Verantwortung: Deutschland für Amazonas-Schutz

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Feuer im Amazonas © Michael Dantas / WWF Brasilien
Datum: 06. September 2019
Uhrzeit: 10:44 Uhr
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Autor: Redaktion
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Angesichts der verheerenden Feuer im Amazonas fordert eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland die Bundesregierung auf, mehr Verantwortung zu übernehmen. So sagten fast 72 Prozent der Befragten, Deutschland solle den Kampf gegen die Brände stärker unterstützen. Eine noch größere Mehrheit von über 82 Prozent ist der Meinung, dass sich die Bundesregierung für verpflichtende Umweltstandards im derzeit verhandelten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten einsetzen sollte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des WWF Deutschland.

„Die Anteilnahme der Menschen in Deutschland an der Zerstörung des Amazonas ist überwältigend. Sie spiegelt das Bewusstsein darüber wider, wie wichtig der größte Regenwald der Erde für die gesamte Menschheit ist“, sagt Roberto Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF Deutschland. Die Umweltschützer sehen nun die Bundesregierung am Zug: „Merkel muss das Thema zur Chefsache machen, um Nachverhandlungen zu erreichen. Das größte Freihandelsabkommen der Welt muss verbindliche Umweltstandards festschreiben, die geeignet sind, insbesondere den brasilianischen Amazonas-Regenwald zu schützen und die genauso einklagbar sind wie Handelsvereinbarungen. Als größte Wirtschaftsnation der EU hat Deutschland hier eine besondere Verantwortung. Die Botschaft muss eindeutig sein: Wir importieren keine Waren, für die der Regenwald abgeholzt wurde.“

Die aktuellen Brände in der Amazonas-Region sind die schwersten seit Jahren. Wie das brasilianische Weltraumforschungsinstituts INPE vor wenigen Tagen mitteilte, sind allein im August fast 1.400 Quadratkilometer Wald zerstört worden. Die seit Januar verlorene Fläche summiert sich damit auf rund 5.900 Quadratkilometer. Das entspricht einem Anstieg von 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt sind bereits knapp 20 Prozent des ursprünglichen Amazonas-Regenwaldes zerstört. Wissenschaftler rechnen damit, dass der Kipp-Punkt bei spätestens 25 Prozent zerstörter Fläche erreicht ist. Ab diesem Moment könnte das Ökosystem derart gestört sein, dass der Amazonas-Regenwald seine Funktion als Klimaanlage der Erde verliert. Die Pariser Klimaziele wären damit hinfällig und die Erderhitzung nicht mehr zu stoppen.

Zur Umfrage: Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von WWF zwischen dem 27. August und 5. September bzw. dem 4. und 5. September jeweils 2.500 Personen befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 2,5 bzw. 3,5 Prozent (abhängig von der gestellten Frage, siehe Grafiken).

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