Illegale Einreise von Ausländern nach Chile nimmt zu

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Über 5,6 Millionen Venezolaner*innen haben ihr Land verlassen, die meisten von ihnen in Länder in Lateinamerika und der Karibik. © UNHCR/Ilaria Rapido Ragozzino
Datum: 21. August 2021
Uhrzeit: 10:39 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die chilenischen Behörden äußerten sich besorgt über die Zunahme von Ausländern, die in den letzten Wochen versucht haben illegal von Bolivien in die nordchilenische Grenzstadt Colchane zu gelangen. Sie befürchteten eine neue Migrationskrise in der Region und warnen vor der hochriskanten Route. „In den letzten Wochen hat die Zahl der irregulären Migranten erheblich zugenommen, die sich mitten im strengen Winter zu Fuß von Bolivien aus über das unwirtliche Altiplano auf den Weg machen und sich dabei extrem niedrigen Temperaturen aussetzen, um die Grenze zu Chile zu überqueren und die Stadt Colchane in der Region Tarapacá zu erreichen“ so der Bürgermeister dieser Stadt, Javier García Choque.

„Allein in den letzten drei Tagen wurden 81 irreguläre Migranten aufgegriffen“, heißt es in einem Bericht der medizinischen Klinik in Colchane, einer Stadt mit rund 2.000 Einwohnern, von denen die meisten aus der Aymara-Gruppe stammen. García befürchtet, dass der große Zustrom von Migranten – meist Venezolaner, die zu Fuß in diese abgelegene Gegend kommen – den Zusammenbruch wiederholen könnte, der im Februar letzten Jahres in Colchane zu verzeichnen war, als Tausende von Ausländern in diese auf 3.650 Metern Höhe gelegene Stadt kamen. Seit Anfang des Jahres sind mindestens fünf Migranten bei dem Versuch, nach Chile zu gelangen, ums Leben gekommen. Die Flüchtlinge, denen die Überfahrt nach Colchane gelingt, gehen zu Fuß weiter, hängen sich an Lastwagen oder zahlen etwa einhundert US-Dollar, um von Pickups in die Städte Pozo Almonte und Iquique gebracht zu werden.

In der Hafenstadt Iquique an der Pazifikküste haben sie sich in Zelten niedergelassen und öffentliche Plätze wie Parks und Strände in Beschlag genommen, erklärt José Miguel Carvajal, Gouverneur der Region Tarapacá. „Unsere Region hat eine Migrations-, Gesundheits- und Sicherheitskrise“, so Carvajal.

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