Noteinkommen für 14 Millionen Frauen in Lateinamerika

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Die Erwerbsquote von Frauen ging 2020 um sechs Prozentpunkte auf sechsundvierzig Prozent zurück (Foto: Tânia Rêgo/Agência Brasil)
Datum: 09. März 2021
Uhrzeit: 12:44 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Covid-19-Pandemie hat die strukturellen Ungleichheitslücken in der Region Lateinamerika vertieft und den Verlust von mehr als vierzig Prozent der bezahlten Inlandsbeschäftigung im Jahr 2020 verursacht. Ebefalls einen Rückgang der Beschäftigungsquote von Frauen um zwölf Prozent. Die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC) hat die Schaffung eines Notgrundeinkommens für die vierzehn Millionen Frauen vorgeschlagen, die im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben. Laut der Exekutivsekretärin von „ECLAC“, Alicia Bárcena, würde dieses Einkommen einer Armutsgrenze von 120 US-Dollar entsprechen.

Nach ihren Worten hat die Gesundheitskrise zu einem Rückschlag von mehr als einem Jahrzehnt bei den Fortschritten hinsichtlich der Erwerbsbeteiligung von Frauen geführt. Die Erwerbsquote von Frauen ging 2020 um sechs Prozentpunkte auf sechsundvierzig Prozent zurück, verglichen mit zweiundfünfzig im Jahr 2019. Im Jahr 2020 widmeten lateinamerikanische Frauen 25,7 Stunden pro Woche unbezahlter Arbeit im Zusammenhang mit häuslicher Pflege, verglichen mit 19,4 Stunden pro Woche im Jahr 2019. „Die Belastung durch unbezahlte Pflege für Frauen hat sich verschärft“, warnte Bárcena. „Die derzeitige soziale Organisation der Pflege ist unfair. Noch vor der Pandemie haben Frauen in der Region dreimal so viel Zeit für unbezahlte Pflege aufgewendet wie Männer“, so die Exekutivsekretärin.

Die Kommission hat auch vor der Situation von Frauen im Gesundheitssektor gewarnt. Derzeit machen sie 73,2 Prozent der Beschäftigung in diesem Sektor aus und haben 21,7 Prozent niedrigere Gehälter. Darüber hinaus ist jede fünfte Frau in diesem Sektor keinem Sozialversicherungssystem angeschlossen, was bei bezahlten Hausangestellten drei von vier entspricht. „Der Schlüssel zur wirtschaftlichen Autonomie von Frauen liegt in der Beschäftigungspolitik und der Schließung der digitalen Kluft. Frauen müssen vollständig in die wirtschaftlichen Aktivitäten einbezogen werden“, erklärte Alicia Bárcena.

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