In Moskau misstrauen sogar Ärzte „Sputnik V“

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Seit mehr als zwei Wochen laufen in Russland Massenimpfungen mit dem Impfstoff "Sputnik V" (Foto: sputnikvaccine)
Datum: 23. Dezember 2020
Uhrzeit: 13:49 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Seit mehr als zwei Wochen laufen in Russland Massenimpfungen mit dem Impfstoff „Sputnik V“. Ginge es allein nach Wladimir Putin, müsste die Welt gerade mit einer Mischung aus Neid und Bewunderung gen Moskau blicken. Dies ist allerdings nicht der Fall, trotz bekannter Staatspropaganda zeigen in Lateinamerika lediglich „befreundeten Staaten“ wie Bolivien, Nicaragua, Kuba, Argentinien oder Venezuela Interesse an dem mutmaßlichen Immunisierer. Selbst russische Ärzte und Krankenschwestern, die an vorderster Front im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie stehen, misstrauen dem vom Gamaleja-Institut für Epidemiologie in Moskau gemeinsam mit dem russischen Verteidigungsministerium entwickelten Vakzin.

Angehörige von Gesundheitsberufen zögern, an den Impfstellen in Moskau zu erscheinen. In den ersten zwei Wochen wurden siebzig Zentren eröffnet, die allerdings kaum genutzt werden. „Vielleicht lasse ich mich in zwei Jahren impfen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bin ich noch nicht bereit, mich impfen zu lassen, da der russische Impfstoff nicht transparent ist und seine Wirksamkeit nicht nachgewiesen wurde“, erklärt Viktoria Alexandrova, eine in St. Petersburg ansässige Allgemeinmedizinerin, während eines Interviews mit dem Nachrichtennetzwerk „CNN“. In Moskau selbst wurden bisher lediglich 15.000 Menschen geimpft (nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin), die Stadt hat zwölf Millionen Einwohner.

Die Räume der Impfzentren sind leer und unter den Behörden wächst die Sorge: Die Anzahl der Dosen, die aufgrund mangelnden Interesses an einer Impfung weggeworfen werden müssen, wächst. Sobald eine Verpackung geöffnet und aufgetaut wurde – jede enthält fünf Dosen -, müssen alle verwendet werden. Das passiert nicht. Da sich keine Personen in den Zentren befinden, die geimpft werden wollen, müssen die nicht benutzten Dosen vernichtet werden. „Als ich meine Spritze bekam, tauchten nur zwei von fünf Personen auf, die sich für diese Zeit angemeldet hatten. Die anderen drei aufgetauten Impfstoffe mussten weggeworfen werden“, twitterte die der Hauptstadt lebende Journalistin Nikita Sologub.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Manuel Lopez

    In Deutschland müssten alle Linke und Afd-Latten mit der Gülle geipmpft werden.

  2. genau so ist es !!! bravo !!

  3. 3
    Big Boss

    Lass doch mal die AFD ausm Spiel und nimm lieber die Grünen bazillen…

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