1.120 Indigene Panamazoniens an COVID-19 gestorben

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Was die venezolanischen indigenen Gemeinschaften betrifft, so stieg die Zahl der Infizierten in anderthalb Monaten von 15 auf 139 (Fotos: Funai-Fundação Nacional do Índio)
Datum: 09. August 2020
Uhrzeit: 15:35 Uhr
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Autor: Redaktion
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In vier Monaten sind 1.120 Indigene Panamazoniens an COVID-19 gestorben, 27.600 wurden infiziert und 190 indigene Völker sind von der Pandemie betroffen. Dies gab am Sonntag (9.) der Generalkoordinator der Koordinierungsstelle für indigene Organisationen des Amazonasbeckens (Coica), Gregorio Mirabal, bekannt. „Am 2. April 2020 hatten wir null Tote und null Infizierte, am 3. August haben wir 27.600 Infizierte und 1.120 Tote“, klagt Mirabal. Die von der Coica bestätigten Ansteckungsfälle deuten auf einen Anstieg von 215,09 Prozent zwischen Mitte Juni und Ende Juli hin. Am 16. Juni gab es nach Angaben der Nichtregierungsorganisation 8.733 Ureinwohner mit COVID-19 und 696 Tote. Forschungsdaten zeigen einen 63%igen Anstieg der Todesfälle.

Das panamazonische kirchliche Netzwerk (Red Eclesial Panamazónica, REPAM), ein Netzwerk mit tausend Organisationen aus dem Amazonasgebiet, meldet jedoch noch höhere Zahlen. Bis zum 16. Juni waren demnach 245.991 Infektionen und 9.889 Todesfälle bestätigt worden und bis zum 28. Juli waren 699.252 infiziert und 19.917 gestorben. Die Infektionen stiegen um 184,25 und die Todesfälle um 101,40 Prozent. Die neun Länder, die das Amazonasbecken bilden – Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Peru, Surinam und Venezuela – haben diese Zahlen nach Angaben der Organisationen erfasst.

Was die venezolanischen indigenen Gemeinschaften betrifft, so stieg die Zahl der Infizierten in anderthalb Monaten von 15 auf 139 nach Angaben der Regionalorganisation der indigenen Völker des Amazonas-Venezuela (Orpia). „In Venezuela sind vor allem der Bundesstaat Bolivar und das Delta Amacuro betroffen, aber nicht in dem Ausmaß wie in anderen Ländern. Die Pemonen und Waraos sind am stärksten betroffen“, sagt Mirabal, die Venezolanerin ist. Im Mai berichtete das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), dass 4.981 venezolanische Ureinwohner nach Brasilien eingewandert seien und die meisten von ihnen waren Warao (66%) und Pemón (30%), gefolgt von Eñepa (3%) und Kariña (1%).

Die indigene Bevölkerung dieses Gebietes, in dem neun südamerikanische Länder zusammenkommen, beträgt drei Millionen. Laut Statistiken haben sich davon 0,92% mit COVID-19 infiziert und 0,03% sind im Zusammenhang mit der Krankheit gestorben. Mit den Folgen der Pandemie sind die venezolanischen Ureinwohner sowohl im Süden des Landes als auch im Norden konfrontiert. Und was sie erleben/durchleben, überschreitet Grenzen.

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