Tourismusexperten zu Corona: „Die Branche steht vor dem Kollaps“

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Trotz der weltweit ergriffenen wirtschaftlichen Sofortmaßnahmen führt der Rückgang des Passagierstroms tendenziell zu erheblichen Verlusten für den Tourismus (Foto: Latinapress)
Datum: 25. März 2020
Uhrzeit: 22:15 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die Tourismus- und Hospitalitybranche wird erschüttert vom Coronavirus. Ob Reiseveranstalter, Airlines, Hotels oder Kreuzfahrtunternehmen: Beinahe alle Akteure auf dem Markt mussten in den letzten Wochen ihre Aktivitäten weit herunterfahren oder sogar ganz einstellen. Was bedeutet das für die Tourismusindustrie und welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Auswirkungen abzudämpfen? Das untersuchen die IUBH-Professoren Prof. Dr. Andreas Thams, Tourismus- und Airlineexperte, und Prof. Dr. Nicola Zech, Expertin für Krisenmanagement in der Hotellerie, in ihrem aktuellen Whitepaper. Dies sind ihre Aussagen:

1 „Die Branche steht vor dem Kollaps“

Der plötzliche Umsatzeinbruch bewegt bereits erste Unternehmen dazu, finanzielle Unterstützung durch den Staat anzufordern. „Die aktuelle Krise wird zu einem totalen Zusammenbruch der globalen Tourismusindustrie führen,“ prognostiziert Thams. „Das Abkühlen des Marktes schon vor der COVID-Krise und die schlechte Liquidität der Branche in der Wintersaison wird für viele Akteure fatale Auswirkungen haben.“ Dies werde die Tourismusbranche stark verändern: „Viele etablierte Produkte und Geschäftsmodelle werden verschwinden, das Konsumentenverhalten im Privat- und Geschäftsreisesektor wird sich mit einer nachhaltigen Verschiebung in Richtung Online-Vertrieb drastisch verändern.“

2 „Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung der Branche müssen schnell und zielgerichtet staatliche Hilfen her“

Der Tourismus zählt weltweit zu den größten Wirtschaftszweigen – umso fataler für die Weltwirtschaft ist der aktuelle Einbruch. Thams sieht daher die öffentliche Hand in der Verantwortung schnell zu handeln: „An dieser Stelle wird es auf ein konsequentes Einschreiten der Regierung ankommen, um die schwersten Auswirkungen der Krise abzuschwächen.“ Die nötigen Maßnahmen, die staatliche Akteure jetzt ergreifen müssen, umfassen nach Meinung der Autoren folgende Bereiche:

Liquiditätshilfen in Form von Anleihen und Krediten

Steuererleichterungen, insbesondere von Transaktionssteuern für Hotels und Airlines

Schuldenschnitte

Reaktivierung der Märkte durch Zielgebietsagenturen

3 „Für Unternehmen gilt striktes Krisenmanagement“

Um die schwersten Auswirkungen der Krise langfristig abzufedern, müssen Unternehmen mit internen und externen Stakeholdern zusammenarbeiten. Neben Mitarbeitern und Gästen können auch Konkurrenten, Lieferanten oder Vertriebspartner wichtige Impulse für den Wiederaufbau liefern. Ein Ansatz, wie dieses Stakeholdermanagement in der Krisensituation aussehen kann, liefert Nicola Zech im Whitepaper. Da die Krise und die ergriffenen Maßnahmen in ihrer Auswirkung nicht exakt vorhergesehen werden können, müssen diese Maßnahmen regelmäßig angepasst werden. Anschließend muss eine Langzeitstrategie implementiert werden.

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