Rio de Janeiro verlangt Impfnachweis gegen Covid-19

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Die durchschnittliche Zahl der Covid-Todesfälle in Rio erreichte im April und damit auf dem Höhepunkt der zweiten Welle der Pandemie einhundertsiebenundzwanzig pro Tag, aber dieser Durchschnitt fiel im August auf sechzig pro Tag (Foto: governodorio)
Datum: 16. September 2021
Uhrzeit: 08:20 Uhr
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Autor: Redaktion
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Brasilien ist mit etwa 588.000 Toten und etwas mehr als einundzwanzig Millionen Infizierten bsonders von der Corona-Pandemie betroffen. In Rio de Janeiro, zweitgrößte Stadt des südamerikanischen Landes (6,7 Millionen Einwohner), ist die Zahl der Todesfälle (32.895) ähnlich hoch wie in Ländern wie Ecuador und Ungarn. Im Gegensatz zu Brasilien insgesamt – und nach einigen Monaten des Rückgangs – stieg die Zahl der Coronavirus-Fälle in Rio de Janeiro zwischen Juli und August an, was auf die rasche Ausbreitung der übertragbareren Delta-Variante zurückzuführen ist, die derzeit für sechsundneunzig Prozent der in der Stadt registrierten neuen Fälle verantwortlich ist. Die Metropole am Zuckerhut registrierte im Dezember mit 33.993 Infektionen den schlimmsten Monat der Pandemie, doch dank der fortschreitenden Impfung sank die Zahl der Fälle im Juni auf 21.225. Mit dem Auftreten der Delta-Variante stiegen die Infektionen jedoch im Juli auf 28.361 und im August auf den Rekordwert von 41.019. Es war der Fortschritt bei den Impfungen, der verhinderte, dass sich der Anstieg der Infektionen in Krankenhausaufenthalten und Todesfällen niederschlug. Die durchschnittliche Zahl der Covid-Todesfälle in Rio erreichte im April und damit auf dem Höhepunkt der zweiten Welle der Pandemie einhundertsiebenundzwanzig pro Tag, aber dieser Durchschnitt fiel im August auf sechzig pro Tag.

Am Mittwoch (15.) wurde damit begonnen, für den Zutritt zu öffentlichen Plätzen und Touristenattraktionen wie der Christus-Erlöser-Statue eine Impfbescheinigung gegen Covid-19 zu verlangen – während die Stadt versucht, den Vormarsch der Delta-Variante einzudämmen. Seit Mittwoch wird an öffentlichen Orten wie Kinos, Theatern, Stadien, Turnhallen, Schwimmbädern, Trainingszentren, Clubs, Zirkussen, Konzerthallen, Museen, Messen, Galerien, Parks und Kinderspielplätzen sowohl von Cariocas als auch von Touristen ein Impfnachweis verlangt. Auch für den Zugang zu den wichtigsten Touristenattraktionen der meistbesuchten Stadt Brasiliens, wie dem Christus-Erlöser, dem Zuckerhut, dem Aquarium, dem Botanischen Garten und sogar dem Maracana-Stadion, wurde es zur Pflicht. Die erste Bewährungsprobe für diese Maßnahme findet am kommenden Mittwoch (22.) statt, wenn das Maracana-Stadion nach mehr als einem Jahr Schließung wieder für die Öffentlichkeit geöffnet wird und 24.000 Zuschauer, also ein Drittel seines Fassungsvermögens, zu einem Spiel zwischen Flamengo und Gremio im Viertelfinale der Copa do Brasil erwartet. Alle Stadionbesucher müssen an der Kasse sowohl einen Impfpass als auch einen negativen Covid-Test vorweisen.

Ebenfalls wird ein Impfnachweis für Personen verlangt, die sich in öffentlichen und privaten Krankenhäusern einer Operation unterziehen wollen, für städtische Beamte und für Personen, die irgendeine Art von Sozialhilfe erhalten. Aufgrund des Drucks der Geschäftsinhaber erstreckt sich die Verpflichtung vorerst nicht auf Restaurants, Bars, Supermärkte, Geschäfte und Einkaufszentren, die sich an die anderen Präventivmaßnahmen halten müssen, wie z. B. die Begrenzung der Personenzahl, die Entfernung von Personen und das Tragen von Masken. Rio, die erste brasilianische Regionalhauptstadt die diese Maßnahme ergriffen hat, kündigte die Beschränkung am 27. August an um nicht nur die Ausbreitung der Pandemie weiter einzudämmen, sondern auch um Tausende von Menschen zur Impfung zu ermutigen, vor allem diejenigen, die nicht zur zweiten Impfdosis gekommen sind. Nach Angaben des Bürgermeisteramtes sind mindestens 212.000 Personen über fünfzig Jahre nicht fristgerecht zur zweiten Dosis erschienen und weitere 166.000 Personen über achtzehn Jahre haben sich nicht zum Empfang der ersten Dosis in den Impfstellen registriert.

In einer beispiellosen Unterstützung der restriktiven Maßnahme des Bürgermeisters billigte der Stadtrat am Dienstag (14.) einstimmig ein Gesetz, das eine für brasilianische Verhältnisse saftige Geldstrafe von 1.000 Reais (1 US-Dollar entspricht 5,22 Reais) für Personen vorsieht, die einen Impfpass fälschen oder vorlegen.

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