Brasilien will mit den Vereinigten Arabischen Emiraten über Rüstungsgüter verhandeln

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In Dubai betonte der brasilianische Vizepräsident Hamilton Mourão, dass er nicht nur Material an die Araber verkaufen, sondern auch von ihnen kaufen wolle (Foto: Ministerio)
Datum: 05. Oktober 2021
Uhrzeit: 15:51 Uhr
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Autor: Redaktion
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Brasilien ist am Handel mit Verteidigungsgütern mit den Vereinigten Arabischen Emiraten interessiert. In einem Interview betonte der brasilianische Vizepräsident Hamilton Mourão, dass er nicht nur Material an die Araber verkaufen, sondern auch von ihnen kaufen wolle. Mourão nahm an der Eröffnung des emiratisch-brasilianischen Amazonas-Forums für nachhaltige Wirtschaft teil, das Unternehmer, Investoren und Regierungsvertreter aus beiden Ländern in Dubai zusammenbrachte. „Wir haben ein Protokoll zwischen den beiden Verteidigungsministerien, das vorankommen muss. Es ist eine große Chance für beide Länder, denn wir produzieren beide Produkte in diesem Bereich, Produkte von großem Wert. Das ist also ein Bereich, in dem wir uns zusammensetzen und mehr reden müssen, um in dieser Sache voranzukommen“, so der Vizepräsident. In vier oder fünf Jahren soll die Handelsbilanz zwischen den beiden Ländern demnach die 5,6-Milliarden-Dollar-Marke erreichen, d. h. doppelt so viel wie im Jahr 2020. Zu den Möglichkeiten, die sich den Arabischen Emiraten bieten, gehört eine Ausschreibung für den Kauf von gepanzerten 8×8-Fahrzeugen, die in Brasilien durchgeführt wird. Andererseits ist die brasilianische Industrie am Verkauf ihrer Mehrfachraketenstartsysteme interessiert. Ein weiteres Ziel Brasiliens ist der Verkauf von Embraer-Jets an Fluggesellschaften in der Region, die über einen konsolidierten Zivilluftfahrtmarkt verfügt. Allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es mit Emirates und Etihad zwei große Fluggesellschaften mit einer starken internationalen Präsenz, sowie weitere wie Flydubai und Air Arabia.

„Der Luftverkehr in dieser Region expandiert. Brasilien selbst hat seinen Luftverkehrsmarkt für ausländische Unternehmen geöffnet, ohne dass diese einen brasilianischen Partner haben müssen. Ein Unternehmen, das sich in Brasilien niederlassen will, kann also Flugzeuge von Embraer erwerben. Embraer wird ebenfalls in diesen neuen Zweig des fliegenden Autos einsteigen. Es gibt reichlich Raum für Fortschritte“, bekräftigte Mourão. Er wies jedoch darauf hin, dass der Markt mit der starken Präsenz der Giganten Boeing und Airbus sowie des direkten Konkurrenten von Embraer, Bombardier, sehr wettbewerbsintensiv ist. „Es ist ein Streit, der nicht einfach ist. Wir müssen die Verhandlungen sehr gut führen, nicht nur auf diplomatischer und staatlicher Ebene, sondern auch auf wirtschaftlicher und kommerzieller Ebene. Die Verbindung der öffentlichen Einrichtung mit der privaten Einrichtung in dem Sinne, dass wir eine wirksame Kraft haben, die in der Lage ist auf einem Markt zu konkurrieren, auf dem zwei große Unternehmen versuchen, den Markt zu kontrollieren“.

Mourão nutzte das Treffen mit arabischen Geschäftsleuten auch, um über die Möglichkeiten für Investoren im Amazonasgebiet zu sprechen, ein Thema, das er seit seiner Ankunft in Dubai am 30. September immer wieder anspricht. Ihm zufolge gibt es zum Beispiel Möglichkeiten für Investitionen in die Verkehrs- und Energieinfrastruktur, nicht nur im Amazonasgebiet, sondern auch in anderen Teilen des Landes. „Es gibt einen guten Raum für Investitionen. Und eine Investition, die denjenigen, die sie tätigen, gutes Geld bringt. Ich weiß, dass die Emirate über ein bewundernswertes Kapital verfügen und in der Lage sind, überall auf der Welt zu investieren“, betonte er und fügte hinzu, dass die Araber bereits rund zehn Milliarden US-Dollar in Brasilien investiert haben. Nach seinen Worten ist es auch notwendig, den brasilianischen Energierahmen zu entbürokratisieren, damit die Solar- und Windenergieerzeugung im Land ausgebaut werden könne. „Das Thema Solarenergie ist noch sehr begrenzt. In Brasilien gibt es Gebiete, die für die Erzeugung dieser Art von Energie bestimmt sind. Im nordöstlichen Hinterland kann man Solarenergieparks errichten, wo der Eigentümer des Landes, der in sehr begrenzten Verhältnissen lebt, Gewinne für sich und seine Familie erzielen und gleichzeitig Energie erzeugen kann“. Ihm zufolge könnte diese Art der Energieerzeugung die Energieversorgung des Landes in Zeiten ergänzen, in denen Brasilien aufgrund der geringen Niederschläge eine geringere hydroelektrische Produktion erlebt.

Mit einem Land, das größtenteils aus Wüste, wenig Wasser und wenig Ackerland besteht, haben die VAE ein besonderes Problem mit ihrer Ernährungssicherheit. Über achtzig Prozent der im Land konsumierten Lebensmittel werden importiert. Laut der Ministerin für Klimawandel und Umwelt der Emirate, Mariam Almheiri, ist Brasilien, dessen Hauptexportgut in das arabische Land Lebensmittel (insbesondere Hühnerfleisch) sind, ein wichtiger Partner um sicherzustellen, dass es dem Land an Lebensmitteln nicht mangelt.

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