Hilfsgüter für Venezuela gestoppt: 25 Tote an der Grenze zu Brasilien – Update

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An der Seite von Kolumbiens Präsident Ivan Duque, dem chilenischen Staatschef Sebastián Piñera und Paraguays Präsident Mario Abdó teilte Guaidó mit, dass ihm das Militär beim Überqueren der Grenze geholfen habe (Fotos: SebastianPiñera/Presidente)
Datum: 23. Februar 2019
Uhrzeit: 08:14 Uhr
Leserecho: 27 Kommentare
Autor: Redaktion
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Der gestrige Freitag (22.) hat im südamerikanischen Land Venezuela einen Showdown eingeläutet. An der Grenzbrücke Tienditas zwischen Kolumbien und Venezuela hatten sich Gegner und Anhänger der De-facto-Regierung von Nicolás Maduro am Abend einen musikalischen Schlagabtausch geliefert, der eindeutig zu Gunsten der Organisatoren des Mega-Konzerts „Venezuela Aid Live“ ausging. Rund 300.000 Zuschauer verfolgten nach Angaben der Organisatoren das Benefizkonzert um Spenden für humanitäre Hilfe, an der vom Regime organisierten Veranstaltung „Hände weg von Venezuela“ nahmen keine 5.000 Menschen teil. In Venezuela selbst wurden die Signale mehrerer Fernsehsender immer wieder blockiert, das Internet teilweise abgeschaltet. Am Konzert „Venezuela Aid Live“ nahm auch Interimspräsident Juan Guaidó teil, der Venezuela wegen „laufender Ermittlungsverfahren“ eigentlich nicht hätte verlassen dürfen.

An der Seite von Kolumbiens Präsident Ivan Duque, dem chilenischen Staatschef Sebastián Piñera und Paraguays Präsident Mario Abdó teilte Guaidó mit, dass ihm das Militär beim Überqueren der Grenze geholfen habe. Am Samstag (23.) ist der von Guaidó angekündigte Termin für die Einreise von humanitärer Hilfe und das venezolanische Regime hat an der Grenze zu Kolumbien und Brasilien die militärische Alarmbereitschaft ausgelöst. An den Hilfslieferungen könnte sich der Konflikt entscheiden. Gelingt es Guaidó tatsächlich, Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel nach Venezuela zu schaffen und an die notleidende Bevölkerung zu verteilen, wäre das ein Coup. Gehen die Soldaten allerdings mit Gewalt gegen die Freiwilligen vor, könnte es zu einem Blutvergießen kommen.

Wenige Stunden vor dem geplanten Vorhaben gab Delcy Rodríguez die vorübergehende Schließung der Grenzbrücken Simón Bolívar, Santander und Unión bekannt. Die Entscheidung erhöht die Spannung an der Grenze noch zusätzlich.

Update

Laut Angaben der kolumbianischen Migrationsbehörde haben heute morgen drei Mitglieder der venezolanischen Nationalgarde ihren Posten verlassen und dadurch den Weg für Hilfslieferungen frei gemacht. In der Grenzstadt Urea gibt es Proteste gegen das Militär, Einwohner wurden mit Tränengas beschossen. Kolumbianische Medien berichten von Angriffen auf das Militär. Brasilianische Nichtregierungsorganisationen geben bekannt, dass Venezolaner „vor den Augen des Militärs“ die Grenze passieren und Hilfsgüter empfangen.

Die Hilfsaktion für Venezuela ist vorerst gescheitert, die Transporte wurden zurückbeordert. Maduro hatte die Grenzübergänge zu Kolumbien schließen lassen und bricht die diplomatischen Beziehungen zum Nachbarland ab. Interimspräsident Guaidó wandze sich per Twitter an die Weltgemeinschaft und rief sie dazu auf, „alle Optionen offen zuhalten“. Washington kündigte „Maßnahmen“ zur Unterstützung der Demokratie in Venezuela an.

Die brasilianische Regierung spricht von der „kriminellen Natur des venezolanischen Regimes. Der Bürgermeister der Grenzstadt Santa Elena, Emilio González, erhöht die Zahl der Todesfälle aufgrund der Auseinandersetzungen auf 25. Die Zahl der Verwundeten an der Grenze zu Kolumbien wird mit 285 angegeben. Laut Präsident Iván Duque sind 156 Uniformierte nach Kolumbien desertiert. Nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen ist das Personal in 13 Konsulaten bereits nach Bogotá zurückgekehrt.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    noesfacil

    Ich weis nicht und will nicht hoffen, das die ganze Sache eher im Sande verläuft und im sprichwörtlichen Dreck versackt.
    Irgendwie fällt es mir täglich schwerer an das vielbeschworene showdown zu glauben

    • 1.1
      Matthias Gysin

      Es wäre zu schön wenn das wahr würde worauf wir 20 Jahre gewartet haben. Ich habe bereits gewettet, dass ich morgen um drei „Maduro goño de tu Madre“ dreimal auf dem Balkon rufen werde in der Schweiz. Egal was die Nachbarn sagen und ob ich in die grüne Zelle komme ;). Glauben wir daran … und ich wecke die Nachbarn !

      • 1.1.1
        noesfacil

        Ich werde das Gleiche hier in Deutschland/Berlin tun.
        Und ein Flasche Cacique aufmachen, Sie werden das Echo bis in die Schweiz hören.
        Komme gerade von der pro Venezuela Demo vom Alexanderplatz.
        Schätze so um die 100 Ciuadadanos waren in der Kälte da.
        Vive Venezuela libre, que viva, carajo!

      • alguien

        Es wäre wohl besser, die Wirtschaftssanktionen aufzuheben, diesem an sich ja sehr reichen Land einen normalen Zugang zu den Finanzmärkten und somit zu Krediten zu gewähren und den Außenhandel wiederzubeleben. Dann bräuchte es keine Hilfslieferungen.

      • 1.1.2
        noesfacil

        Auch den neuen Venezolanischen, von Juan Guaidó eingesetzten Botschafter für Deutschland haben wir kennengelernt.
        Alles noch ziemlich improvisiert, ab es geht wenigstens ein bisschen voran.

      • 1.1.3
        noesfacil

        Der mir zumindest bekannt Nachrichtenlage nach zu urteilen, Fazit:
        Schlimm,
        Schlimmer,
        Am Schlimmsten,
        Venezuela!
        Wann hat dieser Albtraum endlich ein Ende?

      • 1.1.4
        noesfacil

        @alguien:
        Ganz sicher wäre das besser, aber nicht so lange wie die Maduro- Clique noch an der Macht ist!
        Sind Sie sich sicher, dass Sie verstehen, was Sie das vorschlagen?

  2. 2
    Matthias Gysin

    Wir sehen soeben im Fernsehen dass eine Kolonne aus Cucuta nach Tachira durchgekommen ist. Der vorderste Camion wird von Juan Guiado gelenkt. Mitglieder der Nationalgarde haben ihre Panzer verlassen und stehen lassen. Ebenso hat ein Tross Pakaraima verlassen und die ist in Santa Elena de Uairen (Dpt. Bolivar) eingetroffen. Auch dort keine Gegenwehr durch die Garde.

  3. 3
    Matthias Gysin

    Was ist die Nationalgarde für eine Gottverdammte Saubande .. schiesst Tränengas auf 4 Camions mit Leute Kindern, Frauen und Kolumbianische Polizisten an der Brücke Santander (eine Person Tod), Dutzende Verletzte. Nur der Galgen ist für Euch zu schön. Schaut auf https://www.youtube.com/watch?v=lmHpY_H_8pk&fbclid=IwAR3KESrj0N57-D3Pju4c5e9NbjdzvANUch8zsRe0Zmdm6eRKhRS8YndLNxc (bitte Link freischalten)

  4. 4
    Simone

    Einfach wunderbar ! Ich hoffe, dass es friedlich weiter in die richtige Richtung geht !

    • 4.1
      Matthias

      Es geht so .. Vier Camiones versuchten die Brücke bei Santander zu überqueren. Die Nationalgarde hat Tränengasbomben auf die Camions direkt geschossen. Sicher 2 Tote und Dutzende Verletzte darunter Frauen, Kinder aber auch kolumbianische Polizisten vom Geleitschutzt. Drei Camions wurden gekappert von der PNB und abgefackelt (komplett ausgebrannt) der vierte konnte gerettet werden. Macht doch ein LiveTicker …

      • 4.1.1
        noesfacil

        PNB,…… diese elenden, miesen, dummen Penner!
        lassen sich von den coño de sus madres in Caracas für diese Schweinerei gegen die eigenen Leute instrumentalisieren.
        (disculpe) jetzt fange sich auch schon an mit dem Rumgegifte!

  5. 5
    Matthias Gysin

    Soeben hat Maduro gesprochen. Die Kolumbianer in Venezuela haben 24h Zeit das Land zu verlassen. Ob es nur die Diplomaten sind oder alle liess er offen. Die diplomatischen Beziehungen hat er soeben abgebrochen.

    • 5.1
      noesfacil

      Na, das ist ja noch eine weitere gute und weiterführende Idee!
      So wird das bestimmt was.
      Das der Typ in Miraflores nicht alle Latten am Zaun hat, war ja ohnehin schon klar.

      • 5.1.1
        Matthias

        Ich habe ihm zugehört .. und bin unschlüssig was die Pflanzen im Keller im Miraflores .. was zum Rauchen oder Pilze .. aber chronisch hohe Dosis ist schon notwendig …

  6. 6
    Matthias Gysin

    Soeben war in den Nachrichten, dass John Bolton im Auftrag von Donald Trump seine Reise nach Vietnam und Südkorea abgebrochen hat auch nach Cucuta kommt, um sich selbst ein Bild zu machen. Jetzt wird die Luft langsam dünn für Maduro.

  7. 7
    Torsten

    Hoffentlich geht die Luft ganz aus für Maduro.

    • 7.1
      noesfacil

      Hoffentlich nicht nur die Luft sondern gleich auch das Licht!

  8. 8
    Mark

    da kann kommen wer will nach Cucuta, das ist Maduro doch völlig Latte, das wird noch ne zähe Sache werden in Venezuela, es ist schon ein Unding das Mexiko und Bolivien hinter Maduro stehen, genau wie Italien sich nicht zu Guaido bekennen will.
    Warum schickt DE keine Hilfsgüter, warum werden die Hilfsgüter die an den Grenzen warten nicht mit Flugzeugen abgeworfen damit das Militär merkt, es passiert etwas auf militärischer Linie, ohne dem wird es eh nichts mit dem Regimwechsel.

    • 8.1
      Bono

      DE hat 5MIL. Euro bereit gestellt!

  9. 9
    Mark

    5MiL., na super und damit hat DE seine humanitäre Pflicht erfüllt, möcht net wissen wo die gelandet sind!

  10. 10
    Matthias Gysin

    Heute Morgen war im Radio Seefunk (den ich immer noch gerne höre) die Nachricht, dass Mike Pence sowie der Verteidigungsminister der USA sich mit Guiado treffen begleitet von mehreren US Generälen des Joint Chiefs of Staff (Oberkommandierende der US Streitkräfte). Guaido hat immer betont, dass er eine US Intervention als ultima ratio betrachte aber durchaus als möglich. Das ist auch das Agreement, dass er mit Trump hat. Die USA greifen nur auf seine Bitte ein. Letzte Nacht haben Trump und Guaido dies erörtert. Möglich dass Maduro den Miraflores mit den Füssen voraus in den nächsten Tagen verlässt. Denn einen Bin Laden in Peschwar zu erledigen, dürfte im Vergleich dazu ein Kinderspiel sein. Eine gutgelenkte Boden-Luft Rakete abgeschossen aus einem U-Boot vor der Küste Venezuela auf den Miraflores wird den Spuk beenden.

  11. 11
    noesfacil

    Ich habe nicht das Geringste dagegen, wenn Maduro genau dieses Schicksal ereilt, aber:
    1.) hängt da noch dessen riesige Kamarilla mit dran
    und
    2.) ist es nicht so einfach, in keinerlei Beziehung, wie wir dies gerne hätten,……
    Leider oder Gott sei Dank, je nach Blickwinkel.

  12. 12
    Mark

    Venezuela/ner und Demokratie , ich werf mich weg, nehmen wir mal an, Maduro geht ins Exil und es werden neue Wahlen durchgeführt, damit der Staat wieder auf die Beine kommt , müssen Steuergelder fließen, ich stell mir grad vor, das der Spritpreis im Durchschnitt von Südamerika bei 50 Eurocent liegen könnte, auweia, dann ist die nächste Katastrophe schon vorprogrammiert.

  13. 13
    Mathias Gysin

    Die kolumbianischen Behörden werden eine Liste der Ladungen der drei ausgebrannten Sattelschlepper im Internet publizieren, welche von der venezolanische Nationalgarde (esos bendejos cubanos) mit Benzin übergossen und angezündet haben. Es war Material v.a. Spitäler darunter 8 tonnen Insulin, Schmerzmittel, Antibiotika, Medikamente für Dialyse etc. Abgepackt und Deklariert als Hilfsgüter nach den normen des IKRK und der UNO.

  14. 14
    Erwin Eintopf

    Auch wenn man gehofft hat, dass es einigermaßen friedlich bleibt, müsste doch jedem hier klar sein, dass Maduro und Genossen nicht freiwillig gehen werden. Sie werden alles verlieren und auf Kuba wird sich die Lage wirtschaftlich wesentlich verschlechtern.
    Wenn dem einfachen Volk mal klar wäre, was diese Banditen dem Land alles geklaut haben, dann würden sie den Miraflores erstürmen und die Bande direkt aufhängen.

    Von meiner Seite würde ich es begrüßen, wenn ein Verbund der südamerikanischen Staaten Venezuela befreit. Allein schon deswegen, um den ganzen Linken kein Futter zu geben, dass die Amerikaner sich bereichern wollen. Aber im Endeffekt bleibt es wohl wieder an den Amis hängen.

    @noesfacil
    Wissen Sie, ob sich unter dem neuen Botschafter etwas an dem Passverfahren geändert hat oder ändern wird?
    Bei meiner Frau ist vor einiger Zeit der Pass abgelaufen und ich sollte der Verbrecherbande meine Kreditkartendaten geben, damit sie 200 USD für einen Aufkleber abbuchen können, der 1 Jahr Gültigkeit hat. Das war uns natürlich zu blöde, und meine Frau will nun die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen. Unter normalen Konditionen würden wir aber auch noch mal den Pass verlängern lassen. Für eine Antwort bedanke ich moch vorab!

    • 14.1
      noesfacil

      Glückwunsch und Danke für Ihren brillanten Kommentar- Analyse.
      Der „neue Botschafter“ ist ein reiner Interims- Botschafter, ohne jedwede Befugnisse -bisher-, der kann gar nichts machen.
      Da ich das Gleiche „Problem“ wie Ihre werte Fr. Gemahlin habe, werde ich hier in Berlin recherchieren, was die Venez. Botschaft zu dem Thema zu sagen hat.
      Sehr gerne werde ich Ihnen mit den Informationen und selbstverständlich weiterhelfen. Ich denke aber, das gehört nicht hierher. Wie können wir in Kontakt bleiben?

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