Tausende Goldgräber dringen in Yanomami-Gebiet ein

wald

Eine der vielen illegalen Goldminen auf dem Land der Yanomami (Foto: FUNAI)
Datum: 02. Juli 2019
Uhrzeit: 10:36 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation „Survival International“ sind bis zu 10.000 Goldsucher in das Land der Yanomami im Norden Brasiliens eingedrungen. Sie haben demnach Malaria in der Region verbreitet und viele der Flüsse mit Quecksilber belastet. Die meisten Yanomami haben Kontakt mit Außenstehen. Es ist jedoch bekannt, dass mindestens eine unkontaktierte Yanomami-Gruppe in der betroffenen Region lebt – und die Behörden haben Hinweise auf bis zu sechs weitere unkontaktierte Gemeinschaften. Lokale indigene Sprecher*innen sehen in dem massiven Zuwachs von Goldsuchern die Ursache für den Tod von bereits vier Kindern. Yanomami haben berichtet, dass die Bergleute Siedlungen und Landebahnen bauen – ermutigt durch Präsident Bolsonaros Unterstützung von Eindringlingen und ständigen Angriffen auf die indigene Bevölkerung.

Einige Schürfstätten sind nur wenige Kilometer von unkontaktierten Yanomami-Dörfern entfernt. Der Yanomami-Verein Hutukara schätzt die Zahl der Bergleute auf bis zu 10.000. Hutukara berichtet auch von Bedrohungen für Fische und Wildtiere, auf die sie für ihren Lebensunterhalt angewiesen sind. Die Yanomami fordern von der Regierung, die Goldsucher auszuweisen. Anfang dieses Jahres führten brasilianische Indigene den größten internationalen Protest für indigene Rechte an, nachdem Präsident Bolsonaro ihnen faktisch den Krieg erklärt hatte. Die 35.000 Yanomami leben auf beiden Seiten der brasilianisch-venezolanischen Grenze. 20 % der Yanomami-Bevölkerung in Brasilien starb an Krankheiten, die von Goldgräbern während eines früheren Goldrausches in den späten 1980er und frühen 90er Jahren eingeschleppt wurden.

Nach einer langen internationalen Kampagne unter der Leitung von Davi Kopenawa Yanomami, Survival und der CCPY (Pro-Yanomami-Kommission) wurde das Land der Yanomami in Brasilien 1992 schließlich als „Yanomami-Park“ rechtlich geschützt. Die Yanomami-Territorien in Brasilien und Venezuela bilden zusammen das größte bewaldete indigene Territorium der Welt. Davi Kopenawa, bekannt als „Dalai Lama des Regenwaldes“, sagte: „Vier unserer Flüsse – Uraricoera, Mucajaí, Apiaú und Alto Catrimani – sind verschmutzt. Es wird immer schlimmer, immer mehr Bergleute kommen. Sie bringen nichts [Gutes], sie bringen nur Ärger. Malaria hat hier bereits zugenommen und vier unserer Kinder getötet.“

Pressemitteilung

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2019 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    noesfacil

    „Es wird immer schlimmer, immer mehr Bergleute kommen. Sie bringen nichts [Gutes], sie bringen nur Ärger“.

    Das nennt man auch Völkermord/Genozid, etc.
    Was für ein schändliches für den Zustand der Menschheit bezeichnendes Drama;- Gier vor Minderheiten- und Umweltschutz.

    Bravo Bolsonaro, bravo! Sie werden als weiteres, leuchtendes Beispiel in die hässliche Geschichte der Menschheit eingehen, genau wie Ihr Kollege Trump, Putin, Erdogan Maduro,etc.
    noesfacil

  2. Bereits 1989 habe ich in meiner ZDF Doku Goldrausch in Amazonien den damaligen Gouverneur von Roraima Romero Juca den „geplanten Völkermordes“ beschuldigt. Jetzt sind in Brasilien wieder die Richtigen an der Macht um das fortzusetzen.

    • 2.1
      Peter Hager

      Da bin ich voll Ihrer Meinung. Nur haben die vorherigen Machthaber die Form von Völkermord genauso zugelassen, nur weitaus verlogener. Ihre „Schutzbemühungen“ waren mehr Schein als Realität. „Sozialisten“ wie sie halt nun mal sind, wenn man ihnen nicht auf die Finger haut!

      Und im Süden Venezuelas sieht es durchaus nicht besser aus. Verbrecher nicht nur aus dem eigenen Regierungslager, sondern aus Kuba, Iran, Türkei, Russland, China pflügen unwiederbringliche Naturschutzgebiete regelrecht um und machen mit jedem kurzen Prozess, der ihnen dabei zu nahe kommt. Egal ob Indigener oder nicht.

      • 2.1.1
        Bono

        Dort sind jetzt die Uhren um 500 Jahre zurück gedreht worden. Wie noesfacil es richtig beschreibt. Die Gier einiger Wenige macht den Lebensraum Anderer völlig kaputt. Außer in der Technologie ist Gold sowieso völlig unnütz, es sei denn, man brauct es als Sch…verlängerung.

      • 2.1.2
        noesfacil

        Ich sage, das Üble in dieser Welt, wohnt in einfältigen Populisten und Hetzern, denn sie treiben die Welt auseinander, statt sie versuchen zu Vereinen.

        Ich gebe zu, Letzteres ist extrem schwierig und mit manchen Zeitgenossen und Strömungen/Ideologien allerdings unmöglich, weil ihnen die Kompromissfähigkeit, i.d.R. aus pekuniären Gründen fehlt.
        noesfacil

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!