sein Hemd hoch und streckt den linken Arm aus. Zwei  tiefe Narben kreuzen seine Venen.    

Antwort.- Ich habe es vier mal versucht. Aber damit begann ein neues Spiel. Ich war mehr als ein Jahr in ,,La Tumba”. Ich wusste, dass das Regime mich nicht freilassen würde und dass ich nicht nachgeben werde. Also habe ich eine Entscheidung getroffen: Meine Gefängniswärter haben nicht mehr in Ruhe geschlafen;sie haben nicht mehr entspannt oder Fernsehen geschaut, während ich dort war. Also habe ich ihnen angekündigt:,,Ich bin bereit, mich umzubringen. Und wenn ich mich umbringe, werden Sie gefangen genommen. Und Ihren Vorgesetzten wird das egal sein. Die opfern euch wie Insekten”. Es war kein ,,Oh, ah, ich will sterben!”. Im Gegenteil. Es war mein letztes Mittel. Wie ein Hungerstreik, nur stärker. Denn sie sollten wissen, dass ich es ernst meinte. Meine Selbstmordversuche waren eine Art Kampfansage an die Diktatur.

Frage.- Sie haben sich die Venen aufgeschnitten.   

Antwort.- Das erste Mal habe ich versucht, mich zu erhängen.      

Frage.- Zu erhängen?   

Antwort.- Ja, mit einem Bettlaken. Aber sie haben mich durch die Kamera gesehen. Also musste ich mir eine neue Strategie ausdenken. Zum Bad sollte ich immer von einem Gefängniswärter begleitet werden. Als sie mir endlich erlaubten, mich zu rasieren, fing ich an, die größte Unterwerfung zu simulieren. Damit sie mir Vertrauen schenkten und ihre Wachsamkeit auf ein Minimum reduzierten. Und so habe ich es geschafft, eine Rasierklinge in meine Zelle zu schmuggeln. Bis eines Tages, in der Nacht… Seit diesem Zeitpunkt musste jede Nacht ein Wärter in meiner Zelle schlafen. Mit einem halben Auge offen, furchterregend. Eines Nachts versuchte ich mich an den Gitterstäben aufzuhängen. Mein Gefängniswärter erwachte und stürzte sich auf mich, um mich zu retten. Und um sich selbst zu retten! An einem anderen Tag, aus dem Badezimmer wiederkehrend, schloss ich die Tür vor seinem Gesicht. Ich sagte: ,,Ich kann nicht mehr, es ist vorbei”. Und ich schnitt mich erneut. Man muss Diktatoren die Stirn bieten. Damit sie merken, dass sie keine Götter sind. Dass auch sie bluten und weinen und leiden können. Und dass ihre Missbräuche einen Preis haben, nicht nur für die anderen. Das ist die wahre Resistenz: Die Herausforderung.    

Frage.- In Ihrem Fall, was genau waren die Ziele dieser Folter?  
 
Antwort.- Dass ich Anklage gegen Antonio Ledezma, María Corina Machado, Leopoldo López oder Álvaro Uribe erhebe. Mit Uribe hatten sie eine Besessenheit. Und ich war das fehlende Teil in ihrem wahnsinnigen Narrativ: Kolumbien, die Paramilitärs, die Opposition Venezuelas, die Amerikaner. Etwas ähnliches ist Joshua Holt widerfahren, einem amerikanischen Mormon, mit dem ich im ,,El Helicoide” zusammentraf.Er wurde allein deshalb festgenommen, weil er ein Catire -hellhäutig und blond- mit blauen Augen ist. Der Feind Yankie… Damit unterstrichen sie ihre Geschichte.
 
Frage.- Nach zweieinhalb Jahren in ,,La Tumba”, wurden Sie in  den ,,Helicoide” überführt.   

Antwort.- Der Wechsel war nicht leicht. Ich war an Stille und Einsamkeit gewöhnt. Der Helicoide bedeutete Lärm, Schmutz, Überfüllung, Verkommenheit. Politische Gefangene und Oppositionelle wurden mit korrupten Verhafteten und 200 gewöhnlich Gefangenen vermischt. Ich wurde krank.   

Frage.- Wie ist ,,El Helicoide”?   

Antwort.- ,,El Helicoide” ist der pure Ausdruck eines Mafia-Staates. Dort regiert die Nötigung, vor allem die wirtschaftliche. Auf einem Niveau, das man sich nicht ausmalen kann. Es gibt Gefangene, die 200.000 Dollar als Gegenleistung für eine bessere Zelle gezahlt haben. Ihre Familien haben sich verschuldet, ihre Kinder und Enkel. Und dann gibt es dort die Korrupten, die echten und die mutmaßlichen. Der SEBIN (Geheimpolizei) weiß, dass Fulano Geld hat. Sie geben eine Akte auf, die eine strafbare Handlung simuliert, genau wie bei den politisch Gefangenen. Sie kidnappen ihn. Sie sperren ihn ein. Sie foltern ihn. Fulanos Familie kann nirgends eine Anzeige aufgeben. Natürlich nicht, es ist ja dieselbe Polizei, die ihn gefangen hält. Und dann sagen sie zu ihm: ,,Komm schon, Fulano, zahl so und so viel.” Und Fulano zahlt.   

Frage.- Dabei nennen sie es den ,,Krieg gegen die Korruption”.   

Antwort.- Es ist die schlimmste Art von Korruption. Und sie ist endemisch. Für die Regierung hat dies zwei Vorteile. In einer vollkommen zerstörten Wirtschaft ermöglicht es ihr, seine richterlichen Funktionäre zu bezahlen. Gleichzeitig garantiert es, dass diese vehement treu bleiben. Sollte sich irgendeiner dieser Funktionäre dazu entscheiden, das Richtige zu tun, reicht es, sie an ihren Werdegang zu erinnern, damit sie in das Pferch der Kriminalität heimkehren. So funktioniert das Terrorsystem in Venezuela. Und deshalb konnte ich es mir nicht erlauben, auch nur die geringste Schwäche zu zeigen.    

Frage.- Haben andere dies getan?   

Antwort.- Ich habe Männer niederknien gesehen,damit sie sie schlagen. Und das Schlimmste -das Schrecklichste und Erschütterndste- ich habe Männer gesehen, die nichts gegen das Leiden der anderen getan haben. Ich habe Gefangene gesehen, die drei Tage an ein Gitter gebunden waren. Gekreuzigt. Und andere Gefangene, die an ihnen vorbeigingen, als wäre nichts. Ich habe Inhaftierte gesehen,die sich angeboten haben, um andere zu misshandeln, in dem Glauben, dass sie so selbst davon verschont blieben. Natürlich war das nicht der Fall. Auch diese wurde geschädigt. Sogar noch schlimmer. Denn niemand, weder die Mitgefangenen noch seine Kameraden, vertraute ihm mehr. Es ist so krank, so tragisch: Das menschliche Wesen in seinem elementarsten und miserabelsten Zustand zu sehen. Wie der Jude, der den anderen Juden in die Gaskammer führt. Das hat der Chavismo erreicht. Die niederträchtigste Entmenschlichung.   

Frage.- Ich weiß nicht, was ich sagen soll.    

Antwort.- Dann lassen Sie mich es sagen. Man gewöhnt sich an die Schläge, die Unterwerfung, die Folter. Aber das Schlimmste ist, dass andere sich daran gewöhnen, geschlagen, unterworfen und gefoltert zu werden. Es ist wie bei einem Elefantenbaby, das mit einer Kette und einem Nagel am Boden festgehalten wird. Und der Elefant wächst und wird immens groß, doch er bleibt, wo er ist, angekettet. Er weiß nicht, dass er die Kraft hat, um die Kette mit einer einzigen Bewegung zu zerbrechen. So ist der Mensch. Er ist das beste Haustier. Im ,,Helicoide” behandeln sie Gefangene schlechter als Hunde und werden dabei von den meisten unterstützt.     

Frage.- Haben Sie sich je unterworfen?   

Antwort.- Ja. Ein mal habe ich geschwiegen. Und es war der schlimmste Tag meines Aufenthaltes im Gefängnis. Meines Lebens. Eines Morgens wachte ich auf und hörte den Schrei eines Mannes, der um Gnade flehte. Und dann einen stumpfen Schlag. Und noch einen. Und gleichzeitig das Grinsen des Folterers. Ich ging zu den Gittern meiner Zelle. Niemand sagte etwas. Ich habe mich geekelt. Ich rief den Wärter, zitternd vor Angst. Er kam. Mit einer absoluten Natürlichkeit. Er hatte Schweißperlen auf seiner Stirn. Er keuchte. Mit einem Lächeln im Gesicht. Er fragte mich freundlich: ,,Wie geht es dir, Lorent? Was brauchst du?” Ich versank. Die Schweißperlen, sein aufgeregter Atem von so vielen Schlägen,und dieses Lächeln…Es war ein Funktionär,von dem ich nie geglaubt hätte,dass er zu so etwas fähig wäre. Anders als die Anderen. Wie konnte er zu einem so grausam und zu mir so freundlich sein? Wie soll man so etwas verarbeiten? Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich ging tiefer in meine Zelle zurück und versank wie ein Hund am Boden. Diese Nacht mussten sie mich dopen. Ich habe die Zelle zerstört. Ich habe gegen die Wand geschlagen. Ich habe alles kaputt gemacht. Nie wieder blieb ich still. Aber ich vergebe mir nicht, an diesem Tag geschwiegen zu haben. Es war ein Verrat. Diesem Mann gegenüber. Mir selbst gegenüber. Wegen mir.

Frage.- Sie haben auch etwas gelernt.    

Antwort.- Viele Male, um sich zu verteidigen, haben die Funktionäre gesagt: ,,Die, die wir geschlagen haben, sind gewöhnliche Gefangene, Verbrecher.” Und selbst wenn sie es wären, dann was? Als ob die Tatsache, dass eine Person ein Krimineller ist, dir das Recht gibt, unmenschlich zu handeln. Jedoch: Ist Foltern menschlich? Denken Sie nach… Ich dachte früher, es sei es nicht. Aber vielleicht habe ich mich geirrt. Der Mensch ist kein edler Wilder. Rousseau lag falsch. Der Sozialismus und der Kommunismus natürlich auch, klar. Übrigens, warum ist der Nationalsozialismus verboten, der Kommunismus aber nicht? Haben Sie jemals darüber nachgedacht?

Frage.- Sehr oft… Sie spielten die Hauptrolle, als es im  ,,Helicoide” zum Aufstand kam.     

Antwort.- Ja, ich weiß, dass die Bilder um die Welt gingen. Der Aufstand war kommen zu sehen. Es war die Aneinanderreihung vieler Faktoren: Die Nötigungen, die Folterungen, die Entführung von Minderjährigen…. Jungs im Alter von 16 Jahren, in einer Zelle aufeinandergedrängt. Ich habe das nicht ausgehalten. Der ,,Helicoide” ist explodiert. Und es kam zudem, was ich vor kurzem erwähnt habe: Die Metapher mit dem Elefantenbaby. Der Mensch hat eine unglaubliche Kraft, er weiß es nur nicht. Wir haben alle Gitter aus diesem verdammten Ort gerissen. Wir beschlagnahmten alle Sicherheitskameras. Ich habe die drei Vorhängeschlösser meiner Zelle mit meinen eigenen Händen durchbrochen. Die Funktionäre haben das gesehen und sind abgehauen. An diesem Tag haben sie zu spüren bekommen, dass auch sie bluten, selbst wenn sie nicht einen Kratzer abbekommen haben. An diesem Tag haben sie gemerkt, dass dort Menschen waren, keine Insekten. Das gleiche passiert mit der Gesellschaft.

Frage.- Nach dem Aufstand wurden drei Mitglieder der Gruppe  freigelassen. Sie nicht.     

Antwort.- Ich musste die ganze Bestrafung des Aufstandes auf mich nehmen und das war extrem schwer. Ich sah, wie all meine Kameraden freigelassen wurden, Aktivisten und politische Gefangene. Verabschieden sich zwei Menschen durch Gitterstäbe hindurch, teilt sich die menschliche Wärme durch die Kälte des Stahls. Es ist nicht leicht, nein. Wenn du die Hand loslässt und alleine zurückbleibst… Du fasst dir an den Kopf, du wartest auf die Peitsche des Hurrikans und zugleich denkst du: Warum er und ich nicht, obwohl ich mehr Recht habe, obwohl ich länger hier bin? Und du fühlst dich miserabel, so zu denken. Und du kommst zu dem Schluss, dass Gott nicht existiert, oder das es ihm egal ist. Und du verstehst, dass es nur einen Ausweg gibt,um das Kommende auszuhalten: Jede Hoffnung, frei zu werden, zu töten.

Frage.- Wie haben Sie das gemacht?    

Antwort.- Ich habe alles aufgegeben. Selbst das Wichtigste von allem, die Liebe zur Familie. Ich bin liberal, konservativ und katholisch. Doch in dieser Zeit gab es zwei Dinge, die mir besonders geholfen haben. Ich habe den Buddhismus als Form der Loslösung studiert. Ich begann, Diskurse von Pepe Mujica (Ex-Präsident von Uruguay) zu lesen. Mandela ist der Bezug zu jedem Gefangenen, doch seine Zeit und seine Umstände sind mir fremd. Mujica hingegen war 13 Jahre lang eingesperrt in einem Gefängnis, dessen Name ausgerechnet ,,La Tumba” ist. Das Lesen seiner Texte war wie das Lesen meiner eigenen Gedanken. Insbesondere ein Satz von ihm, den ich zu meinem eigenen mache: ,,Ich habe entdeckt, wie laut die Ameise schreit.” Gemeint ist der Wert der Besinnung​. ​Das Wahrnehmen von kleinsten Details als Art des Überlebens.
 
Frage.- Sie wurden wenige Tage nach dem kuriosen Mord des Stadtrates Fernando Albán freigelassen, der aus dem zehnten Stock an der Plaza Venezuela fiel. Glauben Sie, er wurde ermordet?   

Antwort.- Ich vermute, dass er bereits tot aus dem Fenster geworfen wurde, auch wenn es auf das Gleiche hinauskommt, wenn er selbst gesprungen wäre. So oder so wäre er ein direktes Opfer der Diktatur. Ich war selbst in diesem 10. Stock, am selben Fenster. Ich kenne die Hoffnungslosigkeit, die einen zum Springen verleiten kann.   

Frage.- Warum wurden Sie freigelassen?    

Antwort.- Es wurde viel über die Motive spekuliert. Es wurde sogar gesagt, dass ich dank des spanischen Ex-Präsidenten Zapatero freigelassen wurde. Das stimmt nicht. Zapatero hatte nichts mit meiner Freilassung zu tun. Ich bin aufgrund einer Anreihung von Faktoren frei.An erster Stelle steht der Kampf meiner Mutter. Hinzu kommt der Druck der Medien, als nicht einmal die Politiker über meinen Fall reden wollten. Die Arbeit meiner Anwälte. Die Unterstützung des Europäischen Parlaments,das mir im vergangenen Jahr den Sacharow-Preis verliehen hat. Das Schwächeln des Regimen selbst. Und die Hilfe vieler Länder, darunter Spanien.

Frage.- Sind sie nicht nachtragend?   

Antwort.- Nein. Rache ist nur eine andere Form der Dienerschaft.  Außerdem steht meine Zelle nicht leer. In den Gefängnissen der Chavista werden noch immer viele unschuldige Personen festgehalten, für die wir  kämpfen müssen. Und dann haben wir ein Land zu rekonstruieren.      

Frage.- Wie soll das gehen?   

Antwort.- Die Venezolaner fühlen sich zerschlagen. Ich werde ihnen nicht, wie es manche tun, sagen: ,,Wir haben es fast geschafft, es fehlt nicht mehr viel.”. Weder fehlt nicht mehr viel, noch wird es leicht werden. Es ist und wird schwer sein. Und: So muss es sein. Seit wir klein sind wird uns gelehrt, dass man Dinge, die etwas wert sind, nicht ohne Kraft und Mühe erhalten kann. Das, wofür wir kämpfen, ist es wert. Es ist sogar das Wertvollste, das wir haben. Es ist die Demokratie und die Freiheit.

Frage.- Was ist Venezuela heute?   

Antwort.- Es ist ein terroristischer Staat. Definitiv. Das Maduro-Regime hält sich durch Panik,durch Gewalt und Hunger. Hunger ist nicht bloß eine Konsequenz einer schlechten Regierung. Es ist eine der effektivsten Strategien: Die Strategie der Unterwerfung. Das Regime muss demnach das venezolanische Volk in seinen Bann ziehen, denn es ist nicht mehr fähig, es noch von sich zu überzeugen. Wie es das macht? Indem es sich die Noblesse und die tiefe Berufung der Demokratie zu Nutze macht. So habe ich es Präsident Sánchez erklärt.    

Frage.- Was war seine Antwort?    

Antwort.- Ich sagte zu ihm: ,,Sehen Sie, Herr Präsident: Ich komme aus der radikalsten Linie der Opposition und niemals wurde die Idee eines gewalttätigen Kampfes toleriert. Wenn dies je eine Erwägung gewesen wäre, würde die Hälfte der chavistischen Politiker bereits unter der Erde begraben liegen. Millionen von Venezolanern haben sogar das Exil bevorzugt, anstatt eine Konfrontation herbeizuführen. Das Volk ist friedsam. Wer wirklich Terrorist ist, ist die Regierung.

Frage.- Und was hat er Ihnen geantwortet?   

Antwort.- Er meinte, dass er diese Auffassung teilt.     

Frage.- Um was konkret haben Sie ihn gebeten?   

Antwort.- Ich habe nachdrücklich auf der Dringlichkeit der Sanktionen beharrt. Es ist falsch, wie Zapatero gesagt hat, dass die Sanktionen dem Volk Schaden zufügen. Im Gegenteil. Das Volk wäre dankbar, wenn die Folterer eine Strafe erhalten. Aber wir müssen auch über die Dinge in Venezuela und deren Opfer hinausschauen. Wie kann es sein, dass wir Kriminelle mit diesem Kaliber nicht sanktionieren? Welche Nachricht vermitteln wir der Welt dadurch? Dass maximale Grausamkeit maximal Straffreiheit bedeutet. Ich habe Präsident Sánchez noch einen weiteren Denkanstoß gegeben: Es ist nicht die venezolanische Opposition, die die Kapitulation des Regimes fordern sollte. Das sollten Spanien und die weiteren demokratischen Staaten der Welt übernehmen. Sie sind es, die sagen müssen: ,,Bis hier hin. Und nicht weiter. Basta”.

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  1. 1
    Peter Hager

    Man sollten diesen Text zur Pflichtlektüre für alle Linksromantiker und Kubatouristen machen und solche die es werden wollen.

  2. 2
    caratinga

    Das schlmmste ist der Egoismus, Habgier, Machtgeilheit der Menschheit egal links oder rechts.
    Links oder Rechts kann man mit Maffia Strukturen vergleichen, wer im Weg steht wird beseitigt.
    Was haben wir doch für eine arme Gesellschaft, traurig traurig.
    Schmarotzertum!!!!!!!!!!!!!!!!

  3. 3
    Carlos

    Das “ Nobelkomite“sollte diesen Bericht zugesannt bekommen und über Friedensnobelpreisträger nachdenken, vieleicht kann man einem „Friedensfreund“ wie dem Menschenfreund Santos den Preis vor der Weltöffentlichkeit wieder aberkennen.

    • 3.1
      Peter Hager

      Warum Santos den Preis aberkennen? Er hat ihn doch redlich verdient! Denn der Friedensnobelpreis ist in meinen Augen seit Jahrzehnten zu einer tödlichen Beleidigung verkommen. Natürlich nicht alle, aber zu viele Empfänger waren korrupte Halunken, z.T. mit dem Blut anderer an den Händen, als daß ein anständiger Mensch ihn noch guten Gewissens annehmen könnte.

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