Venezuela weist deutschen Botschafter aus: Interview mit Juan Guaidó – Update

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Der deutsche Diplomat hatte vor einigen Tagen Interimspräsident Guaidó am Flughafen in Empfang genommen (Foto: Archiv)
Datum: 06. März 2019
Uhrzeit: 17:27 Uhr
Leserecho: 12 Kommentare
Autor: Redaktion
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Venezuelas Regierung hat den deutschen Botschafter wegen wiederholter Unterstützung der Opposition zur unerwünschten Person erklärt und weist ihn aus. Daniel Martín Kriener hat sich demnach in die inneren Angelegenheiten des südamerikanischen Landes eingemischt und muss Venezuela binnen 48 Stunden verlassen. „Die bolivarianische Republik Venezuela macht die Entscheidung bekannt, wegen des wiederholten Eingriffs in die inneren Angelegenheiten des Landes dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Daniel Martín Kriener, zur Persona non grata zu erklären“, so das Außenministerium eine Aussage.

Eine entsprechende Stellungnahme veröffentlichte zudem Außenminister Jorge Arreaza auf Twitter. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte den Vorgang, derzeit werde das weitere Vorgehen auch vor Ort mit den Partnern Deutschlands abgestimmt, erklärte eine Sprecherin.

Update:

Außenminister Maas erklärte heute (06.03) zur Lage in Venezuela:

„Wir haben die Entscheidung, Botschafter Kriener zur „persona non grata“ zu erklären, zur Kenntnis genommen. Ich habe entschieden, unseren Botschafter zu Konsultationen zurück nach Hause zu rufen. Das ist eine unverständliche Entscheidung, die die Lage verschärft und nicht zur Entspannung beiträgt. Unsere, die europäische Unterstützung für Juan Guaidó ist ungebrochen. Botschafter Kriener leistet in Caracas, auch gerade in den letzten Tagen, hervorragende Arbeit“.

Update, 7. März

Interimspräsident Guaidó kritisiert Links-Diktator Maduro für die Ausweisung des deutschen Botschafters – sie stelle eine Drohung gegen Berlin dar. Im Interview mit dem „Spiegel“ spricht er über nötige Konsequenzen.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    noesfacil

    Ein Deutscher aufrechter Staatsbürger und anständiger Mensch und zudem noch Botschafter, welcher nicht vor
    diesem Maduro- Narco- Gangster- Putschisten und Verbrecherpack kuscht und, wie man in Venezuela sagt, „cojones“ hat.
    Ohne Rückendeckung aus dem hiesigen AA wäre das bestimmt nicht möglich gewesen, meinen erneuten, allergrößten Respekt, wir bekommen hier in Deutschland endlich wieder mal ein AA mit Rückrat. Scheint ja doch noch was an positiven Wandel zu gehen hier bei uns in Deutschland.
    Maduro (leider doch nur Cuba- Kaderschmieden- Busfahrer- Niveau, dabei haben die da auf Cuba wirklich brillant- intelligente Leute mit Weitblick) begreift´s einfach nicht, auch derartig infantile- populistische Aktionen führen höchstens zu noch mehr und weiterer Ablehnung und halten nichts auf, sh. u.a. 1989/DDR.
    Aber es grölt und pöbelt sich so was schön ordinär- populistisch, in bester Chavez- Manier am Samstag für die leider überwiegend niveaulosen Anhänger vom Balkon in Miraflores.
    Este gobierno se va a caer, vamos bien, porque vamos todos! Si se puede, si se puede, si se puede!!!
    noesfacil

  2. 2
    noesfacil

    Mit der Ausweisung des deutschen Botschafters erreicht Maduro nichts.
    Doch, er gibt seinen Anhängern -da die sich auf dem gleichen „Level“ befinden, das nötige „Futter“ und den erforderlichen, klassenkämpferisch- revolutionären Unterbau.
    Die Venezolaner auf dem Maduro- PSUV- Level stehen auf derartigen Aktionismus, das ist machismo pur!
    Hat unter Chavez funktioniert und funktioniert „noch“ unter Maduro.
    noesfacil

  3. 3
    Torsten

    Ich bedanke mich hiermit, bei Mass, Merkel und
    Kriener.

    Saludos

  4. 4
    Karl-Heinz

    Volltreffer Herr Maas,
    Maduro hat aufgeheult, weil der Schlag gesessen hat. Alle Register ziehen und den Unsinn mit Maduro endlich in die Endphase schicken.

    Saludos

    https://www.bing.com/videos/search?q=marius+m%c3%bcller-westernhagen+freiheit&&view=detail&mid=7FFE4A730C9B94E21DEF7FFE4A730C9B94E21DEF&&FORM=VRDGAR

  5. 5
    Peter Hager

    Meine Frau befand sich in der Botschaft, als die Nachricht kam. Somit war auch ich sehr schnell informiert, und ich habe mich spontan gefreut, über diesen erneuten dummdreisten Fehler von Maduro. Mitarbeiter zweier Botschaften anderer Länder, die mit dem Gleichen rechnen müssen, weil auch Ihre Botschafter am Montag Guaió in Maiquetia empfangen haben, erklärten im privaten Telefonat, man würde gelassen abwarten. Keiner rechnete mit einem Einknicken Deutschlands. Niemals hätte auch ich mit einer so peinlichen Fehlentscheidung der Bundesregierung gerechnet. Unserem Botschafter, der sich bislang vorbildlich und mutig verhalten hat, so in den Rücken zu fallen und ihn zurück zu rufen, ist eine erbärmliche Schande für unser Land und stößt bei Venezolanern wie Ausländern auf Entsetzen, Unverständnis und Verachtung. Der U.S. Aussenminister hatte in der gleichen Lage verlauten lassen, daß Maduro ein Ex-Präsident sei, ohne politisches Mandat, ohne Amt oder Weisungsbefugnis, demnach seien dessen Worte belanglos und die U.S Diplomaten blieben, um diplomatische Beziehungen zu Präsident Guaidó zu pflegen. Was ist Deutschland für ein Verbündeter und Partner, wenn es sich nicht gleichermassen standhaft zeigt, sondern beim geringsten Aufmucken eines kleinen Diktators den Schwanz einzieht? Selbst der unsägliche Erdogan weiß dieses unwürdige Verhalten Berlin’s zu seinem Vorteil zu nutzen und lacht unsere Regierung öffentlich aus!

    Ich fühle mich verraten und verkauft und bin diesmal richtig wütend. Meine Familie und Freunde sind wie vor den Kopf geschlagen. Wie soll ich jetzt noch einem Venezolaner ins Gesicht schauen? ENTSPANNUNG braucht und will hier kein Mensch, sondern schnellstmöglichen Schluß mit dem Maruro Regime. Die Feigheit aus Berlin ist ein gewaltiger Schritt zurück und ein Etappen-Sieg für Maduro sowie für die gesamte nationale und internationale linke Pest.

    • 5.1
      noesfacil

      @Peter Hager/oder Martin Bauer:
      Sie haben, nebst Ihrer Familie ein wirklich beneidenswert- begnadetes Talent, offenbar immer zum „richtigen Zeitpunkt“ am richtigen Fleck zu sein,….. wow! [Es muss sich der Eindruck der Wichtigtuerei aufdrängen].
      Zunächst in Maiquetia bei der Ankunft der gedungenen, russischen Killerkomandos aus der Ukraine- bekannt, wo Sie noch nach eigenem Bekunden „zur Seite springen mussten“, um nicht auf dem schönen Gruppenfoto zu landen. Jetzt Ihre (Venezolanische Frau in der Deutschen Botschaft in CCS), ts,ts,ts…..
      Nun sind Sie ganz schnell wieder richtig wütend und von einem klug und umsichtig agierenden Deutschen AM verraten und verkauft worden, klar. Was hat der AM denn gemacht, er hat seinem Botschafter Rückendeckung für die aus meiner Sicht richtige und notwendige Abholung, als Solidaritäsbekundung von Guaidó gegeben. Nun hat er diplomatisch- clever den Botschafter zu „Konsultationen“ zurückberufen, er hat Ihn eben nicht abberufen um damit der illegitimen Maduro- Ausweisung Kotau zu geben und steht damit auf Internat.- diplomatischen Parkett ziemlich gut da, da alle f. Deutschland möglichen Optionen aufgrund der Konsultationen auch u.U, im Rahmen von geeigneten EU- Reaktionen offen sind. Man könnte z.B. den Venezolanischen Botschafter hier in Berlin zur nun unerwünschten Person erklären, oder alle Venezolanischen Botschafter in der EU, oder, oder, oder?
      Ich weis nicht was Sie für „angebliche Venez. Freunde“ haben, welchen Sie nun nicht mehr ins Gesicht schauen können. Sind das die im Stile der ultrarechts- faschistoiden Exil- Cubaner der calle ocho/little havanna/Miami- Marco Rubio Anhänger? Na dann herzl. Glückwunsch!
      Wass hätte der Deutsche AM denn machen sollen? Zu Reaktionen wie denjenigen der USA fehlt Deutschland die Macht und die Möglichkeiten, ganz davon abgesehen fehlt eigentlich bisher allen Beteiligten die völkerrechtliche Kompetenz;- so ärgerlich das auch sein mag. Hätte der AM vielleicht mit der Deutschen Luftwaffe, o.ä. drohen sollen.
      Nein, Herr Hager/Bauer, warten Sie´s ab, werden Sie, auch wenn´s schwerfällt nicht ungeduldig, wobei auch dies eigentl. nicht Ihre originäre Sache ist, denn Sie sind Ausländer, mit verständlichen Interessen in Venezuela. Die Tage der Maduro- Gangsterbande sind so oder so gezählt, die Frage ist nur noch wie lange und wie blutig es wird, daran hat aber Deutschland insgesamt nur sehr wenig Anteil.
      noesfacil

  6. 6
    noesfacil

    Ich bin jedenfalls, im Namen meiner Venezolanischen Gemeinde hier in Berlin, überaus dankbar für die in dieser Sache bisher gezeigten Haltung mit Rückrat, welche ich so weder der aktuellen BR, noch dem Hr. Maas als AM, in irgend einer Weise zugetraut hätte.
    Wir Venezolaner werden diese Form der bisherigen Solidarität ganz bestimmt nicht vergessen.
    Eben genau so wenig wie wir das abscheulich- zutiefst menschenverachtende und interventionistische Verhalten der hiesigen LINKEN, namentlich zuvorderst der Fr. Heike Hänsel und deren Claqueuren vergessen werden und seinen gebührenden Wiederhall bei passender Gelegenheit noch erfahren wird.
    noesfacil

  7. 7
    Der Bettler

    soweit ich richtig gelesen habe,wurde unser botschafter nur zur befragung über die situation in venezuela zurückbeordert,und soll ganz schnell wieder zurück.bin jetzt auch schon wieder fast 1/2 jahr hier auf der isla,und die lage kann man kaum beschreiben,das muß man selbst miterleben.völkermord im großen stile ohne krieg.keine medizinische versorgung,keine medikamente,wochenlang kein sauberes wasser von hydro caribe, bis zu 6 stunden stromausfall alle 2 tage in unserem stadtteil,preise für lebensmittel und toilettenartikel die deutschland zu einen billigland deklarieren.ja so sieht es aus.

    • 7.1
      Peter Hager

      „…wurde unser Botschafter nur zur Befragung über die Situation in Venezuela zurückbeordert,…“
      Schon richtig! Das ist die offizielle Begründung und gleichzeitig ein Akt des Protestes. Doch befragen kann man den Botschafter auch, wenn er sich in Ccs aufhält. Ich meine, vor dem Zurückbeordern hätte man die von Maduro gesetzte Frist verstreichen lassen sollen, um klar zu machen, daß man dessen illegales Geschwalle ignoriert. Den Rückruf innerhalb der von Maduro gesetzten Frist zu veranlassen, halte ich für ganz schlimm. Die Botschaft hätte Maduro wohl ebensowenig stürmen lassen, wie er es hätte wagen können, den Botschafter außerhalb zu verhaften.
      „…und soll ganz schnell wieder zurück.“ – Das möchte ich sehen, als persona non grata! Wenn das wirklich zeitnah durchgesetzt wird, bin ich wieder beruhigt und zufrieden.

      • 7.1.1
        noesfacil

        [Doch befragen kann man den Botschafter auch, wenn er sich in Ccs aufhält. Ich meine, vor dem Zurückbeordern hätte man die von Maduro gesetzte Frist verstreichen lassen sollen, um klar zu machen, daß man dessen illegales Geschwafel ignoriert].

        Dem ist, durchaus etwas abzugewinnen und zuzustimmen, allerdings würde so etwas die Situation weiter eskalieren lassen, was mich auch nicht stört, aber Deutschland hat dem sonst weiter nichts (wie die USA z.B.) an wirksamen Drohungen entgegen zu setzen. Daher denke ich immer noch, dass der augenblickliche Schritt klüger ist.
        Ich stimme Ihnen auch zu:
        [„…und soll ganz schnell wieder zurück.“ – Das möchte ich sehen, als persona non grata!]
        das wird extrem schwer, ich weis nicht, mit welchem Druckmittel das geschehen könnte.
        Aber vielleicht kann ja diesmal Juan Guaidó mit Entourage nach Maiquetia fahren und den Deutschen Botschafter Kriener in Empfang nehmen, :-)))
        noesfacil

  8. 8
    noesfacil

    [.bin jetzt auch schon wieder fast 1/2 jahr hier auf der isla,]
    Ich frage mich immer wieder, was Sie und andere für eine Motivation antreibt, außer u.U. familiäre Bindungen, sich dort noch „freiwillig“ aufzuhalten?
    Sie haben vermutlich die Chance und vor allem das Recht, jederzeit nach Deutschland zu ziehen, warum tun Sie sich das an?
    Ihre Familie können Sie doch auch mitnehmen.
    In Venezuela und auch auf der „isla“ werden sich die Zustände auf absehbare Zeit nicht verbessern, selbst wenn das Maduro- Regime fällt, was ebenfalls, zwar erhofft wird für mich derzeit nicht absehbar erscheint. Selbst wenn das Mduro- Regime fällt, heißt das doch noch gar nicht, dass dann schlagartig, über Nacht alles wieder gut ist. Es wird nach meiner Kenntnis mind. 10-15 Jahre, zzgl einer unglaublichen Disziplin erforderlich machen, das marode Land, die marode Industrie und Infrastruktur wieder aufzubauen. Zudem müssen die Mauern und der Hass in den Köpfen der Leute weg;- wie lange mag das wohl dauern?
    Venezuela hat fertig, dank über 15 Jahren klassenkämpferisch- revolutionär- pseudo sozialistischer „Mistwirtschaft“, Stümperei und grenzenloser Korruption und Diebstahl.
    Gehen Sie zurück nach Deutschland, dann brauchen Sie sich über die örtlichen Missstände nicht mehr aufzuregen, was auch Ihre Gesundheit schont.
    noesfacil

  9. 9
    Galgo

    Was vernünftigeres als neofacil ´s Ansichten habe ich hier in dem ganzen Forum noch nicht gehört.
    Alles zutreffend und richtig analysiert, chapo! Aber auch wieder lustig die anderen „Ansichten und Meinungen“ vor allem die von M. Bauer zu lesen, da kann man sich gut amüsieren. Ich glaube dieser Herr Hager / Bauer existiert nicht, ist alles promotion des Portalbetreibers?
    Zum Schluss noch, bin zwar kein Freund der SPD, aber in diesem Fall hat Herr Maas richtig, umsichtig und clever gehandelt, in Kürze kommt ein neuer Botschafter, wahrscheinlich nicht der gleiche , dann eben ein „Neuer“? Viel Spaß noch beim um sich schlagen und vertragt euch wieder !

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