Bessere Unterstützung bei der Tabakentwöhnung

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Kuba gilt zwar als Nabel der Zigarrenwelt doch auch in Brasilien wird Tabak angebaut (Foto: Adenilson Nunes/SECOM)
Datum: 29. August 2019
Uhrzeit: 08:17 Uhr
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Autor: Redaktion
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Im südamerikanischen Land Kolumbien wurde der Verkauf von einzelnen Zigaretten bereits vor Jahren verboten. Mit dieser Maßnahme war das Land an der Nordspitze Südamerikas Vorreiter in Lateinamerika und die Regelung war Teil der Umsetzung eines Gesetzes, welches bereits 2009 durch den Kongress verabschiedet wurde. Ebenfalls ist das Rauchen in geschlossenen öffentlichen Räumen seit dem Jahr 2011 untersagt, Tabakfirmen dürfen ihre Marken nicht mehr bewerben. Erst im Juli dieses Jahres wies die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem aktuellen Welt-Tabak-Bericht auf Nachholbedarf in Deutschland bei der Tabakentwöhnung von Rauchern hin. Prof. Dr. Daniel Kotz, Dr. Sabrina Kastaun und Dr. Melanie Böckmann von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie Jamie Brown und Lion Shahab vom University College London berichten aktuell über die Einstellung von Bevölkerung und Betroffenen zu Maßnahmen gegen Nikotinsucht. Die soeben online in dem Fachjournal BMJ Open veröffentlichten Ergebnisse der Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA Studie) belegen, dass die Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung dafür hoch ist.

Die Mehrheit der 2.080 Befragten (50-68 Prozent) wünscht sich eine Kostenübernahme von bewiesen wirksamen Therapien der Tabakentwöhnung und darin geschultes Gesundheitspersonal. Auch mehr als jeder zweite Raucher spricht sich dafür aus. Die DEBRA-Studie ist eine der umfangreichsten Untersuchungen rund um das Thema Rauchen in Deutschland. In Deutschland raucht immer noch etwa ein Drittel (29 Prozent) der Bevölkerung Tabak. Im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern wie Italien, dem Vereinigten Königreich und skandinavischen Ländern ist das ein hohes Niveau. Dem gegenüber steht, dass Tabakrauchen der mit Abstand wichtigste gesundheitliche Risikofaktor in Deutschland ist.

Über 80 Prozent der Raucher in Deutschland versuchen immer noch, häufig vergeblich, auf eigene Faust aufzuhören. Anhaltende Tabakentwöhnung gelingt nur dann optimal, wenn dabei Methoden verwendet werden, die bewiesenermaßen helfen, wie Nikotinersatz oder ärztliche Beratung. Ohne diese Methoden schaffen nur drei bis fünf Prozent den anhaltenden Ausstieg, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Heute erhalten in Deutschland nur vier Prozent der Raucher beim Arzt eine Kurzberatung zur Tabakentwöhnung und ein Therapieangebot.

Das liegt auch daran, dass laut Sozialbesetzbuch (SGB) bisher die medikamentöse Unterstützung der Tabakentwöhnung von der Erstattung ausgenommen ist. Solche Medikamente zählen zu den ausgeschlossenen Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln, bei deren Anwendung nur eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund stehe, so das Gesetz. „Die Daten der DEBRA-Studie zeigen, dass dieser Paragraf im SGB aus suchtmedizinischer Sicht unbedingt abgeschafft werden sollte“, sagen Daniel Kotz und Sabrina Kastaun. „Mangelnde Akzeptanz auch der Raucherinnen und Raucher stellt kein Hindernis für den Einsatz bewiesen wirksamer Maßnahmen zur Tabakentwöhnung dar. “Damit könnte Deutschland den gesundheitlichen Risikofaktor Tabakrauchen mit all seinen Folgekosten effektiver verringern. Andere europäische Länder haben das bereits geschafft.

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