Pablo Escobars Flusspferde sollen geschlachtet werden

flusspferd

Für Wissenschaftler stellen Flusspferde eine Bedrohung für die natürliche Tierwelt dar (Foto: Reproducao)
Datum: 18. Januar 2021
Uhrzeit: 13:37 Uhr
Ressorts: Kolumbien, Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Im Alter von 43 Jahren wurde der kolumbianische Drogenboss Pablo Emilio Escobar Gaviria 1993 von einer US-amerikanisch-kolumbianischen Elite-Einheit in Medellín erschossen. „El Patrón“ hatte in seinen „besten Jahren“ bis zu 1,5 Millionen US-Dollar am Tag verdient und ließ für seinen Zoo auf der Hacienda Nápoles am Río Magdalena Tiger, Giraffen, Elefanten, Büffel, Löwen, Nashörner, Gazellen, Zebras, Flusspferde, Kamele und Strauße einfliegen. Inzwischen sind die sogenannten „Kokain-Flusspferde“ außer Kontrolle geraten und sollen nach Meinung von Wissenschaftlern geschlachtet werden. Die Säugetiere aus der Ordnung der Paarhufer vermehren sich unkontrolliert im Einzugsgebiet des Flusses und zerstören den natürlichen Lebensraum einheimischer Arten.

Das Oberhaupt des sogenannten Medellín-Kartells hinterließ vier Flusspferde, die nach seinem Tod entkommen sind. Seitdem ist die Zahl der Tiere gestiegen und es wird geschätzt, dass es zwischen achtzig und einhundert Nachkommen der ehemaligen Haustiere von Escobar gibt. Für Wissenschaftler stellen Flusspferde eine Bedrohung für die natürliche Tierwelt dar, da ihr Urin und ihr Kot giftig sind und eine Vielzahl gefährlicher Bakterien enthalten. Wenn die Situation nicht kontrolliert wird, könnten nach Ansicht einiger Experten andere Tierarten und auch Menschen betroffen sein.

„Diese Flusspferde sind Teil der lokalen Identität geworden. Aber die Zeit läuft davon“, so David Echeverri Lopez, ein Umweltschützer, der für die kolumbianische Regierung arbeitet. Nach Prognosen der Wissenschaftler könnte die Zahl der Flusspferde in der Region bis 2024 auf 1.500 steigen. Einige Lösungen – wie das Umsiedeln oder Kastrieren – wurden in Betracht gezogen, aber einige Wissenschaftler glauben, dass es nicht ausreichen würde um das Problem zu lösen. Mehrere Zoos haben Angebote erhalten, Flusspferde unterzubringen, aber die hohen Kosten für die Pflege der Tiere sind zu Hindernissen geworden.

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