Lateinamerika: Mexiko liegt bei Konsumreaktivierung weit zurück

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Mexiko ist unter den größten Volkswirtschaften Lateinamerikas das Land mit dem zweitgrößten Rückstand bei der Reaktivierung des privaten Verbrauchs und übertrifft damit nur Argentinien (Foto: Tânia Rêgo-Agência Brasil)
Datum: 25. Oktober 2021
Uhrzeit: 15:18 Uhr
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Autor: Redaktion
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Mexiko ist unter den größten Volkswirtschaften Lateinamerikas das Land mit dem zweitgrößten Rückstand bei der Reaktivierung des privaten Verbrauchs und übertrifft damit nur Argentinien. Dieser zweitgrößte Staat Südamerikas durchlief schon vor der Covid-19-Pandemie eine heikle makroökonomische Situation. In der ersten Jahreshälfte ist der Indikator in Mexiko um vier Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019, dem Jahr vor der Gesundheitskrise, gesunken. Dieser Rückgang ist weit entfernt von den 5,9 Prozent in Kolumbien oder den 3,1 bzw. 0,1 Prozent in Chile und Peru, wie die auf den Websites der Zentralbanken und der statistischen Ämter der betreffenden Länder veröffentlichten Daten belegen. Die mexikanische Dynamik ist sogar noch geringer als die in Brasilien, wo es ebenfalls nicht gelungen ist, das Verbrauchsniveau von vor der Pandemie zu erreichen. Argentinien, das sich seit mehreren Jahren in einer schweren Inflations- und Schuldenkrise befindet, verzeichnet einen Rückgang von 7,5 Prozent. Mit Ausnahme Mexikos zeichnen sich alle genannten Länder dadurch aus, dass sie nach der letztjährigen Mega-Finanzierung zur Verhinderung der Ausbreitung des Covid-19 erhebliche fiskal- und geldpolitische Anreize gesetzt haben, um den Rückgang der Gesamtnachfrage und des Angebots abzufedern und ihre Reaktivierung zu beschleunigen. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds und von „Moody’s“ stechen die Fälle Brasilien, Chile und Peru hervor, die Maßnahmen zu Kosten von mehr als zehn Prozentpunkten des BIP durchgeführt haben.

Kolumbien und sogar Argentinien – das angesichts der Neuverhandlung hoher Schulden mit dem Internationalen Währungsfonds „IWF“ nur über einen begrenzten fiskalischen Spielraum verfügt – haben Pakete geschnürt, die etwas mehr als fünf Prozentpunkte der Wirtschaftsleistung kosten, während sich die fiskalische Unterstützung in Mexiko auf weniger als ein Prozent des BIP belief. Der Rückgang des Konsums der mexikanischen Haushalte im zweiten Quartal 2020 betrug einundzwanzig Prozent im Vergleich zum Vorjahr und war damit der drittstärkste unter den untersuchten Volkswirtschaften, nur übertroffen von Peru (-22,1 Prozent) und Argentinien (-23,8 Prozent). Bei der wirtschaftlichen Erholung hat sich die mexikanische Regierung auf die positiven Auswirkungen der Nachbarschaft mit den Vereinigten Staaten gestützt, deren ehrgeizige Konjunkturprogramme zur Wiederbelebung der Wirtschaft wirtschaftliche Spillover-Effekte in Mexiko ausgelöst haben.

Ein Beispiel dafür sind die Überweisungen mexikanischer Staatsangehöriger in den Vereinigten Staaten, die im Jahr 2020 um 11,4 Prozent auf 40,607 Milliarden US-Dollar stiegen und 2021 einen neuen Rekord aufstellen werden. Zwischen Januar und August 2021 sind diese „Rimessen“ (Rücküberweisungen)um 24,8 Prozent auf 32,931 Milliarden US-Dollar gestiegen. Ein weiterer Pfeiler der mexikanischen Reaktivierung, der ebenfalls von seinem nördlichen Nachbarn abhängt, sind die Exporte, die zwischen Januar und August dieses Jahres um 3,5 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019 gestiegen sind und seit November 2020 das Niveau vor der Pandemie überschritten haben. Diese Anstoßeffekte werden jedoch nicht ausreichen, damit die mexikanische Wirtschaft in diesem Jahr wieder das Niveau von 2019 erreicht, wie es für Kolumbien, Chile und Brasilien der Fall wäre, wie die Wirtschaftskommission für Lateinamerika prognostiziert, die für diese Länder ein Wachstum von 9,2 , 7,5 bzw. 5,2 Prozent erwartet.

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