Goldgräber töten zwei Yanomami-Männer

indio

Überlebende des Haximu-Massakers von 1993 halten Urnen mit der Asche ihrer Verwandten. Goldschürfer töteten damals 16 Yanomami. © C Zacquini/ Survival
Datum: 30. Juni 2020
Uhrzeit: 15:16 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Zwei Männer vom indigenen Volk der Yanomami sind Berichten zufolge von Goldgräbern im Norden Brasiliens getötet worden. Ein regelrechter Goldrausch bringt derzeit Tod, Krankheit und Umweltverschmutzung für Südamerikas größtes isoliert lebendes Volk. Die Männer stammten aus der Gemeinde Xaruna nahe der venezolanischen Grenze. Die Dorfgemeinschaft liegt an einem Nebenfluss des Flusses Uraricoera, der sich im Epizentrum des Goldrauschs befindet. Ein ähnlicher Konflikt löste 1993 einen Kreislauf der Gewalt aus, der im Massaker von Haximu endete, bei dem 16 Yanomami getötet wurden. Brasilianische Gerichte erklärten das Massaker später zu einem Akt des Völkermords.

Zusätzlich zur Gewalt bringen die Bergarbeiter Covid-19 in das Gebiet der Yanomami. Mehrere Yanomami sind schon gestorben – Dutzende sind infiziert. Die Furcht vor den katastrophalen Folgen, welche die Krankheit für ihr Volk bedeuten würde, veranlasste vor wenigen Wochen mehrere Yanomami-Organisationen, darunter Hutukara, die Kampagne MinersOutCovidOut zu starten.

In einer Stellungnahme erklärte Hutukara: “Die Ermordung von zwei weiteren Yanomami durch Goldgräber sollte rigoros untersucht werden und unterstreicht die Notwendigkeit, dass der brasilianische Staat dringend handeln muss, um alle Bergarbeiter, die das Yanomami-Territorium illegal ausbeuten und die dort lebenden indigenen Gemeinden bedrängen und angreifen, sofort auszuweisen.”

“Wir fordern die zuständigen Behörden auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Goldabbau zu stoppen, der die Yanomami weiterhin das Leben kostet.“

SURVIVAL INTERNATIONAL PRESSEMELDUNG

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2020 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!