Kuba: Schikanen und Bedrohungen sollen Kritiker zum Schweigen bringen

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Lidier Hernández Sotolongo engagiert sich für die prodemokratische Bewegung „Acciones por la Democracia“ und schreibt für Somos+, einem Blog, der für demokratischen Wandel in Kuba wirbt (Foto: Lidier Hernández Sotolongo)
Datum: 15. Oktober 2020
Uhrzeit: 13:43 Uhr
Ressorts: Kuba, Kultur & Medien
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Dem in Uruguay lebenden Blogger Lidier Hernández Sotolongo wurde nach einem Familienbesuch auf Kuba für acht Monate die Ausreise verwehrt. Laut dem kubanischen Innenministerium sei seine Teilnahme an einer Demonstration vor der kubanischen Botschaft in Uruguay Anfang 2020 ein „feindseliger Akt und Vergehen gegen das Staatsgebiet“. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisiert die Einschränkung der Reisefreiheit durch kubanische Behörden und fordert die kubanische Regierung auf, Presse- und Meinungsfreiheit sowie das Recht auf Ausreise zu gewähren.

Lidier Hernández Sotolongo engagiert sich für die prodemokratische Bewegung „Acciones por la Democracia“ und schreibt für Somos+, einem Blog, der für demokratischen Wandel in Kuba wirbt. Am 18. Januar 2020 besuchte Lidier Hernández Sotolongo seine Eltern in Cienfuegos, Kuba, seine geplante Ausreise am 15. Februar wurde ihm jedoch grundlos verwehrt. Auch wurde ihm die Rückreise mit einer von der uruguayischen Regierung organisierten Rückholaktion am 13. Juni verboten. Erst nachdem er nach Drohungen der kubanischen Sicherheitsbehörden seine Regimekritik in den sozialen Medien eingestellt hat, durfte er vier Monate später zurück nach Uruguay reisen.

Die Ausreiseverbote von denen Aktivisten, Oppositionelle und unabhängige Journalisten betroffen sind, sind eine gängige Praxis der Unterdrückung und Drangsalierung durch kubanische Sicherheitsbehörden. Ziel ist es die Regimekritiker möglichst lange von ihrem Aktivismus abzuhalten, sie zu drangsalieren und wenn möglich, mundtot zu machen. In diesem Fall traf die Schikane und Verweigerung der Ausreise sogar einen im Ausland lebenden Medienschaffenden. Seit Januar 2019 sind über 245 solcher Fälle bekannt, berichtet die IGFM.

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