Venezuela im Zeichen der Corona-Krise

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Gläubige aus Venezuela bedanken sich bei “Kirche in Not” für die geleistete Hilfe. © Kirche in Not
Datum: 25. März 2020
Uhrzeit: 13:51 Uhr
Ressorts: Panorama, Venezuela
Leserecho: 10 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Coronavirus-Pandemie ist auch in Venezuela angekommen: Mehr als 70 Personen wurden positiv auf Covid-19 getestet. Da Corona-Tests knapp sind, liegt die Zahl der Infizierten wohl höher. Das Land schloss seine Grenzen und befindet sich seit dem 16. März unter offizieller Quarantäne. Diese Situation bringt die Bevölkerung in große Gefahr, denn die medizinische wie humanitäre Versorgung in Venezuela ist schon seit Längerem desolat.

Die venezolanische Bischofskonferenz hat ebenfalls vorbeugende Maßnahmen ergriffen: Unter anderem dürfen Priester die heilige Messe nur noch ohne Gläubige feiern. „Dies ist eine harte Zeit und eine Prüfung, aus der wir siegreich hervorgehen müssen. Glaube und Hoffnung sind das Mittel dazu. Sie müssen in unserer Nächstenliebe und Solidarität zum Ausdruck kommen. In diesen Zeiten der Gesundheitskrise müssen wir uns daran erinnern, dass der Herr in unserer Mitte ist und uns nicht im Stich lässt. Er ist der Fels, der uns rettet“, schreiben die Bischöfe in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Angst vor Hungersnot

Die leeren Straßen in Venezuela sind nicht nur ein Zeichen, dass die Quarantäne-Vorschriften befolgt werden. Sie drücken auch die ernste Sorge Menschen aus über die Folgen, die eine fortschreitende Ansteckung nach sich ziehen könnte. Doch es kommen noch andere Sorgen hinzu: Viele Menschen in Venezuela sind aufgrund der sozialen Isolierung nicht in der Lage, ihrer Arbeit nachzugehen. „Ich weiß nicht, wie lange wir die Quarantäne ertragen werden, aber wenn das Virus uns nicht tötet, werden wir an Hunger sterben“, sagte Ester Chacón, eine Straßenhändlerin.

Ein in einem der wichtigsten Krankenhäuser des Landes tätiger Arzt, der nicht namentlich genannt werden möchte, sagte dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“: „Das venezolanische Gesundheitssystem ist nicht auf die große Notlage vorbereitet, die durch steigende Corona-Infektionen hervorgerufen werden könnte. Die prekäre Situation der Krankenhäuser und der Mangel an Medikamenten sind weltweit hinlänglich bekannt.“

Eucharistie auf die Straßen getragen

Die Kirche versucht den Menschen auch in dieser Zeit nahe zu sein. Eine besondere Aktion gab es am Sonntag, 22. März in der Diözese San Cristobal, die nahe der kolumbianischen Grenze liegt: Bischof Mario Moronta hatte die über 150 Priester seiner Diözese aufgerufen, mittags die Glocken zu läuten und – unter Berücksichtigung der Quarantäne-Vorschriften – die Eucharistie vor die Türen ihrer Kirchen zu tragen, „um von dort aus die Stadt, das Land, das Nachbarland Kolumbien und die ganze Welt mit dem Allerheiligsten zu segnen und Gott zu bitten, dass er uns von dieser Pandemie befreit.“

Bischof Moronta forderte außerdem die Behörden auf, dafür zu sorgen, dass die Menschen Zugang zu Lebensmitteln, Medikamenten und medizinischer Betreuung haben, sowie dafür zu sorgen, dass es nicht an Strom, Wasser und anderen unentbehrlichen Dienstleistungen mangelt. Moronta erklärte: „Wir bitten darum, der unmoralischen Praxis einiger Menschen zu begegnen, die unter Ausnutzung des Gesundheitsnotstands die Preise unvernünftig erhöhen. Diejenigen, die so handeln, haben keine Gottesfurcht.“

„Kirche in Not“ unterstützt die Krisenarbeit der Kirche in Venezuela. Das Hilfswerk leistet Existenzhilfe für Priester und Ordensleute, die über wenig Einkommen verfügen und fördert Ausbildung, seelsorgerische Aktivitäten sowie Armenspeisungen in den Pfarrgemeinden. Auch der Betrieb von Trinkwasserbrunnen und kleine lokale Kraftwerke gehören zu den geförderten Projekten. Um weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Venezuela

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    • 1.1
      noesfacil

      Fantastisch, einfach fantastisch!
      Was für eine „entzückende“ Gesellschaft, pfui Deibel!
      (Würg!!!!)
      noesfacil

  1. 2
    Bono

    Die katholische Kirche in Deutschland besitzt 1,7 Billionen Euro und spricht hier von Kirche in Not. Da kann man nur noch kotzen.

    • 2.1
      noesfacil

      >Die katholische Kirche in Deutschland besitzt 1,7 Billionen Euro und spricht hier von Kirche in Not<

      Ist das so???
      Dann ist das "Gejammer" der Kirche in Not, ein Gejammer auf sehr hohem Niveau.
      Ich geh dann auch mal (würg) zum Kotzen.
      noesfacil

  2. 3
    Bono

    Die sollten sich mal erinnern, warum Jesus ans Kreuz genagelt wurde!

    • 3.1
      noesfacil

      Oh Yeah!
      Ein wenig „Erinnerungskultur“ wäre sicherlich auch hier hilfreich.
      noesfacil

      • 3.1.1
        Bono

        Ja die Katolische. Die Evangekalen stehen nicht minder da und das nur in Deutschland. Ziehen Sie das ruhig ins Läscherliche. Wasser predigen und Wein saufen hilft niemand.

    • 3.2
      noesfacil

      Das mit dem „ins Lächerliche ziehen“ haben Sie leider falsch verstanden;- es war von mir ausdrücklich bitter- böse, sarkastisch gemeint, comprende?!
      Ich finde es gar nicht,…… nicht im Geringsten lächerlich, sondern eher, wie schon gesagt zum K….n!
      noesfacil

      • 3.2.1
        Bono

        OK,angekommen!

      • 3.2.2
        noesfacil

        OK, wunderbar, bestens und nichts für Ungut!
        noesfacil

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