Umweltforschung der TU Bergakademie Freiberg schützt Regenwald des Amazonas

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Die Feuerkatastrophe im Amazonasgebiet bedroht die „grüne Lunge“ unserer Erde (Foto: Latinapress)
Datum: 10. September 2019
Uhrzeit: 20:41 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Feuerkatastrophe im Amazonasgebiet bedroht die „grüne Lunge“ unserer Erde. Die Wiederaufforstung könnte Jahre dauern. Bereits seit 2016 beschäftigen sich Geoökologen und Geökologinnen der TU Bergakademie Freiberg im Rahmen des Deutsch-Brasilianischen Forschungsprojekts „EcoRespira-Amazon“ mit der Landnutzung und dem Erhalt der Natur im Regenwald. Was die Technische Universität Bergakademie Freiberg dazu beitragen kann, erklärt der Prof. Jörg Matschullat: „Sicher ist, dass es bereits jetzt messbare Auswirkungen der Waldverluste im Amazonasgebiet gibt. Dies drückt sich in erhöhten Durchschnittstemperaturen, in vermindertem Jahresniederschlag, in stärkeren Extremwetterereignissen“.

„Es ist es wichtig zu verstehen, dass dieses große Biom auch eines der so genannten Kippelemente im Klimasystem unseres Planeten ist. Wir wissen, dass sich sein Zustand sehr schnell radikal verändern kann – doch wir wissen nicht, ab welchem Waldflächenverlust dies der Fall sein wird“, so Prof. Matschullat.

Erste Ergebnisse des Projekts zeigen, dass sich Bodenchemie und -physik deutlich verändern, sobald ein Wald gerodet wird. Entwaldete Flächen sind zudem viel empfindlicher gegenüber Trockenheit. „Ein Großteil der heutigen Nachnutzungspraxis ist nicht nachhaltig und wird das System mittel- bis langfristig zum Zusammenbruch führen. Auch die Bodenatmung unterscheidet sich radikal zwischen Wald- und Nachwaldflächen. Übertragen auf einen Menschen zeigen Waldflächen eine gesunde tiefe Atmung. Die Nachnutzungsflächen dagegen zeichnen sich durch eine sehr flache Atmung aus – ein klares Signal veränderter mikrobieller Lebensgemeinschaften und geringerer Widerstandskraft“, so Prof. Matschullat.

Ein Teufelskreis, denn ohne die Rodung gäbe es weder großflächige Weidewirtschaft noch den Anbau von Mais oder Soja, Hirse oder anderer Produkte im Amazonasgebiet. Die indigene Landwirtschaft, die seit Jahrtausenden in diesem Raum erfolgreich existiert, funktioniert dagegen nachhaltig – allerdings ist sie kein geeignetes Mittel, um die Mengen an landwirtschaftlichen Produkten zu liefern, die wir in Europa, Nordamerika stetig nutzen. Es erfordert also ein globales Umdenken und Wiederaufforstungskonzepte. Denn während ein Baum in wenigen Minuten gefällt ist und eine große Waldfläche in einigen Tagen, dauert es viele Jahre bis Jahrzehnte, um einen durch nicht angepasste Landwirtschaft ausgebluteten Boden wieder fruchtbar und ergiebig zu machen.

Bei ihrem nächsten Exkursion in das Amazonasgebiet wollen Prof. Matschullat und sein Team Flächen untersuchen, die regelmäßig unter Wasser stehen – immerhin macht das bis zu 25 Prozent der Fläche des Amazonasregenwaldes aus. Dafür entwickelt die TU Bergakademie Freiberg gemeinsam mit den Instituten für Sensortechnik, für Informatik und Robotik sowie für Hydrogeologie und für Thermodynamik ganz neue Messtechnik, von der sich die Forscher/innen vollkommen neue Möglichkeiten versprechen.

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