Venezuela mit den meisten gewaltsamen Todesfällen in Lateinamerika

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Regime ging und geht nachweislich mit äußerster Brutalität gegen Demonstranten vor (Foto: Archiv)
Datum: 30. Dezember 2020
Uhrzeit: 14:31 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Trotz eines Rückgangs der Zahl der Tötungsdelikte war Venezuela im Jahr 2020 das Land mit den meisten gewaltsamen Todesfällen in Lateinamerika. Dies gab am Mittwoch (30.) die Nichtregierungsorganisation „Observatorio Venezolano de Violencia“ (OVV) bekannt. Laut einer virtuellen Pressekonferenz, in der der Bericht von OVV-Direktor Roberto Briceño-León vorgestellt wurde, starben im zu Ende gehenden Jahr 11.891 Menschen an gewaltsamen Ursachen, was eine Rate von 45,6 pro 100.000 Einwohner impliziert.

Dies ist ein Rückgang gegenüber den von der NGO veröffentlichten Daten aus dem Jahr 2019, als es 16.506 gewaltsame Todesfälle gab (60,3 pro 100.000 Einwohner). „Auch im Jahr 2020 wurde Venezuela von zwei Epidemien heimgesucht wird: der Covid-19-Epidemie und der Gewalt-Epidemie“, so Briceño-León. Unter den gewaltsamen Todesfällen gab es nach seinen Worten 4.231 Menschen, die in Fällen von Widerstand gegen die Staatsgewalt starben. Tausende Tötungsdelikte werden noch untersucht, das sie nach Meinung des OVV-Direktors eindeutig gewaltsame Todesfälle sind.

Briceño-León prangerte an, dass es eine „Epidemie von Polizeigewalt“ gibt. Demnach ist seit 2016 „ein anhaltender Anstieg der polizeilichen Tötungsdelikte“ feststellbar und seit diesem Zeitpunkt gibt es „jedes Jahr mehr Opfer wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt“. Daten belegen, dass im Jahr 2016 „von 100 Tötungsdelikten 28 auf Polizeiaktionen zurückzuführen waren“ und als „Widerstand gegen die Staatsgewalt eingestuft wurden“. Im Jahr 2017 stieg die Zahl auf 34 und 2018 waren es 74 – im darauf folgenden Jahr schon 88. Im Jahr 2020 starben erstmals mehr Menschen durch die Hand von Polizeibeamten als durch Kriminelle: Auf 100 Tötungsdelikte durch Kriminelle kamen 101 Fälle von „Tod durch Beamte“.

Von den 4.231 „Opfern polizeilicher Gewalt“ waren 82 zwischen 12 und 17 Jahre alt, sowie drei Kinder unter 11 Jahren, die „angeblich starben weil sie sich der Autorität widersetzten“. Die Hälfte der Toten „entfällt auf Aktionen der Bolivarischen Nationalpolizei (PNB) und des Geheimdiestes (CICPC). Diese Zahlen zeigen, dass es viermal so viele Todesfälle durch Widerstand gegen die Staatsgewalt als durch Covid-19 gab.

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