Fast die Hälfte der Brasilianer hat keinen Zugang zu Abwassernetzen

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Auf der Grundlage der von 4.744 der 5.570 Gemeinden des Landes übermittelten Indikatoren schätzen die Techniker des Ministeriums, dass fast die Hälfte der vom System erfassten Bevölkerung keinen Zugang zu Abwassernetzen hat (Fotos: Carolina Gonçalves/Agência Brasil)
Datum: 18. Dezember 2021
Uhrzeit: 14:17 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Das Ministerium für regionale Entwicklung „Ministério do Desenvolvimento Regional“ (MDR) hat am Freitag (17.) die Daten des Nationalen Sanitärinformationssystems „Sistema Nacional de Informações sobre Saneamento“ (Snis) für 2020 präsentiert. In dem jährlich aktualisierten Bericht werden die von den Gemeinden zur Verfügung gestellten Informationen über die Bereitstellung von Wasser- und Abwasserdienstleistungen, die Bewirtschaftung fester Siedlungsabfälle sowie die Entwässerung und Regenwasserbewirtschaftung erfasst. Auf der Grundlage der von 4.744 der 5.570 Gemeinden des Landes übermittelten Indikatoren schätzen die Techniker des Ministeriums, dass fast die Hälfte der vom System erfassten Bevölkerung keinen Zugang zu Abwassernetzen hat. Das bedeutet, dass von den insgesamt 208,7 Millionen Brasilianern 94,1 Millionen nicht über diesen Dienst verfügen.

Betrachtet man die kommunalen Angaben, so ist der Prozentsatz der Menschen mit Abwassersystemen in der Stadtbevölkerung etwas höher: 63 % gegenüber 55 % in der allgemeinen Bevölkerung (Stadt und Land). Generell ist die Region Südost am besten abgedeckt: 80,5 % der Bevölkerung sind an das Abwassersystem angeschlossen. Dann folgen der Mittlere Westen (59,5 %), der Süden (47,4 %), der Nordosten (30,3 %) und der Norden (13,1 %). „Das ist unsere große Herausforderung, unsere Achillesferse, denn praktisch die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zum Abwassersammelnetz“, sagte der stellvertretende Direktor der Abteilung für technische Zusammenarbeit des Nationalen Abwassersekretariats, Paulo Rogério dos Santos e Silva und erinnerte daran, dass der im Juli letzten Jahres verabschiedete Rechtsrahmen für die sanitäre Grundversorgung das nationale Ziel vorgibt, bis 2033 für 90 % der brasilianischen Bevölkerung den Zugang zum Abwassersammeln und zur Abwasserreinigung zu gewährleisten. Der Bericht weist auf eine weitere Herausforderung hin: Nur die Hälfte des gesammelten Abwassers (50,8 %) wird behandelt. „Eine Sache ist das Sammeln des Abwassers, eine andere, es zu behandeln“, betonte Silva. „Wenn wir unsere Abwässer nicht richtig behandeln, verursachen wir mehr Umweltverschmutzung und Umweltzerstörung und wir erreichen unser Ziel nicht“.

Die Behandlung fester Siedlungsabfälle ist in einer anderen Veröffentlichung enthalten. Betrachtet man nur die 4.589 Gemeinden (82,4 % der 5.570 Gemeinden des Landes), die dem Snis Informationen zur Verfügung gestellt haben, so liegt der durchschnittliche Erfassungsgrad der Gesamtbevölkerung (Stadt und Land) bei 90,5 % und erreicht 98,7 % der Stadtbewohner. Die Systemstichprobe umfasste 195,5 Millionen Brasilianer. Die Gesamtbeteiligung (städtische und ländliche Gebiete) an der Hausmüllabfuhr ist je nach Region sehr unterschiedlich: 96 % im Südosten, 91,3 % im Süden und Mittleren Westen, 83 % im Nordosten und 80,7 % im Norden. Nur 1.664 der Gemeinden, die auf die Umfrage geantwortet haben, verfügen über selektive Sammeldienste für feste Haushaltsabfälle in städtischen Gebieten. Dabei werden etwa 1,9 Millionen Tonnen Material gesammelt, was wenig ist im Vergleich zu den 9,6 Millionen Tonnen Abfall, die im Jahr 2020 auf Deponien entsorgt werden sollen.

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