Irrsinn Venezuela: Agrarsektor am Rande des Zusammenbruchs

mais

Für spezifische Produkte wie Mais fällt die Produktion auf ein historisches Tief (Foto: fedeagro)
Datum: 10. Juli 2019
Uhrzeit: 11:57 Uhr
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Autor: Redaktion
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Im von einer Dauerkrise gebeutelten südamerikanischen Land Venezuela ist der Agrarsektor aufgrund der Verknappung von Benzin und Ersatzteilen sowie Düngemitteln technisch gelähmt und steht am Rande des Zusammenbruchs. Dies gab am Dienstag (9.) Celso Fantinel, Vizepräsident der „Confederación de Asociaciones de Productores Agropecuarios“ (Bund der Verbände der landwirtschaftlichen Erzeuger von Venezuela/FEDEAGRO) bekannt. Nach seinen Worten war die Lage noch nie so dramatisch. Insbesondere in Maisanbaugebieten wird in dieser Saison voraussichtlich nur zehn Prozent des Bedarfs für die Bevölkerung gedeckt.

„Die Nahrungsmittelproduktion wird weiter sinken. Für spezifische Produkte wie Mais fällt die Produktion auf ein historisches Tief. Durch vorübergehende Entlassungen, Mangel an Treibstoff und Ersatzteile steht der Sektor am Rande des Zusammenbruchs“, so Fantinel in einem Interview mit „Unión Radio“. Er warnte davor, dass bis 2020 im ganzen Land keine Mais-Produktion mehr stattfinden wird. Die permanenten und täglichen Stromausfälle verschärfen die Situation weiter. „In Barinas, Portuguesa, Cojedes, Yaracuy und Lara haben wir Maschinen mit Elektromotoren (…) und es gibt tägliche Stromausfälle von mindestens sechs Stunden. In einigen Sektoren dauern sie manchmal ein oder vier Tage“.

Die Produzenten leiden zusätzlich unter Maduros Irrsinnspolitik. Der Sektor wird dazu gezwungen, alle Rohstoffe in Fremdwährung zu kaufen, obwohl der Staat die Ernte in wertlosen Bolívares bezahlt, was einen großen Verlust darstellt. „Wir stehen im Grunde am Rande des Zusammenbruchs. Wir haben so etwas noch nie erlebt“, bekräftigt Fentinel. Aktuelle Daten von FEDEAGRO offenbaren den ganzen unglaublichen Irrsinn der hausgemachten Staatskrise in Venezuela: die Produzenten erhalten vom Regime in diesem Winter-Zyklus für ein Kilogramm Mais zwischen 900 und 950 Bolivares. Im vergangen Jahr haben die Produzenten mehr als tausend Bolivares benötigt, um eine Rentabilität von wenigstens dreißig Prozent zu erzielen.

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