Die originellsten Neujahrsrituale Lateinamerikas

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Lateinamerika hat viele originelle Neujahrsrituale zu bieten (Foto: Alex Ferro / Riotur)
Datum: 21. Dezember 2021
Uhrzeit: 20:02 Uhr
Ressorts: Leserberichte
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Autor: Redaktion
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Andere Länder, andere Sitten. Ein altes Sprichwort, das sich über Jahre hinweg tausendfach bewährt hat. Ein Prinzip, das natürlich auch in puncto Silvester-Traditionen und Neujahrsrituale zutrifft. Die kuriosesten Feierlichkeiten, die seltsamsten Speisen und die mitunter faszinierendsten Rituale sind zum Neujahrsfest weltweit zu beobachten. Insbesondere in den lateinamerikanischen Gegenden geht es dabei lustig, laut und locker zu, so dass es nicht weiter verwunderlich ist, dass die originellsten Neujahrsfeierlichkeiten und Rituale der Welt in dieser Gegend zu finden sind.

Egal, ob Sie sich den Traum des Lateinamerika-Urlaubs zu Silvester dieses Jahr erfüllen können oder nicht, mit den folgenden Einblicken in die originellsten Neujahrsrituale Lateinamerikas bekommen Sie schon jetzt einen Vorgeschmack darauf, was es in der Nachweihnachtszeit zum Fest des neuen Jahres in diesen fernen Ländern zu sehen, zu riechen, zu schmecken, zu fühlen und zu hören gibt.

Die Feste feiern, wie sie fallen

Lateinamerika ist nicht nur zu Neujahr dafür bekannt, ausgiebige und intensive Feiern auszurichten. Ganz im Gegenteil: In diesen meist eher südlich liegenden Ländern wird gerne und ausgiebig gefeiert und feurig-heiß getanzt.

Anders als in Deutschland findet Neujahr dort außerdem nicht in der kalten Winterzeit, sondern mitten im Sommer statt. Zu Hause mit einem 10 Euro Bonus ohne Einzahlung Casino Spiele nutzen und am TV den Countdown miterleben, das wäre in diesen Gefilden unvorstellbar. Im kalten Winter Deutschlands hingegen stellt diese Option, zu Hause ganz entspannt auf den Neujahrsabend anzustoßen, nicht nur eine legitime, sondern sogar eine sehr verlockende Neujahrsfeieroption dar.

Doch nun zurück zu Lateinamerika, den feurigen Festen und den originellsten Neujahrsritualen. Wir haben uns für Sie einmal ganz genau in den verschiedenen Ländern umgehört und herausgefunden, wie die „Locals“ tatsächlich ihr Neujahrsfest feiern und welche Traditionen und Rituale zu den bedeutendsten in ganz Lateinamerika gehören.

Das Spiel mit dem Feuer

Feurig heiß, so zeigen sich auch einige der Neujahrstraditionen, die in lateinamerikanischen Ländern zum jährlichen Neuanfang gehören. Insbesondere in Ecuador steht die Verbrennung großer Puppen zu Neujahr im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Puppen sind dabei in der Regel überlebensgroß, aus alter Kleidung, Pappe, Sägemehl und dergleichen hergestellt und werden um Mitternacht auf den Straßen Ecuadors entzündet. Sie symbolisieren die Verbrennung des Alten, der Dinge, die wir hinter uns lassen und somit zugleich auch den Gedanken, im neuen Jahr Platz für Neues zu machen.

Auch in Peru, Argentinien und Venezuela setzt man auf feurige Neujahrsrituale und auf den Gedanken, das alte Jahr in Flammen aufgehen zu lassen, bevor der Countdown das neue Jahr einläutet. In Nicaragua werden die Puppen übrigens sehr kreativ gestaltet und zumeist rauchend und trinkend dargestellt, so dass auch der Unterhaltungsfaktor vor der großen Entzündung nicht zu kurz kommt.

Papier schreddern – Ein sehr praktisches Neujahrsritual

In Argentinien setzt man zu Neujahr auf ein nicht nur bedeutsames und symbolisches, sondern vor allem auch recht praktisches Ritual: Alte Papiere, Dokumente und Unterlagen, die nicht mehr benötigt werden, werden geschreddert und pünktlich zum Start des neuen Jahres zu Mitternacht aus den Fenstern bzw. in die Luft geworfen. Ein wahrer Papierschnipsel-Regen sozusagen.

Die symbolische Bedeutung ist dabei ähnlich wie bei den Verbrennungsritualen, Unnötiges hinter sich zu lassen und Platz für Neues zu schaffen. Kein Wunder also, dass Argentinien auch zu jenen lateinamerikanischen Ländern gehört, die in die Tradition der Verbrennung der Papierpuppen einstimmen. Besonders in Buenos Aires versucht man dabei jedes Jahr, die größten und außergewöhnlichsten Puppen ganz Südamerikas zu kreieren.

Rot, Weiß, Gelb – Die brasilianischen Farben des Neujahrsglücks

In Brasilien gibt es zu Neujahr vor allem eines: rauschende Feste und gute Stimmung. Es wird getanzt, getrunken und gefeiert und darauf angestoßen, dass man es durch ein weiteres Jahr geschafft hat und ein neues Jahr freudig begrüßen darf. Neben der explosiven Partystimmung kann es allerdings vor allem in Küstenregionen auch sehr romantisch werden.

Hier ist es nämlich vielerorts Tradition, an den Stränden unzählige Kerzen zu entzünden. Dabei stehen weiße Kerzen, die ursprünglichen Neujahrskerzen, für Frieden und Ruhe im neuen Jahr. Inzwischen hat man dieses Ritual jedoch erweitert und auch gelbe Kerzen, die Reichtum und Wohlstand symbolisieren, sowie rote Kerzen für Liebe und Leidenschaft im neuen Jahr inkludiert.

Die drei Farben des Neujahrsglücks, Weiß, Rot und Gelb, werden übrigens auch andernorts aufgegriffen wie beispielsweise bei der Unterwäscheauswahl. Je nachdem, in welchem Bereich man im nächsten Jahr gerne besonders viel Glück haben möchte, wird die passende Farbe gewählt und in der Silvesternacht getragen. Über der Unterwäsche trägt man zu Silvester in Brasilien aber grundsätzlich vor allem Weiß, was erneut Frieden und Glück im neuen Jahr symbolisieren soll.

Insbesondere in Küstenregionen symbolisiert dies außerdem die Ehrung der Meeresgöttin Yemanja, die dem Aberglauben nach für jede übersprungene Welle am Strand zum Jahreswechsel einen Wunsch gewährt.

Eine Traube für jeden Monat des neuen Jahres

12 Trauben für 12 glückliche Monate, das ist der Gedanke der Glückstrauben von Mexiko, die auch in vielen weiteren lateinamerikanischen Ländern sowie auch in Spanien bekannt und als Tradition in die Neujahrsfeierlichkeiten integriert sind. In Mexiko gilt es dabei, noch vor Mitternacht 12 Trauben zu essen, die symbolisch den 12 folgenden Monaten entsprechen. Beißt man dabei auf einen bitteren Kern, so wird berechnet, zu welchem Monat dieser Kern und diese Traube gehören. Laut Tradition wird dies ein eher von Unglück geprägter Monat.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern lässt man sich bei diesem Ritual in Mexiko übrigens sehr viel Zeit und versucht sich ganz auf die folgenden glücklichen Monate zu konzentrieren oder sich vielleicht sogar etwas ganz Bestimmtes für eine spezielle Zeit des neuen Jahres zu wünschen.

Doch keine Sorge, auch wenn dies ein sehr gemächliches und nachdenkliches Neujahrsritual ist, die feurige Seite kommt in Mexiko natürlich ebenfalls nicht zu kurz: Puppenverbrennungen, heiße Tänze, feuriger Tequila und leckere Margaritas sowie scharfe kulinarische Leckerbissen stehen hier ebenso auf dem Plan wie süße und wunschvolle Trauben.

Alle Fronten im Fokus: Kolumbiens Neujahrsrituale

Während sich viele lateinamerikanische Länder vor allem auf ein oder zwei besondere Rituale fokussieren, setzt man in Kolumbien auf einen „Kampf an allen Fronten“. Die Anzahl der Neujahrsrituale ist hier schier unglaublich und reicht von den auch in anderen Ländern bekannten Puppenverbrennungen über die erwähnten Glücksweintrauben bis hin zu vielen weiteren kleinen Ritualen.

So soll es Glück bringen, um Mitternacht aufrecht zu stehen, mit den Türen zu schlagen, um böse Geister zu vertreiben, oder auch mit einem Koffer um den Block zu laufen, um das Glück auf Reisen zu festigen. Im Zweifelsfall geht man hier also nach dem Motto vor: „doppelt (oder vier-, fünf- bzw. sechsfach) hält besser“. Ein Ansatz, der uns durchaus sehr gut gefällt, der aber auf jeden Fall für jede Menge Spaß und Unterhaltung in der kolumbianischen Silvesternacht sorgt.

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