Chaos: Über fünfzig Stunden kein Strom in Venezuela – Update

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Mehrere Städte in Venezuela, darunter große Teile von Caracas, sind auch am Dienstag (26.) ohne Strom (Foto: Twitter)
Datum: 26. März 2019
Uhrzeit: 18:49 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Mehrere Städte in Venezuela, darunter große Teile von Caracas, sind auch am Dienstag (26.) ohne Strom. Der neuerliche „Blackout“ zwang das Regime erneut dazu, Arbeit und Bildungsaktivitäten für diesen Tag einzustellen. Nach Angaben der De-facto-Regierung soll ein Sabotage-Akt auf den größten Wasserkraftkomplex in Venezuela, der fast 70% der Energie des Landes liefert, für den Stromausfall verantwortlich sein.

Mit seiner Leistung von bis zu 8,85 GW und einer jährlichen Produktion von rund 40 TWh Strom hatte das Kraftwerk am Guri-Damm zu den größten Wasserkraftwerken der Erde gezählt. Rein rechnerisch könnte es allein mehr als ein Drittel des nationalen Stromverbrauchs decken. Aufgrund der anhaltenden Desinvestitionen im Elektrizitätssystem, den der ehemalige Präsident Hugo Chávez 2007 verstaatlicht hat, ist die Infrastruktur zusammengebrochen und nicht mehr voll funktionsfähig. Zudem wird das Areal um den Guri-Stausee seit dem letzten Stromausfall massiv vom Militär bewacht, ein Sabotage-Akt dürfte nach Meinung der leidgeprüften Bevölkerung lediglich eine weitere Ausrede des Regimes sein.

Brasilien wirft Venezuela vor, gegen einen Stromliefervertrag an Roraima verstoßen zu haben. Seit dem 7. März liefert Venezuela keinen vertraglich zugesicherten Strom an den brasilianischen Bundesstaat. Brasília hat bereits mit dem Bau einer Übertragungsleitung begonnen, die den an der Grenze zu Venezuela liegenden Bundesstaat mit dem nationalen Stromnetz verbindet. Caracas Sabotage-Gerüchte bezeichnete der brasilianische Minister für Bergbau und Energie, Bento Albuquerque, als lachhaft.

Update, 27. März

An diesem Mittwoch um 05:00 Uhr Ortszeit gab es einen neuen Stromausfall, der einen großen Teil von Caracas und mehrere Bundesstaaten des Landes betrifft. Nutzer von sozialen Netzwerken haben den „Blackout“ gemeldet (Anzoátegui, Apure, Aragua, Barinas, Carabobo, Cojedes Dto Capital Falcón, Guárico, Lara Mérida, Miranda, Monagas, Nva Esparta, Portuguesa, Sucre, Táchira, Trujillo, Vargas, Yaracuy)

Update, 28. März

Venezuela hat den Stromausfall von 50 Stunden überschritten. Millionen von Haushalten haben immer noch keinen Strom oder Wasser, ebenfalls keinen Zugang zu Telefon oder Internet. US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch die Frau von Interimspräsident Juan Guaidó empfangen und während der Gespräche Russland aufgefordert, unverzüglich sein Militär aus Venezuela abzuziehen.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Peter Hager

    Das „Abziehen des russischen Militärs“ halte ich nicht für so vordringlich. Die sollten besser Enden, wie ihre Kollegen, die in Tschetschenien eigefallen sind. Vor allem ihr unverschämter Generalmayor muß nicht unbedingt nach Russland zurück kehren. – Der Kreml hat noch viel zu lernen. Leider fehlt es an geeigneten Lehrern.

  2. 2
    miguel-ito

    DAS‌ Wasserkraftwerk ist bereits seit Jahrzehnten marode! Ergo ist der Kollaps nur ein weiteres, absehbares Beispiel des Versagens des Regimes! Das an Erdöl reichste Lande dieser Welt ist noch nicht einmal in der Lage, diesen Rohstoff zu raffinieren! Versagen oder Unwille auf höchster Ebene! Hauptsache der elitären Gesellschaft geht es gut! Ein wunderschönes Land geht “ den Bach runter“ und der Rest der Welt sieht „fast“ tatenlos zu!!!! Mierde !!!

    • 2.1
      Carlos

      leiuder haben Sie mehr als Recht!

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