Favelas werden von internationalen Drogendealern zur Drogenlagerung genutzt

koks

Kokain versteckt in Seifenpulver, das nach Afrika und Europa gebracht werden sollten Foto: Polícia Federal)
Datum: 10. Oktober 2021
Uhrzeit: 13:24 Uhr
Ressorts: Brasilien, Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Rio de Janeiro liegt auf den Hauptrouten für den Transport von Kokainhydrochlorid (der reinsten und wertvollsten Form der Droge) von Südamerika nach Europa und in die Vereinigten Staaten. Die Leichtigkeit, mit der die Carioca-Banditen Rauschgift lagern und die Hilfe, die sie bei der Verschiffung großer Mengen boten, haben internationale Schmuggler angezogen. Die Verschärfung der Kontrollen im Hafen von Santos in São Paulo – dem größten des Landes und bis vor einigen Jahren Schauplatz der größten Kokainbeschlagnahmungen auf brasilianischem Boden – trug ebenfalls zum aktuellen Szenario bei. Eine Untersuchung zeigt, dass die Polizei in den letzten zwanzig Monaten, d. h. zwischen Februar 2020 und dem 5. Oktober dieses Jahres, rund 10,5 Tonnen der Droge gefunden hat, die in Rio verschifft werden sollten.

Die beschlagnahmten Lieferungen stammten aus Kolumbien, Bolivien, Venezuela und Peru, also aus Ländern, in denen ein Kilogramm Kokain rund tausend Dollar kostet. Ermittlungen der Bundespolizei und der Abteilung für Drogenbekämpfung (DRE) sowie der Abteilung für Raub und Ladungsdiebstahl (DRFC) der Zivilpolizei von Rio haben ergeben, dass Kriminelle aus dem Complexo da Maré Kokainhydrochlorid für internationale Schmuggler aufbewahrt haben, bis es in Container abgefüllt wurde. Nach Angaben der Ermittler wird das Rauschgift, dessen Kilopreis in Europa vierzigtausend Euro beträgt, in den Favelas für einen Zeitraum von zwei bis fünf Tagen versteckt. Die Banditen, die diese Favelas kontrollieren, erhalten „Miete“ in US-Dollar, sagen Polizeibeamte.

Eine Untersuchung des DRFC hat ergeben, dass ein Teil der Maré-Bande, die auf Frachtüberfälle und Überfälle auf Vertriebszentren für elektronische Produkte spezialisiert ist, Kontakt zu Banditen aufgenommen hat, die im Hafen von Itaguaí operieren und beschlossen hat, in das neue und lukrative Geschäft in Rio einzusteigen. Von den 10,5 Tonnen, die in Rio beschlagnahmt wurden (im Wert von ca. vierhundertzwanzig Millionen Euro), wurde etwas mehr als die Hälfte bei zwei Operationen in diesem Monat entdeckt. Am 1. Januar beschlagnahmten Agenten des DRFC und der Bundespolizei siebenhundert Kilogramm Kokain in einem Schuppen in Itaguaí. Die Droge befand sich in Mangos, die Sendung war für Belgien bestimmt. Die andere Beschlagnahme erfolgte am 5. Mai, als die Bundespolizei fünf Tonnen Seifenpulver in Kisten fand, die nach Mosambik und Spanien gebracht werden sollten.

Ermittlungen der Abteilung für Drogenbekämpfung der Zivilpolizei von Rio de Janeiro haben ergeben, dass internationale Drogenhändler Bitcoins – virtuelle Währungen – verwendet haben, um das Geld aus Drogenverkäufen zu waschen. Vorläufige Informationen deuten darauf hin, dass Bitcoins, die auch als Kryptowährungen bekannt sind, für Banden von großem Nutzen sind, die versuchen, die Rückverfolgung ihrer finanziellen Bewegungen so schwierig wie möglich zu gestalten. Virtuelle Währungen werden seit mindestens drei Jahren von Kriminellen erworben. Der erste Hinweis tauchte im Juli 2018 auf, als die Bundespolizei in Rio de Janeiro fünfzehn Personen festnahm, die verdächtigt wurden einer Bande anzugehören, die Kokain in Containern exportierte. Damals entdeckte die Bundespolizei, dass die Gruppe ihren Drogenhandel mit Hilfe von virtuellen Währungen diversifizierte.

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