Absprachen im mexikanischen Fußball: Wettbewerbsbehörde verhängt historische Geldstrafen

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Nach Angaben der Behörde haben die Vereine nach der Gründung der Frauenliga im Jahr 2016 Absprachen getroffen (Foto: fmf)
Datum: 24. September 2021
Uhrzeit: 13:07 Uhr
Ressorts: Mexiko, Sport
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die mexikanische Wettbewerbsbehörde hat am Donnerstag (23.) Geldstrafen in Höhe von 177,6 Millionen Pesos (ca. 8,87 Millionen US-Dollar) gegen siebzehn Vereine und den mexikanischen Fußballverband verhängt, weil sie Gehaltsobergrenzen für weibliche Spieler festgelegt und die Mobilität der Akteure eingeschränkt haben – eine historische Strafe für den mexikanischen Fußball. Nach Angaben der Behörde haben die Vereine nach der Gründung der Frauenliga im Jahr 2016 Absprachen getroffen, um die Gehälter der Spielerinnen zwischen 500 Pesos (25 US-Dollar) und 2.000 Pesos pro Monat (99,91 US-Dollar) zu begrenzen. Die U-17-Spieler erhalten ein Taschengeld für Studium und Verpflegung, aber kein Gehalt.

Der mexikanische Fußballverband „La Federación Mexicana de Fútbol“ (FMF) verschickte Kommuniqués, um die Vereine zur Einhaltung der Obergrenzen zu bewegen und überprüfte laut „Cofece“ die Einhaltung der Obergrenzen. Für die Saison 2018/2019 wurde die Vereinbarung geändert und die Gehaltsobergrenze auf 15.000 Pesos (750 US-Dollar) festgelegt, während die Sachleistungen 50.000 Pesos pro Turnier nicht überschreiten dürfen. „Diese Praxis (…) hat sich nicht nur negativ auf ihr Einkommen ausgewirkt, sondern auch das geschlechtsspezifische Lohngefälle vergrößert“, so „Cofece“ in einer Erklärung.

Darüber hinaus haben die siebzehn sanktionierten Vereine und der „FMF“ zehn Jahre lang, von Juni 2008 bis Dezember 2018, das sogenannte „Gentleman’s Agreement“ angewandt, das den Vereinen das Recht einräumt, Spieler zu behalten, auch wenn deren Verträge ausgelaufen sind. Wenn ein anderes Team den Spieler unter Vertrag nehmen wollte, musste es die Zustimmung des abgebenden Vereins einholen und diesen häufig für die Freigabe des Spielers bezahlen. „Das Verhalten stellte eine geheime Absprache dar die bezweckte und bewirkte, den Spielermarkt zu segmentieren, um den Wettbewerb der Vereine bei der Anwerbung von Spielern einzuschränken, was die Mobilität der Spieler in unangemessener Weise einschränkte und ihre Verhandlungsmacht zur Erzielung besserer Gehälter begrenzte“, so die Behörde. Neben den Vereinen und dem Verband hat „Cofece“ auch acht Einzelpersonen sanktioniert, die jedoch nicht genannt wurden.

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