Zerstörung des brasilianischen Cerrado schreitet voran

soya

Soja killt Savanne (Foto: WWF)
Datum: 02. Oktober 2021
Uhrzeit: 09:46 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Zerstörung des brasilianischen Cerrado schreitet immer schneller voran. Wie der WWF mitteilte, gingen zwischen Januar und August 2021 bislang 3.774 Quadratkilometer des biologisch vielfältigsten Savannenwaldes der Welt verloren. Das entspricht mehr als der doppelten Fläche Londons und bedeutet einen Anstieg von 25 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zudem wurden in den ersten neun Monaten des Jahres in der Region über 50.000 Brände registriert. Die Umweltschützer berufen sich dabei auf Erkenntnisse des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung (INPE). Grund für die Zerstörung sei die stetig wachsende Sojaproduktion, auch für den Export in die EU. „Die Verwüstung dieses weltweit einmaligen Biotops ist erschreckend. Und die Verantwortung liegt nicht nur in Brasilien, sondern auch in Deutschland und Europa. Für unsere maßlose Fleischproduktion gehen vor allem in Südamerika immer größere Wälder verloren. Das heizt die Klimakatastrophe und den Artenschwund weiter an. Die Europäische Union muss dieser Entwicklung mit einem starken Lieferkettengesetz endlich einen Riegel vorschieben. Es muss klipp und klar gelten: Produkte, die nach Europa exportiert werden, müssen entwaldungsfrei sein. Und das ist nur die Mindestanforderung“, sagt Roberto Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF Deutschland.

Für die Europäische Union ist der Cerrado der wichtigste Soja-Lieferant, welches vor allem als Futtermittel in der Massentierhaltung Verwendung findet. Soja ist zudem der Rohstoff mit dem größten Anteil an der Abholzung tropischer Wälder, der in die EU eingeführt wird. Im Jahr 2018 stammten 23 Prozent der Einfuhren der EU aus Südamerika aus dem Cerrado. Ganze 70 Prozent des in die EU importierten Sojas, das mit Naturzerstörung in Verbindung gebracht wird, konzentrierte sich auf diese Region. Der WWF befürchtet angesichts der bisherigen Verlautbarungen der Europäischen Kommission, dass das geplante EU-Lieferkettengesetz bestimmte Ökosysteme wie Savannenwälder oder Handelsprodukte aus dem Cerrado wie Rinderleder außer Acht lassen könnte. Die Zerstörung würde so weiter zunehmen. Allein im August gingen im Cerrado 433 Quadratkilometer natürlicher Vegetation verloren – ein Anstieg von 136 Prozent gegenüber dem gleichen Monat in 2020.

„Die EU hat jetzt die Möglichkeit, das Ruder herumzureißen und bei der Bekämpfung der Waldzerstörung weltweit eine Führungsrolle einzunehmen. Dafür müssen aber dringend alle Biome bzw. Ökosysteme der Tropen, wie zum Beispiel der Cerrado, das Pantanal oder auch Graslandschaften in Afrika von Anfang an in das anstehende Lieferkettengesetz einbezogen werden. Der Konsum in der EU treibt die Zerstörung verschiedenster Ökosysteme voran. Wir können nicht die Wälder schützen und gleichzeitig andere wichtige Naturlandschaften opfern“, so Roberto Maldonado.

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