Düstere Prognose: Fünf Millionen Venezolaner auf der Flucht

flucht

Kolumbien und Brasilien sind oft die letzte Zuflucht für Venezuela-Flüchtlinge
Datum: 23. Oktober 2019
Uhrzeit: 18:38 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Seit 2015 haben nach offiziellen Angaben rund 4,5 Millionen Venezolaner ihr Heimatland verlassen. Die größte Massenflucht in der Geschichte Lateinamerikas hält an und es gibt immer mehr Notleidende, die aufgrund fehlender Ausweispapiere illegale Punkte für den Grenzübertritt nutzen. „Der Exodus der Venezolaner ist auf dem besten Weg fünf Millionen Menschen zu erreichen, während der Druck auf die Nachbarländer zunimmt. Wir müssen ihnen längerfristig mehr Unterstützung zukommen lassen“, teilten Beamte der Vereinten Nationen und der Europäischen Union am Mittwoch (23.) mit.

„Täglich verlassen rund 5.000 Menschen Venezuela. Die Zahl schwankt, weil immer mehr Länder Visa für die Flüchtlinge fordern“, erklärt Eduardo Stein, gemeinsamer Sonderbeauftragte des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen und der Internationalen Organisation für Migration venezolanischer Flüchtlinge und Migranten. Die Vereinten Nationen und die EU werden am 28. und 29. Oktober in Brüssel ein Treffen abhalten, um die Bedürfnisse hervorzuheben. „Die Erfahrung mit anderen Krisen auf der Welt zeigt, dass diejenigen, die nach Venezuela zurückkehren möchten (wenn die Krise heute politisch gelöst würde), zwei Jahre oder noch mehr brauchen würden“, so Stein auf einer Pressekonferenz.

Nach seinen Worten wird sich der regionale Plan der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe, der für dieses Jahr auf 739 Millionen US-Dollar geschätzt wird, im Jahr 2020 voraussichtlich fast verdoppeln. Die anfängliche Einstellung in den aufnehmenden Ländern Venezolaner willkommen zu heißen, hat sich nach den Vorwürfen einer Zunahme der Kriminalität, einer Sättigung des Arbeitsmarktes und Spannungen in den sozialen Diensten gewandelt.

„Es ist die schwerste und am schnellsten wachsende Flüchtlings- und Migrationskrise in der Geschichte Lateinamerikas, zumindest in der jüngeren Vergangenheit“, klagt Walter Stephens, EU-Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf. Kolumbien ist das Hauptziel der Venezolaner, etwa 1,4 Millionen Flüchtlinge hat Bogotá bereits aufgenommen.

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  1. 1
    noesfacil

    Das ist weitaus mehr als eine „düstere Prognose“, dass ist ein Drama unfassbaren Ausmaßes und ein völlig ruchloses Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ohne Beispiel in der lateinamerikanischen Geschichte, angezettelt von dummen und völlig gewissenlosen Beteiligten und Mächten aller Art und Couleur, zwecks ausschl. Machterhalt,- Machterweiterung und eigener Bereicherung.

    Aber im Gegenzug Venezuela in seiner derzeitigen „Verfassung“ und den Menschenrechtsrat der UN aufnehmen;- völlig fassungslos!!!
    Das macht keinerlei Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation und zeigt den ruchlosen Verbrechern aller Art und Couleur, dass sie offenbar auf dem „richtigen Weg“ sind.
    Widerwärtig, einfach nur zutiefst abstoßend und widerwärtig!
    noesfacil

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