Anhaltende Menschenrechtsverletzungen an indigenen Völkern in Paraguay

sawhoyamaxa

Während der Stroessner-Diktatur von 1954 bis 1989 erreichte der Landraub einen traurigen Höhepunkt (Foto: fian)
Datum: 08. August 2019
Uhrzeit: 09:21 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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Anlässlich des Internationalen Tags der indigenen Völker weist FIAN Deutschland auf die besorgniserregende Situation vieler indigener Gemeinschaften im paraguayischen Chaco hin, deren individuelle und kollektive Rechte, darunter das Recht auf Nahrung, systematisch verletzt werden. Der paraguayische Chaco nimmt den gesamten Westen und Norden des Landes ein. Er besteht aus den Bezirken Boquerón, Alto Paraguay und Presidente Hayes und ist der Ursprungsort verschiedener indigener Gemeinschaften. Diese semiaride Region wird seit langem für Viehzucht genutzt. Seit einigen Jahren wird sie von der Agrarwirtschaft auch als idealer Ort für den Anbau von Sojamonokulturen (meist GVO-Soja) erobert, mit gravierenden Auswirkungen auf die Umwelt und die indigenen Völker. Zwischen 2001 und 2017 wurden 4,263 Millionen Hektar Wald von einer Gesamtfläche von 22 Millionen Hektar abgeholzt. „Entwaldung, Verschmutzung von Land und Wasser, Erkrankungen durch die Verwendung von Pestiziden sowie Vertreibungen gefährden das Überleben der indigenen Gemeinschaften im Chaco, darunter die Sawohyamaxa und die Yakye Axa“, erläutert Almudena Abascal, Lateinamerika-Referentin von FIAN Deutschland.

Die Sawohyamaxa kämpfen seit Anfang der 1990er Jahre für die Rückgabe ihres traditionellen Gebiets. Obwohl der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte im März 2006 den Staat Paraguay verurteilte, innerhalb von drei Jahren 14.404 Hektar Land an die Sawhoyamaxa zurückzugeben, ist ihr Kampf um ihr Land noch nicht endgültig gewonnen. So versuchte der deutsche Großgrundbesitzer Heribert Rödel, der sich das Land der Sawhoyamaxa für eine Rinderfarm aneignete, die Rückgabe durch immer neue Prozesse zu blockieren. 2014 wurde der unrechtmäßige Besitzer Rödel schließlich enteignet und die im Urteil angeordneten Zahlungen wurden kürzlich geleistet. Allerdings stehen die Ausgabe kollektiver Landtitel sowie die Ausstellung gültiger Ausweisdokumente noch aus.

Die Yakye Axa Gemeinschaft gehört zum Volk der Enxet Sur und besteht zurzeit aus 319 Menschen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden sie von britischen Investoren von ihrem traditionellen Land vertrieben. Seit 1993 bemühen sie sich darum, ihr Land zurückzugewinnen. Die Familien siedelten sich dazu an den Grenzen ihres Landes an. 2005 hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte den Yakye Axa das Recht auf ihr Land zugesprochen. Doch bis heute hinkt die Regierung bei der Vollstreckung des Urteils hinterher. Erst 2012 erwarb der paraguayische Staat das Land für die Gemeinde, aber die 60 Familien der Yakye Axa können aufgrund des Fehlens eines Zugangswegs bis heute nicht darauf zugreifen.

FIAN Deutschland begleitet zusammen mit FIAN Paraguay und der Lokalgruppe in Hamburg sowie mit der paraguayischen Menschenrechtsorganisation Tierra Viva den Kampf der indigene Völker in Paraguay um ihre Rechte seit mehreren Jahren.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Caratinga

    Diexxx Rasse ist der Untergang der Erde, sie stellen sich über alles,
    verlassen alles in desolaten Zustand, wenn ausgebeutet und zu Geld gemacht.
    Das beste ist Trump und Bolsonaro, widerliche Personen, Radikal, Rechts.
    Sie denken sie sind der Nabel der Welt, in meinen Augen potthässlich, etwas fremdes Blut wurde gut tun. Nur die Wunden die diese Herren hinterlassen müssen andere bzw. die Weltbevölkerung ausbaden.

  2. 2
    Peter Hager

    Würde jemand sich ähnlich über irgend eine andere Rasse äußern, wäre der Teufel los. Wieso wird hier ein derart rassistischer Kommentar geduldet? – Und was an „Radikal, Rechts“ besser sein soll als an „Radikal, Links“, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

    • 2.1
      Caratiga

      Habe ich vergessen, links ist auch nicht besser, siehe Lula
      Warum ist der Kommentar rassistisch ?
      Der Wahrheit sollte man ins Auge sehen

      • 2.1.1
        Peter Hager

        „..links ist auch nicht besser..“ OK!

        „Warum ist der Kommentar rassistisch?“ – Ganz einfach weil Sie Formen des Fehlverhaltens einer bestimmten Rasse zuordnen, was ich nicht für gerechtfertigt halte. Auch wenn es die eigene sein mag, macht dies an der Äußerung nichts besser. Das von Ihnen beschriebene Fehlverhalten bestreite ich nicht. Doch kann ich nicht erkennen, daß andere ethnische Gruppen bewußt rücksichtsvoller mit dem Planeten, dessen Natur und Bewohnern umgehen, ganz wenige Naturvölker einmal ausgenommen. Die Bewohner Asiens, Afrikas, Ozeaniens, gleich welcher Rasse, sind in ihrer Mentalität und Handlungsweise um keinen Deut besser als die der Regionen, in denen die weiße Rasse dominiert. Ohne verallgemeinern zu wollen, sind sie tendenziell nach Kräften bemüht, die Rolle der Opfer mit der der Täter zu wechseln, wo immer sich ihnen die Chance dazu bietet. – Ich meine, es ist doch wohl eher die Menschheit generell, die zu Machtmissbrauch mit verheerenden Konsequenzen neigt.
        Und „häßlich“…? Ein solches Urteil kann ja nur subjektiv sein und ist auch dann nur schwer zu verallgemeinern. Ich habe schon manche bildschöne Frau gesehen, die eigentlich gar nicht „mein Typ“ war.

    • 2.2
      Caratinga

      Vom Prinzip haben sie Recht.
      Ich habe diese zwei Personen genannt, weil diese Prinzipien von beiden mit Füssen getreten werden.

      • 2.2.1
        Peter Hager

        Schön, daß wir auf einen gemeinsamen Nenner gekommen sind! Ich selber wähle manchmal aus Frust und Ärger Formulierungen, die ich mit etwas Abstand so nicht benutzt hätte. Ist menschlich.

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