Abstimmung stellt Zukunft der Osterinsel in Frage

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Bekannt ist die Insel vor allem wegen der monumentalen Steinskulpturen, der Moai (Foto: Servicio Nacional de Turismo)
Datum: 25. Oktober 2021
Uhrzeit: 14:24 Uhr
Ressorts: Chile, Welt & Reisen
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Osterinsel ist eine abgelegene vulkanische Insel in Polynesien, die zu Chile gehört. Das Volk der Rapa Nui hat am Sonntag (24.) mit siebenundsechzig Prozent beschlossen, die Insel nicht wieder für den Tourismus zu öffnen, nachdem sie fast zwei Jahre lang aufgrund der Corona-Pandemie isoliert war. Die gesamte indigene Gemeinschaft – etwa sechzig Prozent der rund zehntausend Menschen, die auf diesem Inselterritorium Chiles leben – war aufgerufen, in dieser unverbindlichen Konsultation über die touristische und damit wirtschaftliche Zukunft der abgelegenen Insel zu entscheiden. Jahrzehntelang haben die Einheimischen ihre Entwicklung darauf aufgebaut, Touristen aus aller Welt mit ihrer einzigartigen Schönheit und den ikonischen Moais, den menschenförmigen Steinstatuen, anzulocken. Nur neunhundertzweiundsiebzig Personen – weniger als zwanzig Prozent der Rapa Nui-Bevölkerung – machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch und antworteten auf eine Frage der Ma’u Henua-Gemeinschaft, der Verwalterin des Rapa Nui-Nationalparks: „Wollen Sie die Insel (für den Tourismus) im Januar öffnen? Die Option „Nein“ erhielt sechshundertneunundvierzig Stimmen und die Option „Ja“ dreihundertzwanzig, zusätzlich zu drei „ungültigen“ Stimmen, wie die Gemeinschaft in den sozialen Medien berichtete. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei der regionalen Gesundheitsbehörde oder dem Gesundheitsministerium, die sich bisher nicht zum Ergebnis der Abstimmung gäußert haben.

Die Hauptsorge der Einwohner ist, ob die Insel bereit ist, den einzigen kommerziellen Flug der Fluggesellschaft „Latam“ von Santiago zur Osterinsel wieder aufzunehmen, der seit dem 16. März 2020 ausgesetzt ist. Wegen des Auftretens des Coronavirus hatte Chile den Ausnahmezustand verhängt, der Grenzschließungen, Quarantänen und eine nächtliche Ausgangssperre beinhaltete. Seitdem gab es in Chile mehr als 1,6 Millionen COVID-Infektionen und 36.000 Todesfälle und niemand konnte mehr auf die Insel reisen oder sie verlassen, mit Ausnahme von Versorgungsflügen der Regierung, die Impfstoffdosen enthalten. In dieser Zeit wurden nur acht Fälle von COVID-19 auf der Insel gemeldet und seit September 2020 sind keine neuen Fälle mehr aufgetreten. Nach Angaben der lokalen Behörden gab es während der gesamten Pandemie weder Krankenhausaufenthalte noch Todesfälle.

Salvador Atan, Vizepräsident der Gemeinde Ma’u Henua, erklärte gegenüber „AFP“, dass die Haupteinnahmequelle der Insel „die Tourismusindustrie“ sei und dass bei dieser Konsultation – die normalerweise zweimal im Jahr in der Gemeinde Rapa Nui stattfindet – auch die Fähigkeit der Insel bewertet werde, mit schweren Fällen des Coronavirus umzugehen. Etwa 73,1 Prozent der Bevölkerung der Osterinsel sind gegen das Coronavirus geimpft, aber das medizinische Zentrum in Hanga Roa verfügt über keine Intensivstation, wohl aber über Beatmungsgeräte. Ein Notflug zum Festland dauert etwa fünfeinhalb Stunden.

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