Kuba: Diktatur löst friedlichen Streik gewaltsam auf

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Die Streikenden protestieren seit dem 18. November gegen die Inhaftierung des kubanischen Rappers Denis Solís (Foto: IGFM)
Datum: 27. November 2020
Uhrzeit: 11:57 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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In der Nacht vom 26. auf den 27. November wurden alle 14 Aktivisten der „San Isidro Bewegung“ unter Gewalteinsatz kubanischer Sicherheitskräfte verhaftet. Kurz vor Stürmung des Hauses wurden viele Online-Dienste in Havanna und in großen Teilen Kubas unterbrochen. Die Streikenden protestieren seit dem 18. November gegen die Inhaftierung des kubanischen Rappers Denis Solís. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt die willkürliche Festnahme und Gewaltanwendung gegen die friedlich im eigenen Hause demonstrierenden Aktivisten und fordert die europäischen Regierungen auf, das kubanische Regime zu sanktionieren. Alle Teilnehmer des Streikes wurden innerhalb weniger Stunden wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

„Die Machthaber in Havanna riskieren Tote und Friedhofsstille. Sie können weder die Kritik von Künstlern noch von einfachen Bürgern ertragen. Diese kubanische Regierung ist verantwortlich für die Verarmung der Menschen. Sie hat ein Klima der Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst geschaffen. Kritiker werden in die Selbstaufgabe, Emigration oder Hungerstreik gezwungen. Die Erstürmung des Künstlerhauses beweist erneut, dass Kuba von einer brutalen Diktatur beherrscht wird“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Falsche Ärzte, Drohungen, Internetblockade und Verhaftung

Unter dem Vorwand „Unregelmäßigkeiten“ an dem Corona-PCR-Testergebnis von Carlos Manuel Álvarez, gefunden zu haben, betraten drei Ärzte das Haus und baten Álvarez sie zu begleiten. Álvarez, Herausgeber der Zeitschrift „El Estornudo“, war wenige Tage zuvor aus den USA nach Havanna gekommen, um die Gruppe zu begleiten und hatte vor Abreise einen Corona-Test machen lassen. Nachdem der Journalist nicht zustimmte, mit den Ärzten das Haus zu verlassen, ließen diese verlauten, dass dem Journalisten damit eine Straftat vorgeworfen werden könne. Die angeblichen Ärzte konnten sich auf Nachfrage der Gruppe nicht als solche ausweisen.

Wenige Minuten später, berichteten die Professorinnen Anamelys Ramos und Omara Ruiz Urquiola per Live-Videoübertragung über den Dienst Facebook von einer zunehmenden Polizeipräsenz vor dem Haus der Gruppe in Havanna. Anschließend wurden die Dienste Facebook, Instagram und YouTube auf ganz Kuba unterbrochen, welche die Aktivisten für die Kommunikation hauptsächlich nutzen.

Die Streikenden wurden unter Einsatz grober Gewalt verhaftet. Zu den Verhafteten zählen Luis Manuel Otero Alcántara, Maykel Castillo, Iliana Hernández, Katherine Bisquet, Anamely Ramos, Esteban Rodríguez, Carlos Manuel Álvarez, Omara Ruiz Urquiola, Neobel Tamayo (Abu Duyuhana), Adrián Rubio, Jorge Luis Capote Arias, Osmani Pardo, Yasser Castellanos und Anyell Valdéz Cruz.

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  1. 1
    Max

    Genau. Vielleicht sollte man Kuba noch mehr Sanktionieren um die Zustände zu verbessern..oh Moment.

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