Venezuela: Nationalversammlung erklärt nationalen Alarmzustand

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Interimspräsident Juan Guaidó hat den nationalen Alarmzustand für zunächst dreißig Tage erklärt (Foto: Guaidó)
Datum: 12. März 2019
Uhrzeit: 07:16 Uhr
Leserecho: 10 Kommentare
Autor: Redaktion
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In weiten Teilen Venezuelas gibt es seit mehr als einhundert Stunden keinen Strom. Interimspräsident Juan Guaidó hat den nationalen Alarmzustand für zunächst dreißig Tage erklärt und bat um internationale Zusammenarbeit, um die Lieferung von venezolanischem Öl nach Kuba zu stoppen. Die Abgeordneten der vom Volk gewählten Nationalversammlung hatten das Dekret zuvor einstimmig gebilligt. „Innerhalb von vier Tagen sind wir einhundert Jahre zurückgefallen und alles deutet darauf hin, dass sich die Lage wegen der Korruption, der Gleichgültigkeit und der Ineffizienz des unrechtmäßigen Regimes noch verschärfen wird. Unser Land braucht dringend Öl, das dieses kriminelle Regime nach Kuba schickt. Wir haben keine weiteren Öltransporte nach Kuba angeordnet und werden dafür sorgen, dass diese Lieferungen gestoppt werden“, so Guaidó. Kuba ist einer der wichtigsten Verbündeten des venezolanischen Regimes, täglich werden rund 100.000 Barrel Öl zu Vorzugspreisen geliefert.

Inzwischen verschärft sich die Lage, zusätzlich gibt es Probleme mit der Wasserversorgung. Verzweifelte Menschen schöpfen Wasser aus natürlichen Quellen wie Bächen und Flüssen, Einheiten der Polizei und des Militärs sind angesichts des Massenandrangs überfordert. Die USA ziehen nun ihre letzten noch in Venezuela verbliebenen Botschaftsmitarbeiter ab. Bereits im Januar hatte Washington beschlossen, angesichts der sich zuspitzenden Krise alle nicht dringend benötigten US-Diplomaten aus dem südamerikanischen Land abzuziehen.

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  1. 1
    Matthias Gysin

    Ich meinte, dass morgen 13.3. ein Treffen von Duques, Bolsonaro, Guaido und Trump in Washington geplant ist. Bin aber nicht sicher. Ich meinte es irgendwo gelesen zu haben. Gibt es dazu Infos ?

  2. 2
    noesfacil

    @redaktion: auch Danke f. den Link.
    Ich kann mir nur gerade nicht vorstellen, wie Juan Guaidó, unter den gegebenen Umständen nochmals unbehelligt aus Venezuela ausreisen und nach dem Treffen ebenso unbehelligt wieder einreisen soll.
    noesfacil

    • 2.1
      Mathias Gysin

      Ehrlich gestanden hatte ich schon den Herzkasper das letzte Mal. Hoffentlich geht das gut. Ich vermute, dass Guiado im Militär doch mehr Freunde hat als wir denken, die sich vielleicht aus strategischen Gründen noch nicht outen. Aber je länger ich diesem Schlamassel zuschaue komme ich zur Ansicht, dass das Problem militärisch gelöst wird. Seitens Russland oder China oder gar den Araber ?? Da ist keine Schtulle Brot in Richtung Venezuela unterwegs. Das ist wenn man sich die „Falschen“ Freunde sucht. Nur gute Frage – wie viele Jahrzehnte wird Venezuela den USA dafür Reparationen bezahlen müssen. Da reichen 20 Jahre kaum.

      • 2.1.1
        noesfacil

        Ja, sieht nach ziemlichem Mist auf ganzer Linie aus!
        Mir scheint auch die Talsohle der Abwärtsspirale (l e i d e r) immer noch nicht erreicht.
        Eines ist aber ebenfalls sicher, so kann es und darf es unmöglich weitergehen!
        Vamos bien, porque vamos todos!
        Si se puede!
        noesfacil

  3. 3
    Matthias Gysin

    Tarek William Saab Generalstaatsanwalt hat eine Untersuchung gegen Guiado wegen Sabotage am Stromnetz eingeleitet. Ich vermute das mit der Ausreise wird bald schwierig, ohne militärischen Eingriff.

  4. 4
    Peter Hager

    Und wieder 24h ohne Internet, aber wenigstens mit Strom!

    Viele Sicherheitsbeamte spielen doppeltes Spiel. Privat wie auf der Strasse verkünden Polizeieinheiten lauthals, sich an der Repression gegen das eigene Volk nicht mehr zu beteiligen. 30 Minuten später schiessen sie mit scharfer 9mm Munition auf Demonstranten und unbeteiligte Passanten, hier vor unserer Haustür, und trinken danach schamlos 200m weiter auf der Strasse das Bier einer Licoreria leer. – Laut sozialen Medien soll es in anderen Regionen auch heute wieder Tote gegeben haben.

    Gestern abend habe ich ausnahmsweise mal Maduro bei seiner „Ansprache“ im Fernsehen beobachtet. Der Typ ist unübertünchbar physisch und mental am Ende, faselt völlig wirres Zeug, sich im Thema immer und immer wieder im Kreise drehend, schnauft wie ein krankes Nilpferd, wischt sich ständig den Panikschweiß von der Stirn. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen so verzweifelten „Politiker“ gesehen und gehört zu haben.

    Die Taktik der schnellen, kleinen Schritte der Opposition in Kooperation mit Marco Rubio erscheint mir, als betroffener Beobachter ohne Insiderinformationen, noch immer zielführend und erfolgreich zu sein. Das Ziel ist ganz offensichtlich, der Bevölkerung außerhalb Venezuelas genügend Rechtfertigung für eine Akzeptanz einer militärischen Intervention zu liefern. Selbst in den USA glauben nicht allzuviele daran, in Europa ist die große Mehrheit strikt dagegen. Das muß sich ändern. Hier in Venezuela gibt es praktisch niemanden mehr, außer den Maduristen, die nicht den Tag herbei sehnen, an dem die ersten amerikanischen Cruise Missiles ihr Werk verrichten. Selbst die unzählige Leute aus den Barrios und viele, die bis vor kurzem noch hinter Maduro standen. Sie alle sindn davon überzeugt, das es dazu keine Alternative gibt, auf dem Weg zur Freiheit. Wie das Ganze ausgeht, liegt leider Gottes vor allem in den Händen Trumps. bei dem gedanken kann einem richtig schlecht werden.

    Wie ich von Kontakten aus dem „Osten“ hörte, verlagern die Russen mit größter Anstrengung den Abtransport von Gold und geraubtem Vermögen auf kleine Privattransporte, die für die kommenden Wochen verstärkt geplant sind, solange noch was geht. Erneut wurde die Ansicht bekräftigt, daß man sich zurückziehen will, bevor US EInheiten kommen.

    Leider kann ich hier nur noch sporadisch schreiben, wenn es Strom- und Internetversorgung erlauben, oder vielleicht bald gar nicht mehr. Wohl nicht jeder hier wird traurig darüber sein. Wat dem een sin uhl ist dem andern sin nachtigall!

    • 4.1
      Matthias Gysin

      Hallo Peter
      Vielen Dank für die Infos. Wir hören seit Tagen aus Barquisimeto nix ausser, dass es nix hat. Meine Verwandten ersten grades sind vor einem Jahr nach Chile geflüchtet aber Gotten und Verwandten sind alle noch dort. Ich bin überzeugt, dass sich das Volk „Müdedemonstriert“ hat und nicht mehr mag. Guiado muss SCHNELL eine Lösung finden. Wir haben von hier aus der Assamblea laufend gelauscht aber irgendwie Eier in den Hosen hat dort auch keiner. Ich zähle nicht auf wie im Live Chat der Artikel 187 Abs 11 genannt wurde zur Autorisierung eines Einmarsches ausländischen Militärs. Vermutlich kommt das, aber erst wenn im Hintergrund wenn es eine Allianz gibt. Einen Alleingang der USA halte ich aktuell für kaum realistisch. Eine Deklaration von 187 / 11 ohne effektives Handeln im Hintergrund ist der Selbstmord des Parlamentes. Dann werden sich wohl alle in Sebins Händen finden. Ich würde gut Deutsch sagen Sch.. auf der ganzen Linie und ohne Licht im Tunnel.

      • 4.1.1
        Peter Hager

        Wir selber waren bis zum Montag Morgen völlig abgeschnitten, ohne zu wissen, ob die Amis vielleicht schon im Land sind oder Kuba im Meer versunken ist. Über 83 Stunden absolut kein Draht zu allem, was man nicht selbst mit Augen und Ohren wahrnehmen konnte und keine Möglichkeit, sich mit nur wenigen Kilometer entfernt wohnenden Familienmitgliedern auszutauschen. – Das ist eine interessante Erfahrung, auf deren Wiederholung ich gerne verzichte. – Nach wenigen Stunden war das Internet wieder weg. Aber jetzt funktioniert es solala…

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