Das Rauchen – Teil der südamerikanischen Kultur

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Neben Kuba hat die Zigarre auch in Brasilien eine große Tradition (Foto: Bruno Kons Silva/Pexels)
Datum: 27. Juni 2019
Uhrzeit: 22:25 Uhr
Ressorts: Leserberichte
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Autor: Redaktion
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Die südamerikanische Lebensart, bei der der Genuss einen großen Stellenwert hat, ist weltweit einzigartig. Musik und Tanz gehören genauso dazu wie das Essen oder auch das Rauchen. Letzteres ist dort nicht nur eine Erscheinung der Moderne, sondern tief in der Kultur verankert. Der Tabak, der seine Ursprünge auf dem südamerikanischen Kontinent hat, wurde schon in der präkolumbianischen Zeit kultiviert und von unterschiedlichen Volksgruppen genutzt.

Die Tradition des Tabaks

Die Nutzung des Tabaks hat sich aber im Laufe der Zeit stark verändert. Ursprünglich war er weniger ein Genussmittel, sondern wurde primär zu rituellen Zwecken geraucht. Zu dieser Zeit nutzten manche Schamanen den Tabak auch zum Kauen, Schnupfen, Essen oder als Salbe. Stand seine bewusstseinsverändernde Wirkung im Vordergrund, wurden die Tabakblätter meist ausgekocht und der so entstehende Sud getrunken.

Von dieser ursprünglichen Nutzung ist heute in Südamerika, wie auch von den ursprünglichen Kulturen, nicht mehr viel übrig. Sie wurde von den Spaniern und Portugiesen als heidnisch verdammt, verfolgt und schließlich ausgerottet. Der Tabak und sein Anbau haben dieses Vorgehen aber überstanden, nicht zuletzt auch, weil auch die neuen Kolonialherren sich für das Kraut begeisterten.

Viele Kulturen in Südamerika entdeckten durch die Kolonialisierung die Zigarren. Insbesondere in Brasilien wurden diese Teil der Kultur. Dies resultiert auch in qualitativ hochwertigen Produkten, die außerhalb von Europa im Schatten der kubanischen Produktion zu verschwinden drohen, doch bei Kennern äußerst beliebt sind.

In Südamerika wurde die Zigarre ab der Mitte des 20. Jahrhunderts immer mehr von der Zigarette verdrängt. Sie galt als westlich-cool und passte viel besser als die Zigarre zums chneller werdenden Lebensstil, der sich auch hier ausbreitete. Immer mehr Zigarettenmarken entstanden, die um die Gunst der Konsumenten kämpften.

Der Siegeszug der elektrischen Zigarette

In den letzten Jahren hat sich in Südamerika eine weitere Tabak-Revolution abgespielt. Viele Raucher sind nämlich von den herkömmlichen Zigaretten auf elektrische Modelle umgestiegen. Marktführer ist hier JoyeTech, dessen Produkt in Zwischenzeit in allen Großstädten und auch in immer mehr Dörfern zu finden sind.

Anders als im Rest der Welt steigen in Südamerika die meisten Raucher nicht wegen der gesundheitlichen Vorteile auf elektrische Zigaretten um. Gründe für den Umstieg ist wieder die Imitation des westlichen Lebensstils. Oft geht es aber auch um den Geschmack. Die elektrischen Zigaretten können nämlich mit Liquids mit unterschiedlichen Aromen befüllt werden und passen sie sich so den geschmacklichen Vorlieben des Rauchers an.

Auch wenn sie den Platz der südamerikanischen Zigarren wohl nie ganz einnehmen werden, stellen die elektrischen Zigaretten in Südamerika eine ernsthafte Bedrohung für die klassischen Zigaretten dar. Schon heute ist der Zigarrengenuss nämlich stark rückläufig. Sollte der Trend anhalten, droht die Zigarre auf dem Kontinent fast gänzlich zu verschwinden.

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