Trotz Nahrungsmittelknappheit in Venezuela: Sechs Kinder „zum Wohl des Landes“

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Im Land mit den angeblich größten Erdölreserven der Welt sind Grundnahrungsmittel Mangelware, der Hunger bedroht eine ganze Generation (Foto: AlexProimos)
Datum: 04. März 2020
Uhrzeit: 15:27 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Redaktion
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In Venezuela herrscht eine eklatante Nahrungsmittelknappheit. Im Land mit den angeblich größten Erdölreserven der Welt sind Grundnahrungsmittel Mangelware, der Hunger bedroht eine ganze Generation. Besonders schlimm trifft die Nahrungsmittelknappheit die Kinder. Denn während der frühen Entwicklung – von der Empfängnis der Mutter bis zum zweiten Geburtstag des Kindes – haben Mangel- und Unterernährung besonders gravierende Folgen für die körperliche und geistige Entwicklung. Diktator Nicolás Maduro hat die Frauen des südamerikanischen Landes nun aufgefordert, sechs Kinder „zum Wohl des Landes“ zu haben. Bei einer im Fernsehen übertragenen Veranstaltung zur Förderung eines nationalen Frauen-Gesundheitsplans wies der Despot die Frauen an, „zu gebären, zu gebären“.

Die Anhänger von Interimspräsident Juan Guaidó antworteten verärgert auf „Twitter“. Manuela Bolivar, Mitglied der von der Opposition kontrollierten Nationalversammlung, sagte in einem Tweet: „Die Krankenhäuser funktionieren nicht, Impfstoffe sind knapp, Frauen können nicht stillen weil sie unterernährt sind oder Babynahrung kaufen, weil es unbezahlbar ist und das Land sieht sich aufgrund der humanitären Notlage einer erzwungenen Migration gegenüber. Maduro und alle Mitglieder seines Regimes, die das sagen, haben eine psychologische Dissoziation“.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    noesacil

    „Bei einer im Fernsehen übertragenen Veranstaltung zur Förderung eines nationalen Frauen-Gesundheitsplans wies der Despot die Frauen an, „zu gebären, zu gebären“.“

    Aus den Geschichtsbüchern weis ich,………. hört sich ja fast an, wie bei A. Hitler und seinem faschistoiden Naziregime.
    noesfacil

  2. 2
    Galgo

    Erwarte von den einigermaßen normalen Venezolanerinnen, dass sie genau dies nicht tun werden und hoffe auf die Solidarität der Männer. Wer jetzt noch freiwillig Kinder in die Welt setzt ist entweder überzeugter Chavist oder geistesgestört oder hat keinen Zugang zu Verhütungsmitteln (diesen sei verziehen!). Bin so oder so der Meinung, dass man mal die Handbremse mit dieser ewigen Vermehrung anziehen sollte, weltweit! Immer weniger Lebensraum für alle, immer weniger Anbaufläche für die Landwirtschaft und immer mehr Menschen, wie soll dies gehen?? Wächst die Erde seit Neuestem, oder was? Die Menschheit sollte sich gesundschrumpfen! Fast 8 Milliarden sind zu viel, die Hälfte wäre erstrebenswert in nächster Zukunft, wenn die Menschheit nicht komplett aussterben will durch Krieg, Hunger und Vertreibung.

    • 2.1
      Peter Hager

      „Wer jetzt noch freiwillig Kinder in die Welt setzt ist entweder überzeugter Chavist oder geistesgestört oder hat keinen Zugang zu Verhütungsmitteln (diesen sei verziehen!).“ – Ich bin da voll bei Ihnen. Aber, wären dies die häufigsten Gründe, für übereifriges Gebären, so bestünde ja noch Hoffnung für die Menschheit. Leider scheren sich all zu viele keinen Deut um Verhütung oder „Familienplanung“. Die Kinder kommen einfach „gottgewollt“. „Was soll ich denn tun? Da kann man nix machen!“ – Es ist einfach die komplette Abstinenz von Disziplin und Verantwortung. Das gibt es natürlich auch bei uns. Die Schlimmsten jedoch sind in meinen Augen solche Frauen, die mit 16 schon wissen „Ich will mal ganz viele Kinder!“ und sich dann mit Stolz und Freude als eifrige Gebärmaschinen betätigen und dann auch noch die Unverschämtheit besitzen, für ihr unverantwortliches, egozentrisches und asoziales Verhalten von der Gesellschaft Unterstützung zu erwarten. Die haben ganz gewiss eine „psychologische Dissoziation“.

      • 2.1.1
        noesfacil

        Hier nun einmal ganz Ihrer Auffassung, mit einem Zusatz;-
        Bildung, Bildung und immer wieder Bildung, sowie faire Lebensbedingungen würden bei den von Ihnen beschriebenen „Problemen“ ganz erheblich helfen.
        Dem hat aber, insbes. die katholische Kirche in Lateinamerika immer gerne, aus nicht uneigennützigen Gründen einen Rigel vorgeschoben.
        noesfacil

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